Essai 201: Über Humor als Dominanzgehabe

13. Juni 2021

Wer bestimmt eigentlich, was lustig ist und was nicht? Eigentlich sollten das alle für sich entscheiden dürfen … tatsächlich wird Humor aber sehr oft als Mittel genutzt, um ein Machtgefälle herzustellen oder zu zementieren; als Dominanzgehabe also. Wie ich bereits in meinem Essai über Arschloch-Humor geschrieben hatte, gibt es einen bestimmten Menschenschlag, der nur Dinge witzig findet, die gegen Minderheiten, vermeintlich Unterlegene und weniger Mächtige geht.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was das soll. Aber mir sind Macht, Dominanz und Das-Sagen-haben einfach mal überhaupt nicht wichtig, deswegen kann ich mit Machtspielen, Dominanzgebaren und Ego-Geplüsche überhaupt nichts anfangen. Das ist mir viel zu anstrengend. Es reicht doch, wenn es eine klare Aufgabenverteilung, klare Zuständigkeiten gibt, sich alle bei Bedarf gegenseitig helfen und miteinander reden, und dann läuft der Laden auch ohne strenge Hackordnung mit Alphatierchen ganz oben an der Spitze, gefolgt vom Betatierchen und so weiter.

Aber, wie dem auch sei, viele Menschen brauchen offenbar das Gefühl, Alphatierchen zu sein, und sich einzubilden, alle anderen stünden unter ihnen. Fragt mich nicht, wie das funktionieren soll, eine Gesellschaft, die fast nur aus Alphatierchen besteht, die sich um den ersten Platz rangeln und ihre ganze Energie darauf verplempern, ihrer Konkurrenz eins auszuwischen, um diese vom Thron zu stoßen und sich selbst darauf breit zu machen. Das ist meiner Meinung nach Zeitverschwendung. Und am Ende hat man dann einen Armin Laschet als Bundeskanzlerkandidat. Wenn seine Partei (unter anderen) mit ihrem Anti-Grünen-Bashing Erfolg hat, bremst der Mann das ganze Land ab September auch als Bundeskanzler bei notwendigen Veränderungen in Sachen Klimaschutz, Sozialpolitik und Bildung aus.

Humor, genauer: der Anschein von Humor, ist ein ausgezeichneter Deckmantel für das Diskreditieren, Diskriminieren, Herabsetzen und Einschüchtern von Menschen, die den eigenen Macht- und Dominanzanspruch infrage zu stellen drohen. So kann ein Arschloch mit Überwertigkeitskomplex zum Beispiel einfach irgendetwas Arschiges sagen oder tun, hinterher sagen: „War nur ein Witz“ – und schon steht die angegriffene Person wie eine humorlose, weinerliche Wurst da, wenn sie sich beschwert. Ich weiß nicht, warum, aber diese Arschlöcher schaffen es dann ja auch immer irgendwie, Lakaien um sich zu scharen, die dann über den vermeintlichen Witz lachen, und die Dominanzstellung des Arschlochs damit validieren. Wer bestimmt, was witzig ist, bestimmt eigentlich alles.

Es fällt in den Kommentarspalten der Sozialen Medien immer wieder auf, wie Arschlöcher durch (vermeintlichen) Humor versuchen, die Deutungshoheit zu erhalten und den Diskurs zu bestimmen. Dabei werden Dinge, die ihnen nicht in den Kram passen, hämisch ins Lächerliche übertrieben, um sie der Albernheit preiszugeben – und damit die Machtverhältnisse so bleiben, wie sie sind. Meistens geht das gegen Dinge, die in Richtung Gleichstellung oder Antirassismus gehen, oder gegen den wissenschaftlichen Konsens. Anscheinend fühlen sich dann ein paar arrogante Ahnungslose in ihrer völlig unverdienten Privilegiertenstellung bedroht, wenn sich andeutet, dass ja anderen Menschen diese Privilegien genauso zustehen. Oder sie fühlen sich unterlegen, wenn sie etwas nicht verstehen, und anstatt sich Mühe zu geben, das zu verstehen oder einfach zu akzeptieren, dass Wissenschaftler*innen auf ihrem Gebiet eben mehr Ahnung haben als sie, versuchen sie mit Arschloch-Humor die anderen unterzubuttern, damit sie sich wieder überlegen fühlen können.

Wer mag, kann das mal auf Facebook testen: einfach mal unter irgendeinem beliebigem Post einen Kommentar schreiben und dabei gendergerechte Sprache verwenden. Zum Beispiel: Wissenschaftler*innen. Das wird nicht lange dauern, da kommen schon die ersten Witzbolde und wollen wissen, ob man denn dann auch „Kinder*innen“, „Bäum*innen“ etc. sagen müsste, hahaha, voll lustig, und so originell. Eigentlich zeigen diese Menschen damit nur, dass sie nichts begriffen und sich über das Thema überhaupt nicht informiert haben. Und das ist im Prinzip für sie peinlich. Aber es funktioniert trotzdem, sie dominieren den Diskurs und horten die Deutungshoheit für sich – weil sie ihr substanzloses, inhaltsleeres, uninformiertes Gequake als Witz und Humor getarnt haben.

Tja, was tun? Ich bin da ehrlich gesagt etwas ratlos. Gegen diese geballte Arroganz, Selbstherrlichkeit und Dreistigkeit der Dominanzhumoristen komme ich mit meinem Sinn für Humor jedenfalls nicht an. Manchmal kann man den Leuten mit kurz angebundenen Antworten den Wind aus den Segeln nehmen und sich damit ein wenig Deutungshoheit zurückerobern. Also einfach mal auf ein „Muss ich dann auch Kinder*innen sagen?“ mit einem „Nein.“ antworten. Oder einfach „Aha“, „Tja, na ja“ oder „Wenn Sie meinen“ entgegnen – das passt immer. Damit kann man Arschlöcher ganz wunderbar ärgern. Allerdings ändert das dann aber nichts daran, dass ihr Gepolter immer noch den Diskurs dominiert.

Und, was sind so eure Erfahrungen mit Humor als Mittel zur Machtdemonstration und Dominanzgehabe? Wie geht ihr damit um? Schreibt es mir in die Kommentare, ich bin gespannt!

Essai 200: Über die Laschet-Masche oder wie sage ich alles und nichts gleichzeitig?

16. Mai 2021

Es ist Wahlkampf und die deutsche Politik dreht am Rad. Die Union, noch immer ohne Programm, denkt sich einen Blödsinn nach dem nächsten aus, um eimerweise Mist über die Grünen auszukübeln. Anscheinend findet die CDU/CSU nichts, was sie den Grünen inhaltlich ankreiden und ihnen sachlich entgegensetzen kann. Peinlich ist das. Nun gut, aber ein Mann, der Nachfahre von Karl dem Großen höchstselbst, macht da nicht mit und präsentiert einfach überhaupt keine Inhalte: Armin Laschet.

