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Essai 180: Über Sexismus gegen Männer

21. Oktober 2017

Hurra, es ist mal wieder Zeit für eine Sexismus-Debatte! Wie prophezeit, ist der letzte Sexismus-Skandal um Herrn Brüderle recht schnell wieder in der Versenkung verschwunden. Und hat die Menschheit daraus irgendwas gelernt? Nö.

Dieses Mal ist es zugegebenermaßen etwas größer, da Hollywood-Größen zu den Tätern und Opfern gehören – und nicht bloß so ein deutscher Politstoffel und eine deutsche Journalistin. Und weil es dieses Mal auch nicht nur um Sexismus und leichte sexuelle Belästigung geht, sondern um schwere sexuelle Belästigung bis hin zu sexuellem Missbrauch.

Bevor ich über Sexismus gegen Männer schreibe (Ja, den gibt es, passt mal auf), möchte ich noch mal kurz die Begriffe klären. Die werden in der Debatte nämlich gern in einen Topf geworfen und auf der Grundlage kann man nicht vernünftig argumentieren, weil dann ein whataboutism und eine slippery-slope-Behauptung auf die nächste folgt. „Ja, dann darf man am Ende gar nichts mehr sagen!“ oder „Ja, und was ist mit diesen ganzen Feminazis? Die sind auch scheiße!“

Also, hier erstmal ein kleiner Exkurs zur Begriffsklärung:

Sexismus:

Bei Sexismus geht es nicht (!) um Sexualität, sondern um geschlechtsgebundene Diskriminierung. „Alle Frauen sind so-und-so“ oder „Alle Männer sind so-und-so“ – Das ist Sexismus. Das kann auch vermeintlich positiv sein, etwa „Frauen sind das schöne Geschlecht“ und „Männer sind das starke Geschlecht“. Oder „Echte Frauen haben Kurven“ und „Echte Männer weinen nicht“. Jedes pauschalisierende Vorurteil gegenüber Frauen oder Männern, das diese in eine bestimmte Rolle drängt und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit abspricht, aus dieser Rolle auszubrechen, ist Sexismus. Alles klar? Gut.

Sexuelle Belästigung:

So, aber was ist denn dann sexuelle Belästigung? Hier verlassen wir den reinen Geschlechtsbezug und es geht um Sexualität. Sobald man jemandem seine sexuellen Wünsche verbal oder nonverbal mitteilt, ohne dass der andere darum gebeten hat, ist das sexuelle Belästigung. Das können anzügliche Blicke, schmierige „Komplimente“ oder ein Klaps auf den Po sein. Die Grenze zum sexuellen Missbrauch ist fließend. Ich denke, sie liegt darin, ob der Belästigte der Situation noch entkommen kann oder nicht. Bei letzterem kommt noch Nötigung hinzu und dann ist meines Erachtens die Grenze zum Missbrauch überschritten.

Das Knifflige an sexueller Belästigung ist, dass sie vom Kontext, vom Belästigenden und vom Belästigten sowie deren Tagesform und Stimmung abhängt. Also von lauter Faktoren, die sich eher mit Feingefühl erspüren, als kategorisch festlegen lassen. Und dieses Feingefühl scheint vielen Menschen zu fehlen. Ich würde als Faustregel zur Orientierung vorschlagen, dass man sich einfach jeden Poklaps, jede zweideutige Bemerkung, jedes Kompliment zum Aussehen des anderen und jeden anzüglichen Blick verkneift, wenn man sich nicht hundertprozentig sicher ist, dass das Gegenüber das charmant oder lustig findet. Man kann unter Freunden zum Beispiel ruhig etwas flapsiger miteinander umgehen, wenn man weiß, dass die Freunde den eigenen Sinn für Humor zu deuten wissen. Unter Kollegen oder Bekannten sollte man lieber etwas zurückhaltender sein. Und bei Fremden auf der Straße sowieso.

Sexueller Missbrauch:

Sexueller Missbrauch beinhaltet jede sexuelle Handlung, die nicht auf gegenseitigem Einvernehmen beruht. Dabei gilt sowohl „Nein heißt Nein!“ als auch „Alles, was nicht ‚Ja‘ heißt, heißt Nein“. Das sage ich deshalb, weil gerade in der Weinstein-Affäre oft ein Machtgefälle zugunsten des Missbrauchenden besteht. Da ist man als Missbrauchter in einer Situation, in der man völlig perplex und unter Schock ist, und dann vielleicht nicht so geistesgegenwärtig ist, eindeutig „Nein“ zu sagen. Und auch, wenn man „Ja“ sagt, aber dabei einen eindeutig ironischen Unterton durchscheinen lässt, ist das eigentlich ein „Nein, natürlich nicht, was denkst du denn?“ Beispiel: Louis CK, der allen Ernstes zwei Kolleginnen fragt, ob er ihnen seinen Penis zeigen darf. Und es auf ihr „Hahahaha, Ja, klar“ hin tatsächlich tut. Wobei, da könnte man noch drüber streiten, ob das sexuelle Belästigung oder schon Missbrauch ist …


Da das nun geklärt ist: Was ist denn nun Sexismus gegen Männer? Ein paar Beispiele wie „das starke Geschlecht“ oder „Echte Männer weinen nicht“ habe ich ja schon genannt. Es gibt aber noch mehr sexistische Vorurteile gegen Männer. Das Problem hierbei: sie wurden zum Teil schon so sehr verinnerlicht – von Männern sowie von Frauen -, dass wir gar nicht mehr merken, dass es Vorurteile und keine Wahrheiten sind.

Das Blöde ist aber, der Sexismus gegen Männer und der gegen Frauen hängen miteinander zusammen. Es kann kein „starkes Geschlecht“ geben, wenn es kein „schwaches Geschlecht“ gibt, kein „schönes Geschlecht“, wenn es nicht auch ein „hässliches Geschlecht“ gibt. Solange wir also erwarten, dass Männer die Führung übernehmen, die Entscheidungen treffen, sich um Wirtschaft und Finanzen kümmern, die Familie wirtschaftlich versorgen und diesen ganzen „starkes Geschlecht“-Scheiß bewerkstelligen, können wir nicht erwarten, dass Frauen ebenfalls diese Aufgaben übernehmen. Schließlich muss ja noch jemand den ganzen ruhmlosen, aber notwendigen Kram erledigen, wie Kochen, Waschen, Putzen und Einkaufen gehen. Und Männern können wir das ja wohl schlecht zumuten, wenn sie schon die Welt retten oder zumindest eine erfolgreiche Karriere machen (sprich: Einen Haufen Geld verdienen) sollen.

Aber ironische Überspitzung beiseite, sexistische Vorurteile ziehen sich tatsächlich durch die ganze Gesellschaft und beeinflussen auch unser Selbstbild und unsere Entscheidungen, die wir treffen. Bei Frauen bemüht man sich, das durch Aktionen wie den Girls‘ Day abzumildern, indem man versucht, die Mädchen für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zu begeistern. Ich denke schon, dass das ein bisschen was bringt, dass die Mädchen ermutigt werden, ihren beruflichen Werdegang nicht von Vorurteilen bestimmen zu lassen.

Es gibt zwar parallel dazu einen Boys‘ Day, der Jungs dazu ermutigen soll, soziale Berufe zu ergreifen. Der wird aber längst nicht so sehr gehypt. Außerdem bringt das nichts, wenn Jungs Lust bekommen, als Krankenpfleger oder Erzieher zu arbeiten, wenn diese Berufe gleichzeitig völlig unterbezahlt und nicht angemessen wertgeschätzt werden, sodass sich die Männer der „Vernunft“ halber doch für einen Beruf entscheiden, der sie dazu befähigt, im Fall der Fälle eine Familie wirtschaftlich versorgen zu können.

Warum aber werden soziale Berufe so schlecht bezahlt und so wenig gewertschätzt? Weil das ja meistens Frauen machen, und denen ist (Achtung! sexistisches Vorurteil) Geld ja nicht so wichtig, die machen das ja, weil sie von Natur aus empathisch und altruistisch veranlagt sind. Außerdem können sie ja immer noch den Arzt heiraten, dann müssen sie ja auch nicht mehr arbeiten, wenn sie nicht wollen. Aber Männer? Die können ja wohl schlecht eine Frau heiraten, die wirtschaftlich erfolgreicher sind als sie. Wie stehen sie denn dann da vor den anderen Kerlen? Hoppla, da war ich wohl schon wieder sarkastisch.