Das Faszinierende aber ist, dass Armin Laschet zwar überhaupt nichts mit Substanz sagt, zu nichts Stellung bezieht und keine Haltung zu irgendwas zeigt – ohne dass das auf Anhieb auffällt. Ihm gelingt das Kunststück, gleichzeitig alles und nichts zu sagen. Er ist ein Virtuose des Vagen, ein Meister des Um-den-heißen-Brei-Herumeierns, sodass alle genau das in sein Geplapper hineininterpretieren können, was sie wollen.

Wie schafft dieser Mann das bloß, dass seine Belanglosigkeiten nicht sofort als solche auffliegen? Eine Analyse:

1. Bedeutungsschwangerer Tonfall

Armin Laschet spricht und betont stets auf eine Weise, die das Gesagte bedeutungsvoll erscheinen lässt. Er setzt Pausen, vermeidet „Ähs“ weitestgehend, betont einzelne Wörter … das macht er schon ziemlich gut, soviel muss ich ihm lassen. Dadurch klingt alles, was er sagt, wie eine grandiose Erkenntnis, die superwichtig ist, und die ihm, Armin, eingefallen ist. Ob er nun sagt: „Kräht der HAHN auf dem MIST … ändert sich das WETTER oder BLEIBT … wie es IST“ oder „Auf REGEN … folgt SONNENSCHEIN. Oder … auch NICHT“ oder „Deswegen brauchen wir JETZT einen BRÜCKEN-Lock-down. Also als BRÜCKE bis genug geimpft sind … so lange müssen WIR ALLE noch ein BISSCHEN durchhalten“ -> Das macht überhaupt keinen Unterschied. Inhaltlich ist das alles ziemlich substanzlos, aber durch den bedeutungsschwangeren Tonfall klingt es total erhaben und staatstragend.

2. Ruhe bewahren

Ein Armin Laschet lässt sich so schnell durch nichts aus der Ruhe bringen. Ob das dubiose Maskendeals sind, in die er wie viele seiner Parteikolleg*innen verwickelt zu sein scheint, ein polternder – und deutlich beliebterer – Mitbewerber um die Kanzlerkandidatur, Kritik von Bürger*innen, kritische Nachfragen in Talkshows oder von Pressemenschen oder ein Friedrich Merz, der mit seinem Geltungsbedürfnis so ziemlich allen auf die Nerven geht, ist – Armin Laschet bleibt gelassen. Zumindest vermittelt er den Eindruck, und das ist ja das, was zählt. Er schafft es irgendwie immer, sich aus allem herauszureden, und dank bedeutungsschwangerem Tonfall hört sich das auch zunächst halbwegs plausibel an, auch wenn es herumgeeiert war.

3. Putziges Erscheinungsbild

Mal ganz ehrlich: Kann man Armin Laschet wirklich böse sein? Wenn er einen so treu anguckt, mit seinen Knopfäuglein, und dann noch die roten Bäckchen und das Knubbelnäschen? Und dann strahlt er auch immer so, wenn er wieder etwas völlig Banales sagt! Da möchte man ihn doch am liebsten knuddeln, oder? Nein, Spaß, aber sein putziges Erscheinungsbild trägt meines Erachtens definitiv dazu bei, dass man ihm abkauft, ihm ginge es um das Wohl seiner Mitmenschen und als würde er irgendwas total Weises sagen – obwohl er in Wirklichkeit nur hohle Phrasen drischt.

4. Cleveres Taktieren im Hintergrund

Laschet selbst vermeidet es zwar konsequent, zur irgendetwas klar Stellung zu beziehen, aber das muss er auch gar nicht. Denn er kann sich einfach einen Friedrich Merz ins Team holen, der nun wirklich gar kein Problem damit hat, zu irgendetwas Stellung zu beziehen, auch wenn er vom Thema überhaupt keine Ahnung hat, wie zum Beispiel von gendergerechter Sprache. Wie er es geschafft hat, Markus Söder auszubooten, obwohl er die schlechteren Umfragewerte hatte, werden wir Bürger*innen wohl nie erfahren. Aber es ist ihm gelungen. An den Argumenten kann es nicht gelegen haben, ich denke auch nicht, dass ein Mann-gegen-Mann-Schlammcatch-Wettkampf mit ihm als Sieger ausgegangen wäre. Einzige Erklärung, die mir plausibel erscheint: Armin Laschet hat so clever intrigiert – äh, taktiert -, dass es wie eine gute Idee wirkte, ihn als Kanzlerkandidaten aufzustellen.


Soweit erst einmal meine Analyse. Was fällt euch denn noch ein, weshalb nicht allen Menschen sofort auffällt, dass Armin Laschet nichts zu sagen hat? Schreibt es mir in die Kommentare, ich bin gespannt. 🙂

Essai 199: Über den Scheuer-Effekt

26. März 2021

Ganz Deutschland fragt sich: Warum ist A*** Scheuer eigentlich noch im Amt? Ganz Deutschland? Nein. A*** Scheuer fragt sich das nicht. Der scheint sich nach wie vor großartig zu finden – und das Merkwürdige ist: Viele seiner Parteikolleginnen und -kollegen scheinen seine Selbsteinschätzung zu teilen. Oder warum wurde er nicht schon längst gefeuert? Es ist ja geradezu faszinierend, wie viel Mist eine einzelne Person bauen, wie viel Steuergelder ein einzelner Minister in den Wind pupsen kann, ohne dass irgendwelche Konsequenzen drohen. Und noch faszinierender finde ich, wie man sich dafür nicht ansatzweise schämen kann, wenigstens ein klitzekleines bisschen. Gut, zu seiner Verteidigung, er ist ja nicht der Einzige, der trotz offenkundiger Inkompetenz und eklatanter Fehlbesetzung an seinem Platz klebt und sich kein bisschen peinlich findet.

Das hat doch eine kleine küchentischpsychologische Analyse verdient, bin ich der Meinung. Also: Was hat es mit dem Scheuer-Effekt auf sich? Wie schafft man es, trotz umfassender Unfähigkeit Karriere zu machen, nicht entlassen zu werden, obwohl man ständig Bockmist verzapft – und dann auch noch weiter Verantwortung übertragen zu bekommen?

Eine Sache vorweg: Ich weiß es nicht. Das heißt, ich rate, spekuliere, vermute und behaupte gleich fröhlich ins Blaue hinein. Aber wenn ein Scheuer null Konstruktives abliefern kann und dafür auch noch belohnt wird, dann darf ich das auch. Also, behaupte ich jetzt einfach mal.

Ein paar überzeugende Theorien hat das „browser ballett“ bereits zusammengestellt:

„Warum ist Scheuer noch im Amt?“ vom browser ballett

Ich denke, die „Schwarzes Schaf“-Theorie klingt plausibel. Neben Scheuer sehen einfach alle anderen weniger inkompetent aus – also kompetetenter, als sie sind. Und wäre er nicht mehr da, fiele auf, dass die anderen auch nichts auf die Kette kriegen und völlig überbezahlt sind. Träte Scheuer zurück, müssten die anderen sich an seiner statt die Frage stellen lassen, warum sie denn noch im Amt seien. Das möchte niemand riskieren – verständlicherweise.

Vielleicht spielt auch eine Art kognitive Dissonanz eine Rolle? Irgendjemand muss den Kerl doch überhaupt erst ins Amt des Verkehrsministers gebracht haben? Und der will sich bestimmt auch nicht mit der Frage auseinandersetzen, was ihn denn dabei geritten habe, und deswegen rechtfertigt dieser Mensch seine Entscheidung vor sich selbst damit, dass der Scheuer ja gar nicht sooo unfähig wäre, dass er ja auch schon viel geleistet hätte, hier … zum Beispiel … Dingens, ihr wisst schon. Eine ähnliche kognitive Dissonanz dürfte auch diejenigen umtreiben, die den Kerl immer noch nicht gefeuert haben. Im Ernst jetzt, warum nicht? In jedem beliebigem Unternehmen wäre der doch schon zig-mal achtkantig und fristlos rausgeflogen? Das regt mich ja schon wieder auf! *grummelbrummelschimpfmotzknurrzeter* Atme, Isa, atme, denk an deinen Blutdruck … Pfiuuuuuuhhhh …. OK, geht wieder.

Noch eine Theorie: Scheuer hat zu Beginn alle mit seinem völlig ungerechtfertigtem Selbstvertrauen und seinem selbstsicherem Auftreten darüber hinweg geblendet, dass seine Arroganz auf überhaupt keinem stabilen Fundament basiert. Sein substanzloses Herumgeschwadroniere, sein inhaltsleeres Geschwafel und seine nichtssagenden, rhetorischen Muskelspiele konnten die anderen lange genug täuschen, sodass sie tatsächlich glauben, er könnte irgendwas. Man müsste ihm nur noch mehr Chancen geben und Geduld haben, dann kann er zeigen, was WIRKLICH in ihm steckt. Das würde erklären, warum er jetzt mit Spahn zusammen die Test-Taskforce leitet (nebenbei bemerkt, meine Einschätzung dazu: Wir sind alle verloren.) – er hat zwar bislang stets auf ganzer Linie versagt, aber dieses Mal bekommt er das sicher hin! Man muss nur ganz fest daran glauben!

Was auch sein kann: Scheuer ist eigentlich ein psychologisches Experiment. Verrückte Wissenschaftler, zwischen Genie und Wahnsinn schwankend, wollten ausprobieren, wie weit die dummdreiste Arroganz der Ahnungslosen, besser bekannt als Dunning-Kruger-Effekt, sich in einer einzelnen Person steigern lässt, ohne dass ihr Gehirn implodiert. Die Antwort ist: sehr. Das Ergebnis ist Scheuer.

Nicht auszuschließen ist, dass Scheuer insgeheim doch etwas kann, nämlich Showhypnose. Er hat einfach alle in Trance versetzt und ihnen mantraartig eingeredet: „Scheuer ist der beste Verkehrsminister der Welt!“ Ja, und jetzt glauben das alle und Scheuer weiß nicht, wie er das wieder rückgängig machen kann und nun haben wir alle den Salat.

Möglicherweise schuldet aber irgendwer noch Scheuers Familie einen Gefallen. Und dann war der Gedanke, als Verkehrsminister kann er ja eigentlich nicht so viel falsch machen, unfähiger als sein Vorgänger kann man gar nicht sein, das wird schon. Tja, und jetzt wird man ihn nicht mehr los. Oder es ist eine Wette am Laufen, die CSU hat mit der CDU gewettet, wer den nächsten Bundeskanzler stellt, und die CSU will unbedingt gewinnen, deswegen haben sie ihren besten Mann (Höhö, Scherz) eingesetzt, um die Nerven der CDU so zu zermürben, dass die jemanden wie Laschet als Vorsitzenden wählen und daneben kann sich dann Söder stellen und einfach das Gegenteil von dem machen, was Laschet macht, und wirkt damit super-staatstragend.

Soweit meine Vermutungen. Was meint ihr? Was klingt plausibel, was ist eindeutig Quatsch? Was ist eure Erklärung für die Frage: Warum ist Scheuer noch im Amt?

Schreibt es mir in die Kommentare, ich bin gespannt. 🙂

Essai 198: Über Schlaufaulheit

2. März 2021

Menschen bilden sich ja gern ein, sie wären die Krone der Schöpfung. Ich halte das für Quatsch. Die meisten Menschen verhalten sich dumm: entweder dummfleißig, also verbissen überehrgeizig, oder dummfaul. Damit meine ich, wenn man nur darauf schaut, unmittelbaren Aufwand zu vermeiden, und sich damit langfristig mehr Aufwand aufhalst. Wenn ich jetzt zum Beispiel zu faul bin, meinen Kram nach dem Benutzen wieder an seinen Platz zu räumen, verbasel ich den Kram, und wenn ich das nächste Mal den Kram brauche, muss ich ewig suchen.

Schlaufaul wäre es, mir den minimalen Aufwand zu machen, nach dem Benutzen den Kram wieder zurück an seinen Platz zu stellen und dann weiß ich immer, wo das ist und spare mir nerviges Suchen. Schlaufaulheit bedeutet also, dass man unmittelbar ein kleines bisschen Mehraufwand in Kauf nimmt, und sich damit langfristig kolossal nervigen, völlig unnötigen Mehraufwand spart. Zum Beispiel, wenn ich zu faul bin, meine frisch gewaschene Wäsche nach dem Trocknen zusammenzulegen und zurück in Kommode und Schrank zu räumen, sie stattdessen einfach auf einen Haufen schmeiße, am besten noch zur Schmutzwäsche oder zur getragen-aber-noch-sauber-Wäsche. Dann habe ich da einen Riesenberg Wäsche und weiß gar nicht mehr, was da drin ist und wo und ob das überhaupt sauber ist oder dreckig. Und das ist dann ja total anstrengend, das auszuklamüsern und auseinander zu sortieren. Also lasse ich den Haufen einfach so, er wird immer größer und dann stehe ich eines Tages da und habe nichts Sauberes mehr anzuziehen und muss unter Stress diesen Riesenberg durchwühlen. Hätte ich einfach von vorneherein schlaufaul den kleinen Mehraufwand auf mich genommen, die trockene, saubere Wäsche an ihren Platz zu räumen, hätte ich dieses Problem gar nicht.

Oder auch beim Einkaufen: Ich bin da seit dem Lockdown eher dummfaul unterwegs und gehe lieber seltener einkaufen und ärgere mich dann, dass ich so schwere Taschen schleppen muss und mir die Nacken- und Schulterpartie verspanne. Schlaufaul wäre es, öfter kleinere Einkäufe zu machen. Aber bis zum nächsten Einkauf habe ich die Nackenschmerzen wieder vergessen und bin wieder genauso doof und ärgere mich über die schweren Taschen, die ich in den zweiten Stock hochschleppe.

Übrigens ist Schlaufaulheit auch eine gute Strategie, wenn man – wie ich – eher zu Dummfleiß neigt, sich viel zu viel Arbeit macht, weil man dem irrigen Gedanken anhängt, man müsste alles alleine wuppen. Stattdessen wäre es schlaufaul, um Hilfe zu bitten und Teile seiner Aufgaben zu deligieren.