Interessant ist, dass Sexismus gegen Männer nicht nur von Frauen ausgeht, sondern vor allem auch von anderen Männern. Meine Vermutung ist, dass der Gruppenzwang unter Männern noch viel stärker ist als bei Frauen. Unter Frauen akzeptieren wir unterschiedliche Neigungen eher, ist so meine Erfahrung. Aber wehe, man entspricht als Vertreterin des „schönen Geschlechts“ nicht den allgemein als akzeptabel anerkannten ästhetischen Idealen. Dann wird gedisst, was das Zeug hält (Ironie). Aber ob die Freundin Mathe studiert oder Chemie oder Germanistik oder eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht hat, das macht für uns keinen Unterschied, wir mögen unsere Freundin so oder so.

Männer dissen sich untereinander zwar weniger wegen Klamotten oder Gewichtszunahme (wobei letzteres durchaus vorkommt, aber das nehmen die sich gegenseitig meistens nicht so krumm, scheint mir), dafür sind aber Statusfragen viel wichtiger. Und das liegt daran, dass ihnen von allen Seiten – Familie, Freunde, Schule, Beruf, Gesellschaft, Politik, Werbung – eingeredet wird, dass für Männer der soziale Status das Wichtigste ist. Wer einen wirtschaftlich erfolgreichen Beruf in einer Führungsposition ausführt, kann sich vor schönen, jungen Frauen, die ihm zu Füßen liegen, gar nicht mehr retten. Dann kann man seiner evolutionären Bestimmung folgen, und seinen kostbaren Samen überall verspritzen, um seine unverzichtbaren Gene möglichst weit zu verbreiten. Und das ist ja schließlich die Aufgabe des Mannes. Verflixt, schon wieder Sarkasmus.

Nun gibt es tatsächlich auch ein paar biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen. So haben Männer beispielsweise mehr Muskelmasse als Frauen. Sie sind also von Natur aus tatsächlich im Durchschnitt körperlich stärker als Frauen. Und die unterschiedliche hormonelle Zusammensetzung macht sicher auch etwas aus. Das Testosteron soll – soweit ich weiß – risikofreudiger, aber auch aggressiver machen. Östrogen soll meines Wissens sensibler machen und bei Frauen kommt es zyklusbedingt oft zu Stimmungsschwankungen. Die sexistischen Vorurteile sind also nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Das Problem liegt in ihrer Verallgemeinerung und in ihrer Ausschließlichkeit. Nur, weil Männer durchschnittlich stärker sind als Frauen, heißt das ja nicht, dass ich als Frau automatisch völlig unsportlich bin. Ich werde nie so stark wie ein Mann sein, das ist klar. Aber ich kann trotzdem Kraftsport machen und an meiner Ausdauer arbeiten und für meine Verhältnisse (!) fit sein. Und das muss ich nicht machen, um irgendeinem Vorurteil zu entsprechen, sondern, weil ich mich selbst dann besser fühle. Im Sportunterricht an der Schule wurde mir eingeredet, ich hätte sportlich nichts drauf. Das hat gedauert, sich von diesem sexistischen Vorurteil zu befreien.

Männern und Jungs wird eingebläut, mehr oder weniger unterschwellig, dass sie keine Gefühle, keine Schwäche zeigen dürfen. Das sei Frauensache. Und vielleicht fällt es uns Frauen tatsächlich leichter, uns empathisch zu verhalten und unsere Eigeninteressen zum Wohle anderer hinten anzustellen. Weiß ich nicht. Aber nur, weil es uns leichter fällt, heißt es nicht, dass Männer das gar nicht können. Und es heißt auch nicht, dass das schlecht ist, weil Männer das nicht so gut können.

Das Ergebnis ist, dass Männer glauben, ihre Gefühle für sich behalten, Probleme selbst und alleine lösen zu müssen, keine Schwäche zeigen zu dürfen. Das ist sehr, sehr anstrengend. Weil das dann zu solchen Situationen führt, dass die Herren der Schöpfung die Zähne nicht auseinander kriegen, wenn ihnen irgendwo der Schuh drückt. Und wenn sie nichts sagen, kann man ihnen auch nicht helfen. Oft fällt es Männern auch schwer, zuzugeben, wenn sie überfordert sind, etwas nicht alleine geregelt kriegen. Das könnte man in den meisten Fällen leicht lösen, indem man andere um Hilfe bittet. Kann ja nicht jeder ein Organisationsgenie sein. Oder auch einfach so mal von seinem Tag erzählen und ein wenig plaudern, das gilt dann auch gleich als unmännlich. Und als Frau redet man sich dann den Mund fusselig. (Selbstverständlich kann man auch das nicht verallgemeinern, ich schildere lediglich eine Tendenz)

Eine Welt ohne sexistische Vorurteile, also das Ideal, wäre ein „Alles kann, nichts muss“. Männer könnten dann auch mal weinen, wenn sie traurig sind, sich Unterstützung holen, wenn sie alleine nicht weiterkommen. Sie könnten einfach offen sagen, wenn sie sich mit etwas unwohl fühlen oder sich irgendwas wünschen, ohne dass man Rätselraten müsste. Sie könnten ihren Beruf ganz frei nach Neigung aussuchen, nicht nach Gehalt. Sie könnten ihren Freunden auch mal sagen, wenn die derben Frotzeleien zu weit gehen und sie verletzen. Ohne gleich befürchten zu müssen, symbolisch kastriert zu werden. Sie müssten es aber auch nicht, wenn sie nicht wollen oder keine Notwendigkeit darin sehen.

Nun wird es sicher Männer geben, die denken, ich will aber gar keine Gefühle zeigen. Da stellt sich die Frage: Wollen sie es wirklich nicht? Oder kommt es ihnen nur komisch vor, weil sie meinen, das wäre unmännlich? In dem Fall hätten sie das sexistische Vorurteil schon so sehr verinnerlicht, dass es zu einem Teil von ihnen geworden ist.

Zugegeben, es erfordert ganz schön viel Mumm, Mut und Stärke, auch mal Schwäche zu zeigen und Gefühle zuzulassen. Schließlich macht einen das verletzlich und angreifbar. Aber es gibt auch etwas zu gewinnen. Und zwar mehr Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung, Ehrlichkeit und eine viel unkompliziertere zwischenmenschliche Kommunikation. Man müsste sich auch nicht mehr quälen, wenn man krank ist, und könnte sich einfach von einem Arzt helfen lassen. Das gilt übrigens auch und vor allem für psychische Krankheiten.

Und wenn dann auch noch die Frauen mitmachen, und sich bemühen, sexistische Vorurteile abzubauen, dann wäre das Flirten und Daten auch nicht mehr so kompliziert. Dann könnte jeder den ersten Schritt machen und den anderen ansprechen. Dann könnte man sich abwechseln mit dem Rechnung bezahlen oder es zahlt halt der, der mehr verdient.

Und, was ist eure Meinung dazu?

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Essai 173: Über Nettigkeit und Schmierigkeit

4. Juni 2017

Anscheinend ist es gar nicht so einfach Nettigkeit und Schmierigkeit auseinander zu halten. Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn man sich in Facebook-Diskussionen zum Thema Flirten einmischt. Da kann man sich wirklich die Finger fusselig tippen und immer wieder betonen, dass derjenige, der den ersten Schritt macht, einfach nur nett sein muss, das glaubt einem keiner. Es dauert in der Regel nicht lange, und irgendwer macht das Fass auf, von wegen: „Frauen stehen eh nur auf Arschlöcher. Wenn man als Mann nett ist, ist man doch gleich unten durch. Nett ist gleichbedeutend mit langweilig.“

Das gibt es zwar auch in der umgekehrten Variante, dass Frauen herumjammern, die guten Männer wären immer alle mit solchen Oberzicken zusammen, allerdings begegnet mir persönlich diese Version nicht so oft. Aber dass Männer, die sich selbst für total nett halten, den einen oder anderen Korb kassieren, und das darauf schieben, dass sie halt zu nett sind, das höre oder lese ich relativ häufig.

Und ich wundere mich darüber. Denn mir ist das noch nie passiert, dass ich eine Abfuhr bekommen hätte, weil ich zu nett war. Ein Arschloch bin ich aber auch nicht. Wenn ich eine Abfuhr bekommen habe, dann, weil der andere einfach nicht wollte. Punkt. Mehr steckt nicht dahinter. In allen anderen Fällen – das bezieht sich übrigens nicht alleine aufs Flirten, sondern grundsätzlich auf zwischenmenschliche Kommunikation – war es stets hilfreich, freundlich, höflich und nett zu bleiben. Sicher, manchmal kriegt man trotzdem ziemlich unfreundliche, arrogante oder aggressive Vorwürfe und Tiraden um die Ohren gehauen. Aber das liegt dann nicht an der Nettigkeit, sondern daran, dass der andere ein ernsthaftes Problem mit seinem Selbstwertgefühl und seiner Impulskontrolle hat.

Woran aber scheitern Flirtversuche, die der Anflirtende als nett empfindet, dann? Ich vermute, dass der Anflirtende in dem Moment nicht nett ist, weil er nett ist. Sondern, dass er nett ist, weil er was von dem anderen will, in der Regel Sex oder wenigstens ein sexy Herumgeplänkel mit späterer Aussicht auf Sex. Und das Objekt des Angeflirtetwerdens merkt, dass die Nettigkeit nicht aufrichtig ist, sondern Mittel zum Zweck. Und das, meine lieben Leserinnen und Leser, ist schmierig. Wer nett tut, weil er damit seine Bedürfnisse dem anderen aufoktroyieren möchte, weil er Nettigkeit als eine Währung begreift, und glaubt, er könnte sich damit die sofortige Erfüllung aller seiner Wünsche kaufen, ist ein Schmierlappen.

Da die Wenigsten Lust haben, mit einem Schmierlappen ins Bett zu gehen, klappen diese Flirtversuche in der Regel nicht. Das liegt nicht daran, dass man nett war, sondern daran, dass die Nettigkeit falsch, aufgesetzt, unehrlich, unauthentisch und berechnend war.

Wer wirklich nett ist, ist immer nett, auch, wenn er nichts von seinen Mitmenschen will. Die Nettigkeit ist dann eine Grundeinstellung, die immer mitschwingt, selbst, wenn man verärgert ist. Trotzdem bemüht man sich dann, in seinem Zorn nicht total unfair zu werden, bei sich zu bleiben und Eigenverantwortung zu übernehmen. Und wenn man sich als aufrichtig netter Mensch dann doch mal im Ton vergreift oder in seiner Wut gemein zu anderen wird, hat man kein Problem damit, sich hinterher – ebenfalls ehrlich und aufrichtig – zu entschuldigen.

Kann man das nicht, ist man nicht wirklich nett. Das ist ja nicht schlimm, es muss ja nicht jeder ein netter Mensch sein. Wobei, ich fände es persönlich sehr viel schöner, wenn es mehr wirklich nette Menschen gäbe, aber das nur so am Rande. Was mich aber nervt, ist, wenn man sich dann so eitel aufplustert, sämtliche Eigenverantwortung über Bord wirft, und sich aufs moralisch hohe Ross schwingt, indem man von sich behauptet, man wäre zu nett, und bekäme deswegen seinen Willen nicht anderen Menschen aufgezwungen.

Das finde ich einfach total widerlich, wenn man sich selbst als feiner Mensch, der nur das Wohl aller anderen im Sinn hat, aufbauscht, obwohl es einem in Wahrheit nur darum geht, immer und überall von jedem jeden Wunsch von den Lippen abgelesen und umgehend erfüllt zu bekommen. Entschuldigung! Wo leben wir denn hier? Im Leben hat man es nun mal eben mit anderen Menschen zu tun, die unterschiedliche Ziele, Wünsche, Bedürfnisse und Persönlichkeiten haben. Da kann ich nicht erwarten, dass sich alle nach mir, meinen Zielen, Wünschen und Bedürfnissen richten. Warum sollten sie das tun, wenn ich nicht dazu bereit bin, das für sie zu tun? Wie Ich-bezogen kann man eigentlich sein?

So. Und wer so dermaßen egomanisch unterwegs ist, mit überzogenen Ansprüchen an seine Umwelt und völlig unrealistischen Erwartungen an seine Mitmenschen, wer sich so dermaßen weigert, für sich Verantwortung zu übernehmen, der. Ist. NICHT. NETT!!! Der ist ein Arschloch. Und nur, weil ein Arschloch sich für unfassbar nett und charmant hält, ändert es nichts an seinem Arschlochtum. Es bekommt eben nur diesen schmierigen, klebrigen Schleim der Unaufrichtigkeit übergezogen.

Ich denke, wenn Frauen auf Arschlöcher stehen beziehungsweise Männer auf Oberzicken, dann liegt das daran, dass sich diese Leute nicht verstellen. Die sind so, wie sie sind, und das kann man mögen oder auch nicht, aber man weiß dann, woran man ist. Genauso weiß man intuitiv bei wirklich netten Menschen, dass sie es ehrlich meinen. Und das funktioniert meines Erachtens auch wunderbar. Es kommt halt nur seltener vor, dass man auf einen wirklich netten Menschen trifft.

Was meint ihr dazu?

Essai 172: Über Frauen, die scheiße sind

21. Mai 2017

Meine geneigte Leserschaft scheint sich sehr für das Thema „Frauen sind scheiße“ zu interessieren. Zumindest trudelt diese Suchanfrage ständig auf meinem Blog ein (WordPress verrät mir ja hin und wieder, mit welchen Suchanfragen Leute auf meinem Blog landen). Ich vermute, dass die Suchenden mit dieser Anfrage auf meinen Text über nervige Single-Männer landen, was ich ziemlich lustig finde, da sie in diesem Essai eher das Gegenteil dessen zu lesen bekommen, was sie vermutlich hören wollen. Aber da das offenbar viele Menschen umtreibt, wie gemein wir Frauen doch alle sind, dachte ich, ich kann dem ja mal einen Essai widmen und der User Intention besser gerecht werden. Oder auch nicht. Mal sehen.

Was könnte wohl einen Menschen dazu bewegen „Frauen sind scheiße“ zu googlen? Ich vermute, es handelt sich dabei überwiegend um Männer, die keinen Erfolg bei Frauen haben. Ein kleiner Teil mag auch Frauen betreffen, die von sich selbst behaupten, sie hätten nur männliche Freunde, weil unter Frauen ja immer gleich automatisch Zickenkrieg ausbricht, sobald sie aufeinander treffen. Wer kennt das nicht.

Diese beiden misogynen Menschenschläge haben dabei vor allem eines gemeinsam: Sie sind nicht schuld. Die anderen sind es.

Denn natürlich kann es nicht an ihrem eigenen Verhalten, ihrer eigenen Einstellung, ihrer eigenen Ausstrahlung liegen, dass sie von Frauen mutmaßlich schlecht behandelt werden. Nein, das liegt daran, dass alle Frauen grundsätzlich scheiße sind. Wir kommen schon scheiße auf die Welt, das liegt an den Hormonen und ist auf den X-Chromosomen so einprogrammiert (deswegen können Männer zum Beispiel auch nur höchstens halbscheiße sein). Und dann werden wir obendrein auch noch zum Scheißesein erzogen, mit diesem ganzen Pink und Lila und Glitzer und Einhörnern, Prinzessinnen und Flauschekatzenbabys. Da muss man ja einen Schaden davontragen. Den meisten von uns wird auch immernoch beigebracht, nett zu sein, zu lächeln, Hilfsbereitschaft zu zeigen und möglichst harmlos und hübsch zu sein, weil wir sonst keinen Mann abbekommen, und das wäre ja schrecklich. Was sollen wir Frauen denn so alleine auf uns gestellt bloß tun? Arbeiten? Hobbys? In Ruhe ein Buch lesen? OMG!!!11!1! Sonst noch was?

Mir wurde als Teenager von einer Seite der Verwandtschaft angemahnt: „Sei nicht immer so ironisch und sarkastisch, sonst kriegst du nie einen Mann.“ Und von anderer Seite hieß es: „Männer mögen kleine Frauen lieber“ (ich bin mit 1,58 m eher klein). Wie es aussieht, hat meine Kleinheit wohl meinen miesen Charakter wieder wettgemacht. Puh. Oder es liegt daran, dass mein Freund und ich humormäßig auf einer Wellenlinie schwimmen. Höhö.

Aber – Ach, weh – nicht jede Frau hat so viel Glück, dass ein Mann des Weges kommt, der über die ihr innewohnende Scheißheit hinwegzublicken vermag. Da sind dann alle Männer zu Tode beleidigt, wenn sich herausstellt, dass manche Frauen gelegentlich ihren eigenen Willen haben, der nicht mit ihrem Willen übereinstimmt. Potzblitz, was fällt ihnen ein? Und ich vermute, erleben Männer häufiger solche Situationen – insbesondere beim Balzverhalten -, und sind sie nicht gerade mit dem Talent zur kritischen Selbstreflexion gesegnet, dann schlussfolgern sie, dass Frauen scheiße sind.