Im Moment würde uns wohl allen mehr Schlaufaulheit gut tun, ob wir nun eher dummfleißig oder eher dummfaul sind. Denn wenn wir uns jetzt, wo die dritte Corona-Welle erst noch am Anfang steht, den Mehraufwand zusätzlicher Lockdown-Verschärfungen machen würden, dann könnten wir die Verbreitung des Virus und der Mutanten vielleicht noch einigermaßen ausbremsen, bis wir mit den Impfungen endlich mal aus dem Quark gekommen sind. Vielleicht könnte man dann im April oder Mai wieder mehr aufmachen, als wenn wir jetzt schon planlos irgendwas lockern, um kurzfristig Unannehmlichkeiten zu minimieren, und dann fliegt uns der Scheiß hier spätestens zu Ostern wieder um die Ohren, die letzten Monate waren für die Tonne, die Infektionszahlen steigen wieder exponentiell, die Krankenhäuser sind wieder überlastet, keine Kontrolle mehr, bei dem Chaos laufen die Impfungen auch nicht besser als jetzt und wenn wir nicht gestorben sind, dann sitzen wir 2050 noch im Lockdown und müssen uns mit immer bekloppteren Verschwörungstheorien herumplagen.

Und, wie geht es euch zur Zeit? Seid ihr eher dummfleißig oder eher dummfaul? Oder gehört ihr zu den beneidenswerten Zeitgenossen, die die Kunst der Schlaufaulheit meistern?

Essai 197: Über Schuld und Verantwortung

9. September 2020

Wenn ich mich auf Facebook mit beratungsresistenten Idioten herumstreite, die der Meinung sind, es gäbe weder Sexismus noch Rassismus noch sonst irgendeine Form von Diskriminierung, weil sie selbst das Glück hatten, nicht davon betroffen zu sein, fällt mir eine Sache immer wieder auf: Diese Leute verwechseln ständig Verantwortung und Schuld. Und da dachte ich, als eure Klugscheißerin der Herzen ist es meine Pflicht, darüber mal einen meiner küchentischphilosophischen Essais zu schreiben.

Was ist Schuld, was ist Verantwortung und was ist der Unterschied zwischen beidem? Es gibt ja durchaus Überschneidungen zwischen Schuld und Verantwortung und vielleicht lässt es sich nicht immer eindeutig trennen. Allerdings ist Schuld grundsätzlich negativ behaftet und Verantwortung ist ein eher neutraler Begriff. Wer schuldig ist, hat mit voller Absicht und wider besseren Wissens etwas getan, das anderen geschadet, ihnen Schmerzen oder Verletzungen zugefügt hat – obwohl der/die Schuldige auch anders hätte handeln können. Dass also niemand Schuld haben möchte, ist absolut verständlich.

Allerdings kann man sich auch aus Versehen daneben benehmen und andere verletzen, kränken oder ihnen schaden – weil man es nicht besser weiß, weil man in dem Moment ein Trampel ist, weil man es nicht so mit dem Feingefühl hat, weil man von sich auf andere schließt und einem das eigene Verhalten selbst nichts ausmachen würde … Da gibt es ja viele Gründe, weswegen wir alle unsere blinden Flecken haben und uns manchmal wie Arschlöcher benehmen, obwohl wir es nicht bewusst böse meinen. Und da kann man doch nicht mehr wirklich von Schuld sprechen, oder?

In diesem Fall finde ich dann den Begriff „Verantwortung“ sinnvoller. Denn Schuld liegt immer in der Vergangenheit, man kann sie nicht rückgängig machen, was passiert ist, ist passiert, was man getan hat, hat man getan. Man kann für Schuld büßen, sicher, aber lernt man auch wirklich etwas dabei? Oder geht man nach der Buße wieder mit federleichtem Gewissen hinaus in die Welt und trampelt wieder voller Absicht auf seinen Mitmenschen herum, weil sie in irgendeiner Weise anders sind als man selbst und man deswegen findet, man sei etwas Besseres als sie? Schließlich kann man danach ja wieder büßen und gut ist.

Übernimmt man aber Verantwortung für sein Verhalten, dann bezieht sich das auf die Gegenwart und die Zukunft. Dann begreift man, dass das eigene Verhalten Konsequenzen für andere haben kann, und bemüht sich, dass diese Konsequenzen nicht schädlich oder verletzend für die Mitmenschen sind. Während Schuld von der Frage getrieben wird, WER die verwerfliche Tat begangen hat, und das Finden eines Schuldigen, eines Missetäters zum Ziel hat, geht es bei Verantwortung um etwas anderes. Hier steht nicht die Person im Mittelpunkt, sondern das Verhalten. Die Fragen, die mit Verantwortung einhergehen, sind: Was kann ich tun, um diesen Missstand, dieses Fehlverhalten zu verbessern oder wenigstens nicht noch schlimmer zu machen und weiter zu verfestigen? Wie kann ich das Problem lösen? Wie kann ich Betroffenen helfen und sie unterstützen?

Geht es um Schuld, so ist das Thema in der Regel erledigt, wenn man den Schuldigen identifiziert und bestraft hat. Verantwortung fängt dann erst an, wenn man das Problem bestimmt hat. Verantwortung ist außerdem etwas, das wir alle übernehmen können, das muss man nicht alles alleine wuppen. Und eigentlich ist das doch etwas Gutes und sollte Hoffnung machen, oder?

Bezieht man diese Unterscheidung nun auf alltäglichen, unterschwelligen Sexismus und Rassismus, dann ist es meines Erachtens nicht sinnvoll, über Schuld zu diskutieren. Denn der absichtliche, bösartige Sexismus und Rassismus kommt gar nicht sooo oft vor und die, die sich dessen schuldig machen, sind Arschlöcher, denen man mit Verantwortung gar nicht erst zu kommen braucht. Die sollte man wegen Beleidigung oder Volksverhetzung anzeigen und nicht eine Diskussion auf Augenhöhe versuchen.

Aber was viel häufiger verbreitet und den Menschen oft nicht bewusst ist, ist der unterschwellige Rassismus oder Sexismus, der sich in verunglückten Komplimenten, scheinbar beiläufigen Bemerkungen, Vorurteilen oder anderen Mikroaggressionen äußert. Die Menschen, die diese Mikroaggressionen von sich geben, merken nicht unbedingt, dass sie sich sexistisch oder rassistisch verhalten. Schließlich hat sich noch nie irgendjemand vorher beschwert, sie haben ja selbst ausländische Freunde, soll doch jeder machen was er will, leben und leben lassen, sie sehen jedenfalls keine Farben und grundsätzlich haben sie auch überhaupt nichts dagegen, wenn Frauen und Männer gleichbehandelt werden, man müsse doch aber auch die kulturellen respektive biologischen Unterschiede beachten und so weiter und so fort.

Was passiert, wenn man diese Menschen nun wie Schuldige behandelt? Sie gehen in Abwehrhaltung, denn sie haben ja nichts Böses im Sinn und wollen niemandem absichtlich wehtun – sind also in ihrer eigenen Wahrnehmung unschuldig. Was wäre, wenn es gelänge, diese Menschen von ihrer Verantwortung zu überzeugen? Dann könnten wir alle zusammen an einem Strang ziehen, um die Welt ein bisschen gerechter zu machen. Dann könnte man sich sachlich und auf Augenhöhe mit Betroffenen über ihre Erfahrungen und Wünsche unterhalten, voneinander lernen, die blinden Flecken vielleicht ein wenig sichtbarer machen und ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie man anderen Menschen seltener auf die Füße tritt.