Ähnliches gilt für Frauen, die sich vermeintlich ständig Zickenkriege mit Geschlechtsgenossinnen liefern. Sie haben in Wirklichkeit wahrscheinlich gar nicht so oft mit Stutenbissigkeit zu kämpfen gehabt, aber die entsprechenden Situationen haben sie offenbar geprägt. Sicher kommt es unter Frauen gelegentlich zu Statusstreitereien und ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass die Hierarchie in reinen Frauengruppen keiner so klaren Hackordnung folgt, wie die Hierarchie in reinen Männergruppen. Das kann also Kabbeleien darüber geben, wer das letzte Wort hat und wessen Wort gilt.

Aber das ist doch kein Naturgesetz! Ich finde das zum Beispiel sehr angenehm, wenn die Hackordnung nicht so streng ist, weil ich mich dann nicht künstlich aufzuplustern und Dominanztheater zu spielen brauche, um einen Vorschlag zu machen oder meine Einschätzung kundzutun. Es reicht Fachwissen, Freundlichkeit, Sachlichkeit und sinnvolle Argumentation.

Mein Vorschlag für Frauen, die mit anderen Frauen nicht klarkommen, wäre der Folgende: Überdenkt noch mal euer eigenes Verhalten. Seid ihr wirklich ruhig, sachlich und freundlich geblieben? Habt ihr wirklich gute Argumente vorgebracht? Oder weiß die andere es womöglich tatsächlich besser? Es mag natürlich sein, dass man alles richtig gemacht hat und wird trotzdem angezickt, das ist mir auch schon ein paar Mal passiert. Allerdings sowohl von Frauen als auch von Männern. Aber das liegt in diesem Fall nicht an mir, sondern dann hat die/der andere irgendwelche Probleme mit sich selbst, die mich nichts angehen und für die ich nichts kann. Meistens lassen sich aber auch solche Leute zähmen, wenn man konsequent freundlich, sachlich und respektvoll bleibt, ihre Zickereien nicht persönlich nimmt, und mit Fachwissen überzeugt.

Was die Männer angeht, die dauernd Abfuhren kassieren: Auch das liegt nicht daran, dass Frauen per Definition scheiße sind. Das tut mir leid, euch da enttäuschen zu müssen. Die Wahrheit ist, wenn Frauen jemanden abblitzen lassen, dann, weil sie auf diesen Jemand nicht stehen. Badumm-Tss! So einfach ist das.

Ich hab mal wieder auf Facebook mit Leuten über das Thema diskutiert, und leider sind da viele total uneinsichtig. Einer meinte, er sei so erzogen worden, dass Frauen unerwünschtes Ansprechen als Vergewaltigung betrachten, deswegen spreche er keine Frauen an. Das sind dann so Leute, die sich irgendwann mal eine bestimmte Meinung gebildet haben, und sich dann für total integer, willensstark und großartig halten, wenn sie wider alle Logik auf dieser bescheuerten Meinung beharren.

Was ich nicht verstehe: Wenn Frauen tatsächlich so scheiße sind, warum sind die Männer dann so sauer, wenn Frauen sie abblitzen lassen? Die können doch froh sein, dass ihnen so ein scheißiges Wesen erspart blieb. Logischerweise dürften sie die Frauen auch gar nicht erst angraben, wenn sie sie so kacke finden. Und wenn ihnen jemand sagt, dass womöglich ihre Balzstrategie verbesserungswürdig ist, sind sie so tief gekränkt und rechtschaffen empört, als hätte man ihre Männlichkeit als solche angezweifelt.

Sie scheinen nicht zu begreifen, dass es einen Unterschied macht, wie ich mich einer fremden Person nähere. Ich kann zu jemandem hingehen, freundlich und unaufdringlich „Hallo“ sagen, höflich fragen, ob ich mich setzen kann, und schauen, was passiert. Stimmt die Chemie einigermaßen, entsteht zumindest ein nettes Gespräch.

Rücke ich aber einer fremden Person – eventuell sogar im angetrunkenen Zustand – nah auf die Pelle, raune ihr einen Standardspruch à la „Hat es wehgetan, als du vom Himmel gefallen bist/Du hast so schöne Augen/Darf ich dir einen Drink spendieren“ ungebeten ins Ohr, und versuche auf Tuchfühlung zu gehen oder mich ungefragt neben sie zu setzen, dann stößt das nun mal eben bei den Wenigsten auf Gegenliebe. Und dann ist eine Abfuhr sehr wahrscheinlich. Wenn diese Abfuhr ein „Nein, Danke“ ist, dann hat man sogar noch Glück gehabt. Dann hat man den Korb nicht gekriegt, weil alle Frauen scheiße sind, sondern, weil man sich selbst wie der allerletzte Arsch aufgeführt hat.

Also: Bevor man pauschal eine bestimmte Menschengruppe als scheiße abstempelt, weil man ein paar unangenehme Erlebnisse mit Vertretern dieser Gruppe hatte, sollte man sein eigenes Verhalten überdenken – und eventuell ändern. Das gilt nicht nur für Leute, die behaupten, Frauen wären scheiße, sondern auch für alle, die Männer prinzipiell scheiße finden, oder Ausländer, oder sonstwas. Außer Nazis. Die sind wirklich scheiße. Aber die sind ja auch nicht von Geburt an so, sondern haben sich dazu entschieden, hasserfüllte Riesenarschlöcher zu sein, und können sich wieder umentscheiden.

Essai 167: Über Männer, die Frauen Technikgedöns erklären

5. November 2016

Bei Paaren, die schon längere Zeit zusammen sind, lässt sich häufig ein amüsantes Schauspiel beobachten, wenn es um den Kauf, die Inbetriebnahme oder den Gebrauch eines technischen Geräts geht. Oft ist es ja so, dass Männer sich vor Begeisterung über dieses Gerät gar nicht mehr einkriegen und ganz fasziniert von den vielen Möglichkeiten sind, die dieses Ding ihnen bietet. Die Frau indes will einfach nur, dass das Ding funktioniert und der Rest ist ihr vollkommen wurscht. Gut, die Rollen mögen auch bei anderen Beziehungen vertauscht sein und es mag auch Paare geben, wo beide ähnlich in Bezug auf Technikgedöns ticken. Aber zumindest bei den Pärchen in meinem Umfeld sowie meinem Freund und meiner Wenigkeit ist das so.

Zum Beispiel bin ich vor rund zwei Monaten endlich eingeknickt, und habe mir so ein neumodisches Smartphone gekauft. Mein olles, 14 Jahre altes Siemenshandy hat zwar noch einigermaßen funktioniert (ich hasse es ohnehin, zu telefonieren, erst recht, wenn ich unterwegs bin – da will ich lieber lesen und zwar ein echtes Buch aus Papier), aber heutzutage kann man halt viele Services nur mit Smartphone nutzen, also konnte ich mich nicht länger davor drücken. Inzwischen habe ich mich darin ganz gut eingefuchst und weiß die Vorzüge durchaus zu schätzen – etwa, dass ich keine Kinokarten auf Papier mehr brauche, ich gebe zu, das ist praktisch.

Jedenfalls war dieser Anschaffung eine kleine Diskussion vorausgegangen, weil ich gern ein Telefon mit Tasten gehabt hätte. Ich mag keine Touchscreens, da fehlt einfach der haptische Vorgang, auf einen Knopf zu drücken, damit was passiert. Stattdessen schmier ich da mit meinen Wurstfingern das schöne Display voll und dann sehe ich die ganze Zeit, wie dreckig das ist, obwohl ich das gar nicht wissen möchte. Eklig.

Mein Freund fand es sehr albern von mir, dass ich unbedingt Tasten wollte und argumentierte: „Tja, wenn du unbedingt eins mit Tasten willst, kann ich dir aber hinterher nicht helfen“, woraufhin sich mein inneres Kleinkind zu Wort meldete und trotzig zickte: „Ja, aber vielleicht komme ich ja auch alleine mit dem Ding klar, wenn es Tasten hat!“ Woraufhin mein Freund nur milde lächelte, ein angedeutetes Augenrollen nicht ganz verbergen konnte und spöttisch meinte: „Tja, wie du willst. Aber nicht, dass du dich hinterher beschwerst.“ Darauf ich: „Mimimi! Werde ich auch nicht!“ Kann sein, dass ich ihm auch die Zunge rausgestreckt habe, das weiß ich nicht mehr so genau. Auf jeden Fall war das Thema damit erstmal erledigt.

Dann kam mein Entschluss, jetzt doch ein Smartphone zu kaufen, und wir gingen in den Handyladen. Ich glaube, es gibt kein langweiligeres Geschäft als einen Handyladen. Überall nur Smartphones, Tablets, Zubehör für den ganzen Schnickschnack und keine Bücher. Bäh. Allein bei dem Gedanken an Handyläden werde ich schon ganz schläfrigggggggggggggg…………

Oh. Hoppla. Entschuldigung. Ich war kurz über der Tastatur eingenickt. Also wir standen in diesem unfassbar öden Geschäft, der Anblick all dieser unterschiedlichen Telefone war erdrückend und trostlos … und bevor ich mitten im Laden im Stehen einschlief, beschloss ich, doch auf meinen Freund (überzeugter Apple-Fan) zu hören und mir so ein blödes Schnösel-iPhone zu holen. Damit ich mir nicht allzusehr wie ein Modeopfer vorkam, habe ich mich dann aber für ein älteres Modell entschieden.

Die Mitarbeiter waren alle sehr freundlich, wobei ich finde diese professionell erlernte Freundlichkeit immer etwas frostig und unauthentisch. Immerhin konnte ich die jungen Leute mit meiner alten Sim-Karte schockieren. Der Mitarbeiter, der sich um die Grundeinrichtung des Telefons kümmert, meinte: „So, jetzt können wir die Sim-Karte hier reinstecken“, woraufhin ich sagte: „Hm. Die Karte ist glaube ich zu groß.“ Mein Freund und der junge Mann dann so: „Ach was, das kann man zuschneiden“ und ich war skeptisch. Dann sahen sie meine Sim-Karte und beide: „Oh! SO alt ist die … Ja, dann muss wohl doch eine neue her!“

Ich hatte gehofft, ich brauche das blöde Ding nur einzuschalten und der Rest erklärt sich von selbst. Ich musste dann aber feststellen, dass es doch nicht ganz so einfach war. Nun ist es aber so, dass ich das Lesen von Bedienungsanleitungen mindestens so langweilig wie den Besuch eines Handyladens finde, und die Funktionen eines Technikdings lieber eigenständig erkunde. Das ging leider nicht, und dann war es doch gut, dass mein Freund mir das ein bisschen weiter einrichten und erklären konnte.

Was mich dann aber nervt, ist dieser Tonfall, mit dem solche Erklärungen oft einhergehen. Als wäre ich ein bisschen doof oder so. „Guck mal und hier kannst du dann das und das machen, und wenn du das und das willst, dann musst du hier klicken“, schön langsam und betont, um unendliche Geduld mit dem begriffstutzigen Gegenüber (nämlich mir) bemüht. Und dann geht auch manchmal ihre Begeisterung mit den Männern durch, und dann erklären die einem auch noch so Zeug, was man in dem Moment gar nicht gebrauchen kann, in einer Ausführlichkeit, die gar nicht nötig ist. Ich sag schon Bescheid, wenn ich was Konkretes wissen will. Und wenn ich wissen will, wie ich ein Spiegelei brate, interessiert es mich nicht, wie aus Dinosauriern Vögel und schließlich Hühner wurden, die Eier legen. Wenn ich wissen will, wie ich eine bestimmte App installiere, muss ich nicht noch erfahren, welche Apps es sonst noch alles gibt, wie die funktionieren und so weiter.

Ganz besonders langweilig wird es, wenn die Männer einem dann auf eine konkrete Anfrage hin, etwa: „Der will, dass ich hier ein Update installiere, muss das sein?“ einem das Gerät aus der Hand nehmen, „nur kurz was gucken“ und dann komplett darin versinken, irgendwas daran herumtüddeln und man sitzt da, und weiß immer noch nicht, ob man dieses dämliche Update jetzt braucht oder nicht. Fragt man dann nach einer halben Stunde nach, was der andere da eigentlich mache, heißt es dann: „Ich schau nur mal eben“ und dann dauert das noch mal so lange.

Bei meinen Eltern ist das übrigens genau dasselbe Spielchen. Meine Mutter hätte zum Beispiel einfach gern einen ganz normalen Fernseher gehabt, den man einschaltet und dann läuft er. Mein Vater aber liebt technische Spielereien über alles und hat da ins Wohnzimmer ein – damals hochmodernes – Multimedia-Surround-Sound-Anlagenmonstrum in die Ecke gepackt. Wenn man fernsehen will, muss man erstmal den Strom einschalten – im Standby-Modus frisst das Monstrum nämlich Unmengen Strom – dann muss man den Verstärker anschalten, den Receiver (oder was auch immer) und den Computer, ach so, und den Bildschirm natürlich auch. Dann hofft man, dass man die Reihenfolge richtig getroffen hat, weil sonst alles durcheinander kommt, und wartet 10 Minuten, bis die Kiste endlich hochgefahren ist. Dann muss man die Fernsehsoftware anklicken und hoffen, dass die nicht ein Update verlangt, das dann wieder den ganzen Rechner lahmlegt. Hat man Glück, funktioniert das Fernsehprogramm und man kann endlich in Ruhe fernsehen.

Wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin, fragt mich meine Mutter dann, ob ich ihr den Fernseher einschalten kann. Mein Vater neigt nämlich dazu, „nur kurz was gucken“ zu wollen, wenn das Monstrum endlich läuft, und dann klickt und sucht er da fröhlich herum, kein Mensch weiß, was er vorhat, und man kann das mit dem Fernsehgucken erstmal knicken. Zum Glück gibt’s immer reichlich Bücher griffbereit, lesen kann man auch als vollendeter Techniktrottel. Überhaupt fragt meine Mama lieber mich, wenn sie etwas Technisches erklärt haben möchte, wie man Skype installiert oder einen E-Mail-Anhang verschickt. Das kriege ich zum Glück hin 🙂

Ich find’s aber irgendwie liebenswert und süß, wie sich Männer so für Technikgedöns begeistern können. Es wäre aber schön, wenn man nicht mit einem ewiglangen Vortrag oder stundenlangem Nur-kurz-was-Gucken rechnen müsste, wenn man ein klitzekleines Miniproblemchen hat. Andererseits, es macht den Jungs solchen Spaß, uns die Technikwelt zu erklären, da kann man sich auch in Geduld üben und sie machen lassen. 😛

Und, wie ist das bei euch? Gibt es Technikfreaks und -trottel bei euch in der Familie oder unter euren nicht blutsverwandten Lieblingsmenschen? Und zu welcher Sorte gehört ihr?

Essai 161: Über rationale und emotionale Argumente

24. Juli 2016

Eigentlich bin ich friedfertig und habe gern meine Ruhe, aber manchmal kann ich einem gepflegten geistigen Duell einfach nicht widerstehen. Neulich zum Beispiel habe ich mich mal wieder mit einem Kerl auf Facebook gestritten (Spoiler: Ich habe gewonnen 😛 ). Es ging um einen Comic von Erzählmirnix, wo ein Mann einer Frau erklärt, dass der Unterschied zwischen Männern und Frauen darin bestünde, dass Männer rational argumentieren und Frauen mit Gefühlen. Die Frau sagt daraufhin: „Das stimmt nicht“ und der Mann konstatiert: „Siehst du, da haben wir wieder den Beweis: Ich stelle ganz rational Tatsachen fest und du als Frau weigerst dich, die Realität zu akzeptieren und argumentierst damit, was du lieber hättest.“ Da ich diesen Quatsch auch schon des Öfteren gehört habe, habe ich das natürlich kommentiert. Beim Scrollen durch die Kommentare fiel mir dann ein Beitrag auf, wo besagter Kerl spekulierte: „Ich meine mich zu erinnern, dass es mal eine psychologische Studie mit diesem Ergebnis gab 😉 Die mag natürlich falsch sein, aber wissenschaftlich gilt eine These bekanntermaßen, bis sie widerlegt wurde ^^“ Und da wollte ich ganz gern wissen, was es mit dieser Studie auf sich hat. Zunächst aber erzählte ich eine Anekdote, in der ich Parallelen zu seiner Argumentation sah. Ein Freund von mir, der sich ebenso gern geistig duelliert wie ich, hat mir mal von einer Studie berichtet, die beweisen soll, dass Frauen grausamer seien als Männer. In einem Versuch, wo die Probanden jemandem Stromstöße verpassen sollten, hätten die Frauen häufiger aufs Knöpfchen gedrückt als die Männer. Da wollte ich dann gern mehr Details zur Studie wissen: Wer hat sie wann unter welchen Bedingungen mit wie vielen Menschen durchgeführt? Wo kann man sie finden und das nachlesen? Wie war die Ausgangsthese und könnte es sein, dass Vorurteile eine Rolle gespielt haben? Antworten gab es keine.