Und, wie seht ihr das? Habe ich völligen Quatsch verzapft oder ist da etwas dran? Schreibt es mir in die Kommentare, widersprecht mir, stimmt mir zu, ich bin gespannt 🙂

Essai 196: Über das Besondere am Sonderbaren

4. August 2020

Ist euch das auch schon mal aufgefallen, wie ähnlich sich im Deutschen Begriffe sind, die etwas Merkwürdiges beschreiben, und solche, die etwas Bemerkenswertes bezeichnen? Etwas Seltenes ist besonders, aber etwas Seltsames ist sonderbar. Jeder wäre gern wunderbar und einzigartig, aber wunderlich und eigenartig möchte niemand sein. Eine Eigenschaft ist ein neutraler Begriff, aber eine Eigenheit ist es nicht. Das ist doch ziemlich komisch.

Was ist überhaupt normal? Im medizinischen Sinne heißt „normal“ in der Regel „im gesunden Bereich“. Im sozialen Kontext gibt es bestimmte Normen und „normal“ ist, wer diesen entspricht. „Normal“ kann aber auch ein Synonym für „durchschnittlich“ sein. Das Bemerkenswerte sowie das Merkwürdige weichen davon ab und fallen auf. Und so gesehen ist es sinnvoll, dass alles, was sich von der Norm unterscheidet, sowohl besonders als auch sonderbar ist. Im Grunde sind es wohl zwei Seiten einer Medaille: Das Besondere sorgt für Bewunderung, das Sonderbare für Verwunderung.

Mein Eindruck ist, dass viele Menschen etwas Besonderes sein wollen – gerade die Menschen, die nicht sonderlich sonderbar sind, sehnen sich häufig danach, sich vom Durchschnitt abzuheben. Ich für meinen Teil zähle mich eher zu den seltsamen, eigentümlichen, wunderlichen Zeitgenossen und wäre gern ein bisschen weniger seltsam. Vielleicht ist es auch einfach eine Eigenart der Menschen, dass sie immer das sein wollen, was sie nicht sind? Oder es geht um Bewunderung und (positive) Aufmerksamkeit – das scheinen ja die meisten Menschen anzustreben und zu genießen.

Das kann ich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen. Aufmerksamkeit ist mir in jeder Form unangenehm – egal ob als Bewunderung oder Verwunderung. So oder so bekomme ich das Gefühl, dass ich nicht so wirklich zur Norm dazugehöre, ohne dass ich irgendetwas Besonderes oder Sonderbares gemacht habe – soweit ich weiß. Und das fühlt sich merkwürdig an.


Wie seht ihr das? Seid ihr eher besonders, sonderbar oder normal? Mögt ihr es, aufzufallen? Schreibt es mir in die Kommentare, ich bin gespannt. 🙂

Essai 195: Über Privilegien

16. Juli 2020

Privilegien sind eine seltsame Angelegenheit. Man merkt meistens nicht, wenn man welche hat, weil man es nicht anders kennt und man an sie gewöhnt ist – man möchte sie aber auch nicht missen. Werden diese Privilegien in einer öffentlichen Debatte angesprochen, weil plötzlich Menschen, die sie nicht genießen, nach Gleichwertigkeit verlangen (und das völlig zu Recht), lassen sich meistens zwei Typen Gewohnheitsprivilegierter ausmachen: der beratungsresistente und der lernbereite Typ.

Der beratungsresistente Gewohnheitsprivilegierte ist ein unangenehmer Geselle, der einem besonders oft in den Kommentarspalten sozialer Medien begegnet. Lernbereite Privilegiengewöhnte sind eher selten, so mein Eindruck. Ich würde mich gern dazu zählen, aber die Beratungsresistenten sind sich ja auch keiner Verantwortung bewusst und halten sich für vernünftig denkende, mitfühlende Mitmenschen (denke ich mal) und von daher … vielleicht habe ich auch meine blinden Flecken, ohne es zu merken, und bin manchmal ein Arsch, ohne das zu beabsichtigen. Wobei, man kann mir das dann eigentlich auch schon sagen und dann schäme ich mich fürchterlich und versuche, mich zu bessern.

Vermutlich geht es auch den Beratungsresistenten so, dass sie sich ertappt fühlen und sich schämen, wenn man sie auf ihre Privilegien aufmerksam macht und ihnen erklärt, dass andere diese Privilegien nicht haben und deswegen vor Problemen stehen, die Gewohnheitsprivilegierte niemals hatten und nie haben werden. Aber anstatt dann zu sagen: „Oh, das war mir nicht bewusst, du hast Recht, ich versuche, darauf zu achten“ und dann vielleicht weiter bei den Betroffenen nachzufragen, was man tun könne, um zu helfen oder um wenigstens kein Arsch zu sein, fühlen sich beratungsresistente Gewohnheitsprivilegierte durch Kritik Nichtprivilegierter sofort angegriffen. Als sei ihre ureigene Existenz und ihr komplettes Selbstbild dadurch bedroht, ein Problem als solches anzuerkennen, das sie selbst nicht betrifft.

Die Diskussionen, die sich daraus ergeben, dass manche Menschen bestimmte Privilegien genießen – einfach so, durch einen Zufall der Geburt, durch Dinge, die außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegen – und andere nicht – ebenfalls ohne tieferen Grund -, sind meistens sehr emotional und drehen sich schnell im Kreis. Dabei sollten wir doch viel mehr darüber sprechen, wie wir die Privilegien ausweiten können? Wie können wir Menschen, die bestimmte Privilegien nicht in die Wiege gelegt bekommen haben, unterstützen, sie fördern und ihnen helfen, damit wir alle möglichst gleiche Startbedingungen im Leben haben? Ganz gleich wird es wohl nie sein – schön wäre es, aber ich kann mir das irgendwie nicht vorstellen. Es wird immer Menschen geben, denen der Start ins Leben leichter fällt als anderen. Aber wir sollten doch alle zum gemeinsamen Ziel haben, dass die Unterschiede nicht mehr so groß sind.

Klar: Wenn andere, bislang nicht privilegierte Menschen durch Förderung, bestimmte Regelungen (z. B. Quoten), Hilfen etc. plötzlich dieselben Privilegien genießen wie die Gewohnheitsprivilegierten, dann sind es keine Privilegien mehr. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es das ist, was die Beratungsresistenten im Geheimen wurmt. Vielleicht mögen sie es, besser gestellt zu sein, haben sich möglicherweise unbewusst eingeredet, dass sie dadurch auch etwas Besseres sind, dass sie irgendwie ein Geburtsrecht auf diese Privilegien haben – und zwar nur sie und ihresgleichen. Das würde erklären, warum sie sich so emotional und vehement dagegen zur Wehr setzen, die Privilegien aufzulösen und anderen die gleichen Chancen zu ermöglichen. Dann wären sie ja nichts Besseres, nichts Besonderes mehr – und ich kann mir vorstellen, wenn man jemand ist, für den die Vorstellung, etwas Besseres zu sein als andere, wesentlich fürs Selbstbild und Selbstwertgefühl ist, dann stellt die Chancengleichheit subjektiv eine als existenziell empfundene Bedrohung dar.