Ursprünglich hatte ich diese Geschichte eigentlich nur erzählt, weil ich es amüsant fand, dass man eine Studie anbringt, um seine Argumentation scheinbar rational zu untermauern und tüchtig Eindruck zu schinden, bei näherem Nachfragen stellt sich dann jedoch heraus, dass man da irgendwie mal von irgendwas gehört hat, und eigentlich nichts Genaues weiß. Und das von Männern, die den Eindruck erwecken, sie argumentierten rational. Wobei implizit angenommen wird, dass rationale Argumente immer besser wären als emotionale Argumente. Da der feine Herr sich weigerte, mir den Link zur Studie zu schicken, sich in Widersprüchen verhedderte und lustigerweise ins Emotionale abdriftete und anfing, mich zu beleidigen, schlug ich einen Kompromiss vor: Männer und Frauen argumentieren beide emotional und rational, was davon jeweils überwiegt, hängt von der Persönlichkeit, Temperament, Situation, Kontext, persönlichem Hintergrund, Tagesform und Thema ab, weniger vom Geschlecht. Wenn es vom Geschlecht abhängt, ist es wahrscheinlich zum großen Teil der Erziehung geschuldet, die nach wie vor Männern „untersagt“ Gefühle zu zeigen und Frauen einredet, sie würden Schwierigkeiten haben, einen heiratstauglichen Göttergatten zu finden, wenn sie zu viele rational untermauerte Widerworte gäben. Da meinte er, das sei falsch, und überhaupt, er wisse doch auch nichts von der Studie, hätte nur gefragt, ob es eine solche nicht gäbe, sie sei ihm überdies völlig egal und außerdem hätten beide Personen im Comic unrecht. Da brachte ich den Einwand, dass nicht beide unrecht haben können, da Person A sagt „XY ist Fakt“ und Person B sagt „Das stimmt nicht“. Etwas kann ja nicht gleichzeitig Fakt und nicht Fakt sein. Ich meine, daraufhin wurde er wieder ausfallend … Jedenfalls, irgendwann war mir das dann auch zu blöd, da schlug ich ihm vor, wir könnten uns einfach einigen, dass ich das geistige Duell gewonnen hätte, woraufhin er mich als dumm und asozial beschimpfte. Höhöhö, ist mal eine nette Abwechslung, sonst kriege ich eher vorgeworfen, ich wäre ein Klugscheißer, Streber und zu nett (wobei wir ja alle wissen, wessen kleine Schwester das Wort „nett“ ist). 😀

So viel zur Vorgeschichte, weshalb es mich in den Fingern gejuckt hat, diesen Essai zu schreiben. Der Blödmann wollte nämlich partout nicht zugeben, dass er Schwachsinn verzapft und selbst keine Ahnung hatte, wovon er denn da redet, und … nun ja, der Vorwurf mit dem Klugscheißer ist wohl berechtigt. Selbst, wenn ich weiß, dass ich recht habe, höre ich es doch ganz gern, da fühle ich mich gebauchpinselt. Wir haben alle unsere kleinen Eitelkeiten *hüstel* Nachdem das geklärt ist, möchte ich gern wissen, was denn nun eigentlich genau rationale Argumente im Gegensatz zu emotionalen Argumenten sein sollen. Denn meiner Ansicht nach kann man gar nicht umhin, dass sich immer persönliche, emotionale Motive unbewusst in unsere Aussagen mogeln. Das merken wir in dem Moment nicht unbedingt, wenn es nur ganz subtile, leise emotionale Töne sind, aber da sind sie trotzdem. Man könnte höchstens sagen, dass in wissenschaftlichen Arbeiten, Studien und bei seriöser Berichterstattung im Journalismus sowie vor Gericht versucht wird, seine Emotionen weitestgehend in den Hintergrund zu schieben und sich auf die bloße Nennung der Fakten zu beschränken. Im Schriftlichen gelingt das sogar noch einigermaßen, aber sobald man etwas ausspricht, verraten Stimme, Tonfall, Betonung und Körpersprache etwas von der inneren Haltung. Aber sagen wir, dass in diesen Bereichen die rationalen Argumente überwiegen, so gut sie es eben können.

Sind emotionale Argumente denn im Gegenzug immer schlecht? Klar, wenn es um Wissenschaft, Recht und Berichterstattung geht, kann man nicht einfach schreiben oder sagen: „Ach, also ich habe das Gefühl, der Angeklagte ist ein dummes Stück Dreck, deswegen ist er meinem Empfinden nach definitiv schuldig.“ Eine gerechte Verhandlung wäre dann nicht mehr möglich. Aber angenommen, es geht nicht um Fakten und Taten, sondern um Befindlichkeiten, Meinungen und persönliche Vorlieben. Kann man da überhaupt rational argumentieren und wenn ja, ist das sinnvoll? Es entstehen dauernd Missverständnisse in zwischenmenschlichen Beziehungen, weil jeder einen unterschiedlichen Hintergrund, eigene Wahrnehmung und Perspektive, Gewohnheiten, Kenntnisse, Erziehung und so weiter hat. Wenn man dann seine persönlichen Ansichten als Fakten darstellt, kann man den Konflikt niemals klären. Weil dann beide auf ihrem Standpunkt verharren und diesen verteidigen, denn für beide erscheint der eigene Standpunkt als Wahrheit. Da ist es doch besser, man argumentiert ehrlich mit seinen Gefühlen, steht dazu, dass es Befindlichkeiten und keine Fakten sind und versucht, die Gefühle des anderen nachzuvollziehen oder zumindest zu akzeptieren.

Von daher finde ich, dass sowohl emotionale als auch rationale Argumente ihre Daseinsberechtigung haben und es das Beste ist, wenn man beides beherrscht und je nach Situation, Kontext und Diskussionspartner mal mehr in die eine oder andere Richtung tendiert. Das ist natürlich der Idealzustand, im wirklichen Leben platzt einem dann doch mal der Kragen und man schaltet auf stur und vergisst, dass die eigenen Gefühle keine Fakten sind. Das ist einfach menschlich, aber weder explizit männlich noch ausschließlich weiblich. Meiner Meinung nach könnten wir trotzdem ruhig mal etwas netter und nachgiebiger miteinander umgehen. Und uns vielleicht auch mal fragen, ob unsere Behauptungen wirklich eindeutig belegbar sind, oder eher als Überzeugung getarnte Meinungen und Befindlichkeiten sind. In diesem Sinne: Wer das nächste Mal als rationales Argument eine Studie aufs Tapet bringt, sollte vorher noch mal den Link zur Originalquelle heraussuchen – oder lieber schweigen.

Essai 147: Über Frauen, die angeblich nichts können

26. Juli 2015

Eine Sache, die an uns Mädels echt nervig ist, ist unser überwiegend miserables Selbstwertgefühl. Irgendwie scheinen sich viele Frauen als schlechter und unfähiger einzuschätzen, als sie tatsächlich sind. Zumindest erlebe ich es immer wieder, dass meine Geschlechtsgenossinnen Dinge sagen wie: „Das kann ich nicht“, „Das ist nicht meine Stärke“, „Das Kleid? Ach, das ist doch schon uralt!“ und so weiter. Warum fällt es uns so schwer, uns einfach mal hinzustellen und zu sagen: Das bin ich. Das kann ich. Und wenn dir das nicht passt, dann ist das dein Problem! Bäm! Towabanga!

Ist uns das obsessive Tiefstapeln angeboren, anerzogen oder durch die Gesellschaft verbockt? Oder sind wir einfach selber Schuld, weil wir uns das irgendwann einmal angewöhnt haben und keine Lust haben, uns die Arbeit zu machen, es uns wieder abzugewöhnen? Vermutlich ist es eine Mischung aus allem. Auf jeden Fall ist das reichlich anstrengend, wenn man einmal angefangen hat, darauf zu achten. Eine Freundin von mir machte mich neulich darauf aufmerksam und erzählte mir eine Geschichte (eine wahre noch dazu): Vor ein paar Jahren traf sie auf dem Weg vom Einkaufen einen Nachbarn und kam mit ihm ins Gespräch. Sie unterhielten sich über alles Mögliche, doch zum Schluss wurde der Nachbar nachdenklich und sagte zu ihr: „Sag mal, ich hab jetzt von dir nur erfahren, was du angeblich alles nicht kannst. Gibt es auch etwas, wo du gut drin bist?“ Meine Freundin war sprachlos. Es war ihr überhaupt nicht bewusst gewesen, dass sie ihr Licht so konsequent unter den Scheffel gestellt hatte. Bis sie mir das erzählt hat, war mir das auch nicht so schlimm erschienen, dass ich immer in den buntesten Details meine vermeintliche allumfassende Unzulänglichkeit darlege und über meine Talente oder Begabungen gar nicht spreche.

Seltsam, mir ist das auch irgendwie total unangenehm, mit meinem Können hausieren zu gehen. Ich denke dann, das ist doch Angeberei, das tut man nicht. Oder vielmehr „frau“ tut das nicht, bei Männern ist das merkwürdigerweise weniger verpönt, wenn die sich in aller Öffentlichkeit großartig finden. Manche übertreiben es dann auch gern einmal und dann schäme ich mich ein bisschen fremd. Aber manchmal kann ich nicht umhin, das zu bewundern und mich darüber zu ärgern, dass ich nicht so locker und entspannt sagen kann, dass ich eigentlich im Großen und Ganzen schon in Ordnung bin so wie ich bin. Und was nicht so toll ist, müsste ich ja eigentlich nicht allen unter die Nase reiben, sondern könnte daran stillschweigend arbeiten. Oder könnte mir bei manchen Untalenten auch sagen, Scheiß drauf, man muss ja nicht alles können.

Stattdessen hat sich in mir die Überzeugung festgebissen, das, was ich kann, interessiere niemanden so wirklich. Das kann ich halt. Sieht ja eigentlich auch jeder, ohne dass ich das extra betonen muss, oder? Während ich bei den Dingen, die ich nicht gut kann, eher Gesprächsbedarf empfinde, weil das dann ja Probleme respektive Herausforderungen sind, die man gern lösen möchte. Oder auch nicht, bei besonders hoffnungslosen Nichtbegabungen will man vielleicht auch einfach nur darüber reden, um zu sagen: Seht her, ich bin nicht perfekt, ich bin ein menschliches Wesen, das niemandem etwas zuleide tut und geliebt werden will! Vielleicht will man als Frau mit dem Tiefstapeln sozusagen die weiße Fahne schwenken und signalisieren, dass man in Frieden kommt und keinen Konkurrenzkampf aka Stutenbissigkeit vom Zaun brechen will. Bei Männern hingegen ist Konkurrenzkampf und Wetteifern eher positiv behaftet. Niemand würde das als Zickenkrieg bezeichnen, wenn zwei Männer sich gegenseitig erzählen, wie unfassbar phänomenal sie sind. Bei Frauen schon. Deswegen versuchen wir uns gegenseitig mit unserem Unvermögen zu unterbieten, damit uns alle lieb haben.

Auf der anderen Seite finde ich es dann auch wieder ganz nett und witzig, wenn Menschen mit einer von sokratischer Ironie geprägten Haltung durchs Leben flanieren und wissen, dass sie nichts wissen. Es gibt da ja schon auch Nuancen. Wenn man ab und zu mit einem Lächeln zu seinen eigenen Schwächen steht, die man nicht ändern kann, anstatt immer nur zu erzählen, wie fantastisch man ist, macht einen das ja auch menschlich. Aber wenn man ständig jammert, man könne dies nicht und das nicht und nicht eine Sekunde darüber nachdenkt, ob das überhaupt in dem Ausmaß stimmt, dann ist das anstrengend. Man entwickelt sich nämlich auch weiter, und manchmal kommt die Selbstwahrnehmung nicht so schnell hinterher und dann denkt man, man sei immer noch genauso doof wie vor zehn Jahren, obwohl man längst Fortschritte gemacht hat. Da ist das dann ganz gut, wenn man nette Freunde hat, die einem ab und zu mal den Kopf zurecht rücken.

Letztens war ich beim Friseur und hatte ein Foto von meinem Wunschhaarschnitt dabei. Die Friseurin guckt sich das Bild an, völlig entgeistert und klagt: „Ja, aber das ist ja gestylt. Das kann ich so nicht schneiden.“ Ich: „Das ist schon klar, ich meine ja auch die Länge. An den Seiten und am Hinterkopf schön kurz, oben etwas länger, wie auf dem Foto.“ Friseurin: „Hmmmm, aber das ist ja gestylt, ich weiß nicht, das geht nicht, ich kann das so nicht schneiden, ich trau mich nicht, bla.“ (An dieser Stelle war ich kurz davor zu gehen, zu lange Haare hin oder her) Dann kam eine Kollegin dazu und fragte: „Kannst du mit dem Messer schneiden?“ Friseurin: „Nee, das habe ich ja noch nie gemacht.“ (Vielleicht war sie gar nicht Friseurin?) Kollegin (seufzt): „OK, lass, ich mach.“ Zack! So geht das!

Ich finde, wir können ruhig häufiger mal dazu stehen, wenn wir etwas können. Schließlich können Ausbildung und/oder Lebenserfahrung nicht komplett spurlos an uns vorübergegangen sein, oder? Irgendetwas wird schon hängengeblieben sein und wenn nicht: Es ist nie zu spät, sein Leben zu ändern und an dem zu arbeiten, was wir gern anders hätten. Und Komplimente dürfen wir auch ruhig einfach mal ohne Gedöns annehmen und uns darüber freuen. Jemand findet das Kleid schön, das man trägt? Ein Lächeln und ein Danke reichen als Antwort! Kein „Ach, das olle Ding?“ oder „Oh, das gab es im Angebot, so ein NoName-Teil, nichts Besonderes“ oder was auch immer.

Essai 143: Über Feminismus

16. Juni 2015

Was ist eigentlich Feminismus? Macht es mich bereits zur Feministin, wenn ich für Gleichberechtigung eintrete, mich über Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern ereifere und auf Missstände hinweise? Offenbar ja, glaubt man zumindest einem Herrn, der mich in einem Facebook-Forum entschlossen als „misandristische Emanze“ bezeichnet hatte. Zuvor hatte ich einen meiner Flirtratgeber in dem Forum geteilt. Als ich daraufhin meinte, ich würde doch nur nervige Singlemänner und nicht alle Singlemänner und erst recht nicht alle Männer mit meiner Kritik meinen, knallte er mir noch einen meiner Texte vor die Füße. Bin ich denn automatisch eine männerfeindliche Arschlochfrau, wenn ich gewisse Verhaltensweisen, die mir bei Männern häufiger aufgefallen sind als bei Frauen, kritisiere?

Meine (logischen und stichhaltigen) Gegenargumente ließ der Herr dann mit einem Nazivergleich abprallen. Analog zu dem Klassiker der Sprüche, die Nazis gern sagen („Ich bin kein Nazi, aber …“), unterstellte er mir dann, ich würde ja im Prinzip auch sagen „Ich habe nichts gegen Männer, aber …“. Ja, das war natürlich ganz raffiniert von dem Kerl, schließlich konnte ich danach sagen, was ich wollte, um meinen Standpunkt ins richtige Licht zu rücken, jedes Argument stand danach als Ausrede da. Ärgerlich.

Jedenfalls, Tatsache ist, der Typ lag falsch. Man kann für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sein, kann dafür sein, dass sich alle sämtliche Pflichten und Rechte teilen, ohne gleich in Hass und irrationale Aggressionen auszubrechen. Als Feministin will man vor allem die Rechte der Frauen stärken und ist bereit, auch alle Pflichten zu übernehmen, die damit verbunden sind. Aber deswegen will man doch den Herren der Schöpfung nichts wegnehmen! Wenn man zum Beispiel eine Frauenquote verlangt, dann geht es doch nicht darum, Männerrechte zu beschneiden, sondern darum, Frauenrechte zu stärken. Auf dem Papier sind wir alle gleichberechtigt, aber in der Realität noch lange nicht. Das ist doch ganz ähnlich wie mit der Ehe für alle: Wenn Homosexuelle heiraten dürfen, ändert sich für Heterosexuelle überhaupt gar nichts. Sie dürfen sogar weiterhin ihre rückständigen, unlogischen und unvernünftigen Ansichten behalten, nicht einmal das müssen sie ändern. Aber für Homosexuelle ändert sich, dass sie genauso behandelt werden wie alle anderen.

Und so ist das auch, wenn Frauen wirklich (!) voll und ganz gleichberechtigt sind. Männern wird nichts weggenommen (außer vielleicht, dass es für einen Posten in den oberen Chefetagen keinen Pluspunkt mehr darstellt, zufällig mit Penis ausgestattet zu sein), aber den Frauen wird etwas mehr Gerechtigkeit zuteil.