Trotzdem finde ich, sollten wir uns von diesen – Pardon und bei allem Respekt – Schreihälsen eigentlich nicht den Diskurs vorschreiben lassen. Ich würde mir wünschen, dass wir sachlich diskutieren und lösungsorientiert überlegen können, wie Menschen mit bestimmten Privilegien anderen ohne diese Privilegien helfen können. Da sind wir doch alle als Gesellschaft gefragt, oder?

Ich kann nichts dafür, dass ich weiß bin und deswegen nie erlebt habe, wie es ist, von Racial Profiling betroffen zu sein. Für mich ist es ganz normal und selbstverständlich, dass die Polizei „mein Freund und Helfer“ ist. Ich kann auch nichts dafür, dass ich mit Akademiker-Eltern, umgeben von Büchern, Theater, Musik und Kultur aufgewachsen bin und es deswegen für mich überhaupt kein Problem war, aufs Gymnasium zu kommen, Abitur zu machen (und das mit einer 1 vor dem Komma in der Abschlussnote), eine Schauspielausbildung zu machen und anschließend noch zu studieren und das bis zum Master. Ich kann ebenfalls nichts dafür, dass ich zweisprachig und mit zwei Kulturen aufgewachsen bin und deswegen bereits von Geburt an einen weiteren Horizont betrachten konnte als einsprachig und monokulturell Aufgewachsene.

Das sind so meine Privilegien, die mir gerade einfallen. Vielleicht gibt es noch mehr, die mir gerade nicht bewusst sind. Es fühlt sich irgendwie wie Angeben an, das so aufzuschreiben, und ist ziemlich seltsam. Aber ich würde nie auf die Idee kommen, jemanden, der mir von seinem Leben erzählt, der mir erklärt, er habe diese Privilegien nicht gehabt, und mir dann von den Schwierigkeiten berichtet, die er durch das Fehlen dieser Möglichkeiten und Chancen hatte, keinen Glauben zu schenken. Ihn vielleicht auch noch zu belehren oder ihm herablassend Einbildung oder Übertreibung zu unterstellen. Wer weiß, vielleicht hat diese Person dann wiederum andere Privilegien, die mir vorenthalten sind. Möglicherweise kann ich auch alleine und selbst nicht viel an der Situation ändern. Aber wenn man einander zuhört und sich gegenseitig unterstützt, kann man eventuell für nachfolgende Generationen etwas mehr Chancengleichheit schaffen. Selbst, wenn das nicht möglich ist, so kann ich mich doch wenigstens bemühen, anderen zuzuhören, nicht im Weg zu stehen und kein Arsch zu sein

Und, was sind eure Privilegien? Oder fehlen euch bestimmte Privilegien, sodass ihr deswegen Schwierigkeiten habt? Schreibt es mir in die Kommentare, ich bin gespannt!

Essai 194: Über Machtkämpfe in Kommentarspalten

1. Juni 2020

Vor Corona waren Verschwörungsschwurbler, zum Beispiel Impfgegner, vergleichsweise eine Randerscheinung in den sozialen Medien. Jetzt haben sie Oberwasser und rotzen ihren Blödsinn mit immer mehr Selbstvertrauen und Frechheit in die Kommentarspalten – egal, um welches Thema es ursprünglich ging. Diese Arroganz ohne jede Grundlage ist nervtötend, trotzdem ist es meiner Meinung nach wichtig, diesen gequirlten, unzählige Male in Faktenchecks widerlegten Mumpitz nicht einfach so stehen zu lassen. Wir müssen dem widersprechen. Aber wie?

Da gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: sachlich oder unsachlich. Ich bemühe mich immer um sachlichen Widerspruch. Eine einfache, aber effektive Methode, ist das Nachfragen. Wie kommt der Kommentierende auf die Idee, die er da verbreitet? Woher hat er seine Informationen? Was meint er mit Mainstream-Medien? Was ist seiner Meinung nach das Kernproblem, um das es in dem Post geht? Was will er eigentlich, was ist sein Ziel, was bezweckt er mit seinem Geschreibsel?

Dann bekommt man in der Regel noch ein paar zusätzliche Informationen, die einem erlauben, die Logik des Kommentars zu analysieren und auseinanderzunehmen. In der Folge wird man üblicherweise beleidigt oder zumindest wüst beschimpft, weil dann die Kommentierenden merken, dass man an ihrem Weltbild zu kratzen begonnen hat. Und das mag niemand.

Die überzeugten Verschwörungsschwurbler, die auf sachliche und logische Rückfragen und Kritik aggressiv reagieren, wird man nicht überzeugen können und das sollte auch nicht das Ziel sein. Aber es gibt unzählige stille Mitleser, die sich vielleicht noch keine Meinung zu der ganzen Chose gebildet haben, und wenn die sehen, da ist auf der einen Seite ein extrem aufgebrachter Wüterich, der auf höfliches Nachfragen und konstruktive Kritik ausfallend wird oder sogar völlig ausrastet, und auf der anderen Seite ein ruhig, sachlich und höflich argumentierender, vernünftig wirkender Mensch – dann, so meine Hoffnung, stimmt man eher letzterem zu.

Was ich ärgerlich finde, ist, wenn dann eigentlich vernünftige Menschen ankommen, die eigentlich der gleichen Meinung sind wie ich, aber die davon ausgehen, man müsse Feuer mit Feuer bekämpfen und es den aggressiven Schwurblern mit gleicher Münze heimzahlen. Die gefallen sich selbst in einem arrogant-herablassenden Ton, werden ausfallend, beleidigend und respektlos, höhnen im offensichtlich ironischen Tonfall, wie dumm doch der Schwurbler sei und können es einfach nicht lassen, sich auf seine Kosten erhöhen zu wollen.

Und das verstehe ich nicht. Was soll denn das?

Es ist absolut unnötig, persönlich ausfallend oder respektlos zu werden, wenn man sachlich recht hat. Wenn man überhaupt eine Chance haben will, das schwurbelnde Gegenüber noch zu erreichen, es zum Nachdenken zu bringen, Zweifel an den Verschwörungsideologien zu sähen, auf die es hereingefallen ist – dann MUSS man sachlich und respektvoll bleiben. Denn die Menschen, die auf diesen Budenzauber der Verschwörungsideologen hereinfallen, sind ja nicht zwingend Idioten. Vielleicht sind einige von ihnen naiv oder nicht sehr gebildet, ein paar haben vielleicht psychische Probleme oder ihnen fehlt es an einem Sinn in ihrem Leben oder sie sind auf der Suche nach Spiritualität etc. Selbst wenn einige wirklich klinisch dumme Menschen darunter sind – haben sie es dann verdient, dass man sie deswegen verhöhnt? Ich finde nicht.

Und wie gesagt: Selbst wenn die Betroffenen schon zu tief im Verschwörungssumpf versunken sind, gibt es Mitlesende, die vielleicht noch am Rande des Sumpfes stehen, und überlegen, ob sie dort eintauchen sollen oder nicht. Die hält man doch nicht davon ab, indem man andere Menschen herabsetzt. Im Gegenteil: Man riskiert, dass die Mitlesenden sich eher auf die Seite desjenigen stellen, der gerade bepöbelt und niedergemacht wird.

Meine Vermutung ist, dass eigentlich vernünftige Menschen, die Schwurblern oder Personen mit anderer politischer Einstellung als sie, von oben herab im genau gleichen unsachlichen Arschlochtonfall zu erniedrigen suchen, den diese Schwurbler selbst gern Andersdenkenden zuteil werden lassen, gar nicht darauf aus sind, irgendwen zu überzeugen. Die wollen ihr eigenes Ego plüschen. Es geht ihnen dabei nur um sich und darum, sich als was Besseres zu fühlen. Die brauchen das für ihr Selbstwertgefühl, andere herunterzuputzen. Und darin sind sie nicht anders als die Schwurbler, die sie bepöbeln.

Vor allem gehen bei diesen Machtkämpfen zuverlässig immer die vernünftigen, sachlichen und höflichen Kommentare unter. Die Diskussion verschiebt sich daraufhin vollkommen von der Sachebene weg auf die Ego-Ebene. Beide „Seiten“ plüschen ihre Egos um die Wette und wer als erster aus dem Machtkampf aussteigt, hat verloren. Dann hilft es auch nichts mehr, wenn ich noch dazwischengrätsche und versuche, das Ganze auf die Sachebene zurückzuholen, indem ich etwa frage: „Was wollt ihr eigentlich? Was meint ihr, könnt ihr auf einer Hygiene-Demo ohne Mundschutz und Abstand zum Ausdruck bringen, was ihr nicht auch mit Mundschutz und Abstand oder in einem offenen Brief zum Ausdruck bringen könntet?“

Nein, der Hahnenkampf ist im vollen Gange und beide „Seiten“ kämpfen verbissen darum, im Statuswettkampf das letzte Wort – und sei es noch so unsachlich und am Thema vorbei – zu haben. Das ist überhaupt nicht konstruktiv, höchst ermüdend und nervt. Man möchte am liebsten „Mars Attacks!“ zitieren, wenn der von Jack Nicholson verkörperte amerikanische Präsident fragt: „Why can’t we all just get along?“ – „Warum können wir nicht einfach mal alle miteinander klarkommen?“

Mit dieser Frage entlasse ich meine werte Leserschaft dieses Mal in einen hoffentlich entspannten Abend ohne Egogeplüsche und Statuswettkämpfe. Was meint ihr? Warum können wir nicht einfach alle miteinander klarkommen? Warum müssen ständig irgendwelche Leute ein Säbelrasseln und Schwanzvergleich vom Zaun brechen, anstatt die Sache inhaltlich zu diskutieren? Nervt euch das auch so wie mich oder bin ich empfindlich? Schreibt es mir in die Kommentare, ich bin gespannt. 🙂

Essai 193: Über vorgebliche Gleichgültigkeit als Wichtigtuer-Masche

14. März 2020

Was mich tierisch nervt: vorgespielte Gleichgültigkeit, in dem peinlich offensichtlichen Versuch, sich wichtig zu machen und cool zu wirken. Früher oder später sieht man in jeder Kommentarspalte einen Kasper aufploppen, der unbedingt dem ganzen Internet kundtun muss, wie total egal ihm das Thema ist, um das es in dem kommentierten Post geht.

Schön für dich, Idiot, dann frage ich mich nur, warum nimmst du dir die Zeit, verplemperst Energie, nur um zu schreiben, wie wurscht dir das Thema Frauenrechte, Impfschutz, der letzte Tatort oder sonstwas ist? Warum ignorierst du Posts zu diesem Thema, das dir ach so am Allerwertesten vorbeigeht, nicht einfach und lässt die Leute in Ruhe debattieren, die sich dafür interessieren? Was soll der Quatsch?

Ich habe da natürlich eine Theorie, die möglicherweise ein klitzekleines bisschen küchentischpsychologisch anmutet, aber ich verrate sie euch trotzdem. Leute, die extra Zeit und Energie aufwenden, um alle anderen darüber zu informieren, dass ihnen etwas egal ist, geht es um Selbstdarstellung, Aufplüschung des eigenen Egos und darum, sich wichtiger zu machen, als sie sind.

Vielleicht haben sie das Thema nicht verstanden, weil sie ein wenig doof sind. Vielleicht sind sie auch einfach nicht betroffen und ertragen es nicht, wenn es mal nicht um sie geht. Oder sie bilden sich ein, es ließe sie cool und abgebrüht wirken, wenn sie etwas nicht an sich herankommen lassen. Oder sie sind dem Trugschluss auferlegen, es machte sie in irgendeiner Weise interessant, besonders oder geheimnisvoll, wenn sie sich gleichgültig geben.

So oder so: Es geht dabei immer um sie und ihr eigenes Selbstbild – nicht ums Thema an sich. Und das geht mir auf den Keks, weil das eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema und einen spannenden Austausch von Argumenten verhindert. Das macht doch überhaupt keinen Spaß und ist langweilig! Wer sich angeblich für nichts interessiert, ist nicht interessant – sondern fürchterlich öde. Das ist auch kein Zeichen von Stärke oder Coolness, wenn man von vorneherein sagt, dass einem ein Thema egal ist. Es ist feige, eitel und faul.

Ich meine damit übrigens nicht, wenn man sich aus einer Debatte heraushält oder keine Stellung zu einem Thema bezieht, weil einem die nötigen Kenntnisse dafür fehlen, für die eine oder andere Position Argumente aufzubringen. Das ist etwas völlig anderes. Denn dann hält man sich einfach raus oder antwortet auf Nachfragen: „Tut mir leid, dazu möchte ich aktuell nichts sagen, da fehlen mir zu viele Informationen über die Hintergründe“ oder etwas in der Art. Das ist ehrlich, sachlich und mutig – denn zuzugeben, dass man über ein Thema nicht gut genug Bescheid weiß, um seinen Senf dazugeben zu können, erfordert Rückgrat.

Aber dieses großkotzige, dummdreist-arrogante „Mir doch egal, es gibt Wichtigeres“ unter Themen, die anderen Menschen wichtig sind, finde ich richtig scheiße. Übrigens mache ich mir ab und zu mal den Spaß, und frage diese Wichtigtuer in den Kommentarspalten einfach direkt, warum sie das denn extra hinschreiben, wie total wumpe ihnen das Thema ist, wenn es ihnen so total wumpe ist? Warum scrollen sie nicht einfach weiter, zucken mit den Achseln, denken sich ihren Teil, und freuen sich ihres Lebens?

Meistens kommt dann im nicht minder dummdreist-arroganten Habitus der Hinweis, das sei eben ihre Meinung und sie dürften ja wohl noch ihre Meinung sagen!!1!!111!!!! Woraufhin ich dann freundlich darauf aufmerksam mache, dass „ist mir egal“ keine Meinung sei, sondern genau das Gegenteil, nämlich das Vermeiden einer Meinung/Stellungnahme/Haltung. Ab da dreht sich die Diskussion in der Regel im Kreis.

Manchmal mischen sich noch andere Leute ein und maßregeln mich, es sei ja wohl völlig in Ordnung, dass Typ XY seine Meinung sage und ob ich damit ein Problem hätte? Nein. Habe ich nicht. Jeder darf seine Meinung schreiben und sagen. Aber er muss dann eben auch damit rechnen, dass Leute darauf antworten. Wenn man keine Antwort haben will, dann behält man seine „Meinung“ für sich oder posaunt die nur im Kreise seiner Filterblasenbuddies heraus, die ohnehin bei jedem Gehirnfurz, den man aus seinem Mund pupsen lässt, lauthals zustimmen und Beifall klatschen.

In der realen Welt oder auch in der virtuellen Welt auf Social Media treffen aber nun mal eben verschiedene Ansichten aufeinander. Und das kann sehr spannend, interessant und bereichernd sein, wenn man sich sachlich miteinander austauscht. Man kann sich auch mal darauf einigen, dass man sich nicht einig ist. Das ist OK. Verschiedene Perspektiven, Lebensumstände, Persönlichkeiten und Hintergründe sorgen nun mal eben dafür, dass verschiedene Dinge uns wichtig sind.

Wenn dann so ein Spielverderber dazwischengrätscht, um großspurig zu verkünden: „Ihr seid alle Vollidioten, dass ihr euch mit dem und dem Thema überhaupt befasst – sehet mich an!!! Mir ist das egal!!! Denn ich!!! bin!!! oberaffensupercool!!! Und ihr! seid! Loser!!!“ – dann nervt das einfach nur.

Von daher, meine Meinung (!) zu Menschen, denen etwas egal ist: Haltet einfach die Fresse! (Mache ich im Übrigen auch, wenn’s zum Beispiel um Autos geht. Dazu sage ich dann einfach nichts.)


Und, wie seht ihr das? Nerven euch solche pseudo-gleichgültigen Großmäuler auch so wie mich? Oder ist euch das egal? 😉 Schreibt es mir in die Kommentare, ich bin gespannt 🙂

Essai 192: Über das richtige Maß an Auffälligkeit

28. Dezember 2019

Es soll Menschen geben, die gern im Mittelpunkt stehen. Diese Zeitgenossen genießen es dann tatsächlich, die volle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, von allen beachtet zu werden. Sie verhalten sich dementsprechend auffällig, damit man sie stets bemerkt. Zu diesen Menschen gehöre ich nicht. Ganz und gar nicht.

Ich empfinde es als hochgradig gruselig, wenn ich ständig im Mittelpunkt stehe. Also, ich als Person – wenn ich einen Vortrag, eine Präsentation oder einen Workshop halte oder als Schauspielerin auf der Bühne stehe und eine Rolle spiele, ist das etwas anderes. Denn dann stehe nicht ich im Fokus, sondern der Inhalt meiner Präsentation oder des Theaterstücks. Und darauf kann ich mich vorbereiten. Aber wenn ich als Person im Zentrum der Aufmerksamkeit stehe, hasse ich das wie die Pest.

Dann denke ich, ich müsste jetzt irgendwas Interessantes, Fantastisches, Großartiges tun, um die mich Anstarrenden nicht zu enttäuschen, merke dann, dass mir überhaupt nichts Krasses einfällt, bin überzeugt davon, alle zu enttäuschen, und fühle mich schrecklich. Deswegen halte ich mich lieber im Hintergrund, checke ersteinmal die Lage, höre mir an, was andere Leute zu sagen haben, mache mir meine Gedanken, überlege, ob diese sachdienlich und zielführend sein könnten, und dann warte ich brav ab, bis ich an der Reihe bin oder eine ausreichend lange Gesprächspause entsteht, bevor ich meinen wohlüberlegten Gedanken höflich äußere.

Das Problem dabei ist, dass ich dann teilweise gar nicht an die Reihe komme und überhaupt gar nicht auffalle. Möglicherweise bekommt der eine oder andere in der Runde auch gar nicht mit, dass ich überhaupt da bin. Und dann kann ich auch meine wohlüberlegten Gedanken nicht äußern beziehungsweise gehen sie einfach unter. Da hat dann auch keiner was von.

Auf der anderen Seite will ich mich da aber auch gar nicht von Grund auf ändern, weil ich Menschen, die ständig überall im Mittelpunkt stehen und sämtliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen müssen, sehr anstrengend finde. Ich verstehe die Motivation dahinter einfach nicht. Warum sollte man das wollen, dass alle ihre Aufmerksamkeit auf einen richten, anstatt sich um ihre eigene Verantwortung zu kümmern? Da läuft man doch Gefahr, dass man dann für andere die Verantwortung mit übernehmen muss, dass sich alle darauf verlassen, dass man alles für sie regelt, und weil das nicht funktionieren kann, wird man alle anderen zwangsläufig enttäuschen. Und ich finde das ganz unerträglich, die Erwartungen anderer nicht zu erfüllen. Dann doch lieber gar nicht erst große Erwartungen wecken, indem man gar nicht erst auffällt. Oder?

Gleichzeitig nervt es mich aber auch, dass nie jemand auf mich hört, dass meine guten Ideen kein Gehör finden und niemand mitzubekommen scheint, was ich alles leiste.

Also, was tun? Muss ich mich da jetzt verbiegen und mich zur Rampensau umerziehen? Oder gibt es nicht vielleicht einen Zwischenweg? Ich möchte mich gern bei Bedarf in den Mittelpunkt stellen können, ohne dort stehenbleiben zu müssen. Wenn ich mein Anliegen vorgebracht habe, möchte ich mich aber wieder in den Hintergrund zurückmuckeln, wo ich in Ruhe überlegen kann, bevor ich was sage. Ich habe nur noch nicht herausgefunden, wie das gehen soll.

Irgendwie lasse ich mich immer wieder von lauteren Menschen übertönen und von aggressiveren, offensiveren Zeitgenossen überrumpeln, sodass ich ersteinmal nachdenken möchte, bevor ich entscheide, wie ich mich dazu verhalten will. Ich reagiere da instinktiv mit Rückzug. Und dabei habe ich überhaupt kein Problem damit, vor anderen Menschen über ein Thema zu reden oder eine Geschichte zu erzählen. Ich finde auch Lampenfieber eher spannend als quälend. Aber wenn ich unvorbereitet, spontan in eine Situation geworfen werde, in der ich gern etwas sagen möchte, aber noch nicht zuende gedacht habe, was das sein könnte, bekomme ich den Mund nicht rechtzeitig auf.


Wie geht es euch damit: Steht ihr gern im Mittelpunkt oder fühlt ihr euch da, so wie ich, extrem unwohl? Wenn ihr auch zu denen gehört, die lieber ersteinmal nachdenken, bevor sie sich äußern, wie verschafft ihr euch Gehör und Aufmerksamkeit? Schreibt es mir in die Kommentare, ich bin gespannt. 🙂


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