Dabei geht es darum, wie die Aufgaben innerhalb der Familie verteilt werden, wie viel Gehalt man für eine bestimmte Tätigkeit bekommt, welchen Schwierigkeiten man beim Erklimmen der Karriereleiter begegnet oder auch nicht, wessen Meinung eher gehört und respektiert wird. Gut, dass Frauen die Kinder bekommen, ist eine biologische Tatsache, die sich nicht ändern lässt. Aber muss man es ihnen darüber hinaus so schwer machen? Warum zahlt man Erzieherinnen und Erziehern, Kita-Mitarbeitern, Tagesmüttern, etc. nicht ein besseres, ein wirklich angemessenes Gehalt? Kein Wunder, dass sie streiken! Vollkommen zu Recht! Erstens sind wir auf solche Menschen angewiesen, die sich anständig um den Nachwuchs kümmern, damit wir möglichst schnell wieder ins Berufsleben einsteigen können. Zweitens würden sich auch automatisch mehr Männer für den Beruf interessieren, wenn er hoch genug bezahlt würde.

Außerdem brauchen wir generell eine höhere Wertschätzung für die Arbeit im Haushalt. Da sind es nach wie vor überwiegend die Frauen, die den meisten Nervkram zuhause erledigen, ohne ständig herumzujammern und ohne dafür auch nur ein „Danke“ oder einen feuchten Händedruck zu bekommen. Was wäre zum Beispiel, wenn die Arbeit im Haushalt ebenfalls angemessen bezahlt würde? Ich meine jetzt kein absolut lächerliches Betreuungsgeld, sondern ein echtes Gehalt? Dann würden sicher auch mehr Männer häufiger den Wischmopp schwingen. Anerkennung und Respekt sind in unserer Gesellschaft leider vor allem mit Geld verknüpft, nicht mit der Erledigung notwendiger Tätigkeiten.

Das sind alles Fragen und Vorschläge, mit denen sich Feminismus tatsächlich beschäftigen sollte. Stattdessen wird Feminismus immer wieder lächerlich gemacht, indem auf alberne Nebenschauplätze verwiesen wird. Zum Beispiel vor ein paar Monaten, als ein paar BewohnerInnen des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg einen Zehn-Punkte-Plan gegen frauendiskriminierende Werbung verfassten. Jan Fleischhauer hatte in seiner Spiegel-Kolumne darüber berichtet. Grundlos glückliche Frauen sollten aus der Werbung verbannt werden, ebenso sinnlos lächelnde oder übertrieben hübsche Frauen. Selbstverständlich ist Werbung auch frauendiskriminierend, weil Werbung mit Klischees arbeitet. Aber in der Werbung werden immerhin alle gleichermaßen diskriminiert und als Stereotypen dargestellt, egal ob Männer, Frauen, Kinder oder Tiere. Zu sagen, nur Frauen sollten einigermaßen realistisch dargestellt werden (wobei ich persönlich ja häufiger mal auch grundlos fröhlich bin, auf diese Weise lässt sich der Mist der Welt einfacher ertragen), ist wiederum diskriminierend für Männer, Kinder und Tiere.

Entweder, man verzichtet generell bei Werbung auf Klischees, wobei ich nicht weiß, wie das gehen soll, schließlich will man ja in kurzer Zeit sein Zeug möglichst effektiv verkaufen, was nun mal eben mit Klischees am besten geht. Oder man akzeptiert, dass Klischees zur Werbung dazugehören und nimmt das nicht so ernst. Es weiß doch jeder, dass Zahnarztfrauen nicht zwingend weißere Zähne haben als andere Leute. Es weiß auch jeder, dass Schokoriegel auch mit Extraportion Milch eine Süßigkeit bleiben und kein gesundes Lebensmittel, das täglich auf den Speiseplan gehört, sonst wird man krank.

Was mich ebenfalls nervt, ist, wenn man Feminismus rein auf optische Aspekte beschränkt. Da regen sich dann Leute auf, weil die Frauen in der Werbung als „zu schön“ dargestellt werden. Dabei wären doch alle Frauen wunderschön, ganz gleich, welche Körperform und wie viel Übergewicht sie haben. Es geht doch bei Feminismus nicht um Schönheit! Es geht um Rechte, um Respekt, um Anerkennung! Es sollte egal sein, wie jemand aussieht. Bei Männern ist das auch egal, auch wenn sie in der Werbung meistens fit und attraktiv aussehen, um Karriere zu machen, können sie auch adipös sein, das macht nichts. Bei Frauen macht es was. Und das ist nicht gerecht.

Essai 140: Über klare Ansagen

19. April 2015

Neulich las ich einen von diesen Beziehungsratgebern, die einem weismachen wollen, Männer bräuchten klare Ansagen. Frauen würden sich halt immer so undeutlich ausdrücken und deswegen seien sie selber Schuld, dass ihre Partner nicht im Haushalt helfen. Diesen ausgemachten Unfug konnte ich so natürlich nicht stehen lassen. Allerdings ist mein Facebook-Kommentar wieder gelöscht worden, ich weiß nicht warum. Vielleicht, weil ich angedeutet habe, dass Leute, die behaupten klare Ansagen zu brauchen, nur zu faul sind, der Bitte nachzukommen und dieses „Ich brauche halt klare Ansagen“ nichts weiter als eine Ausrede ist. Wobei, angedeutet habe ich das eigentlich nicht. Ich habe die klare Ansage gemacht, dass solche Leute Faulpelze sind. Das wurde wohl als Beleidigung gesehen.

Aber einmal ganz von vorn: Was sollen klare Ansagen überhaupt sein? Wenn damit ehrliche Antworten gemeint sind, dann muss ja auch vorher eine Frage gestellt worden sein. Sprich, wenn jetzt zum Beispiel eine Frau zu ihrem Mann sagt: „Schatz, magst Du bitte nach dem Essen die Spülmaschine ausräumen, bevor Du ins Bett gehst?“, dann ist das eine eindeutige, klare Frage. Da kann der Mann entweder mit „Ja, mach ich“ oder „Nee, kein Bock“ drauf antworten. Das wäre eine klare Ansage. Ein eindeutiger Fall, sollte man meinen.

In dem Ratgeber hieß es jedoch, der Mann würde das nicht als klare Frage deuten, weil da gleich drei Informationen auf einmal (Essen, Spülmaschine ausräumen, ins Bett gehen) drin enthalten sind. Die Frau hätte also sagen müssen: „Schatz, Du räumst jetzt sofort die Spülmaschine aus!“, damit der Mann der Aufforderung Folge leistet. Wobei der Ratgeber auch behauptete, Männer würden grundsätzlich keine Anweisungen von Frauen befolgen, beziehungsweise nur sehr ungern. Da habe ich dann aber nicht verstanden, wie man die Bitte, im Haushalt zu helfen, denn dann formulieren soll. Eigentlich ist es ja sowieso sehr nervig, dass man das überhaupt erstmal sagen muss, ich meine, das sieht man doch, wenn die Spülmaschine fertig gespült hat und das Geschirr trocken ist. Dann räumt man die Maschine halt aus, da kann man ja auch von selbst drauf kommen.

Wenn man es trotzdem nicht tut und auch dann nicht macht, wenn man darauf aufmerksam gemacht wurde, dann, weil man keine Lust dazu hat und zu faul ist. Sitzt man es daraufhin so lange aus, bis der/die andere die Nerven verliert und sich selbst drum kümmert, dann macht einen das zum Faulpelz. So. Da habt ihr eure klare Ansage! Bevor ich wieder als feminazistische Kampfemanze da stehe, ich meine damit alle Leute, die sich so verhalten, dass das nur Männer betrifft, stand in dem – wie ich finde – dummen Ratgeber.

Vielleicht sind klare Ansagen aber nicht nur ehrliche Antworten auf Fragen, sondern generell Aussagen, bei denen Inhalt und Form, das „Was“ und das „Wie“ identisch sind. Das ist allerdings schlichtweg unmöglich, weil immer mehrere Aspekte in einer Aussage mitschwingen. Die eigene Persönlichkeit, eigene Erfahrungen, eigene Stimmungen, die Beziehung zum anderen, aktuelle Umstände und so weiter färben die Aussage mit ein.

Mir wird des Öfteren vorgeworfen, es kämen von mir nie klare Ansagen. Allein das ist ja auch schon keine klare Ansage, weil keine konkreten Beispiele genannt werden, das Wort „nie“ mir von vorneherein suggeriert, dass ich es auch gar nicht kann und außerdem nicht mit erwähnt wird, dass man mir ebendies vorwirft und man sich wünscht, ich würde es ändern.

Das Problem ist, ich bin eine ganz schauderhafte Lügnerin. Ich kann mich nicht hinstellen und eine klare Ansage machen, wenn ich mir selbst unschlüssig bin. Und ich bin mir ganz oft unschlüssig, weil ich erst einmal über Dinge nachdenke, bevor ich mir eine Meinung dazu bilde. So kommt es, dass ich auf Vorschläge erst einmal mit einem „Mal gucken“ oder Varianten davon wie „Mhm“ oder „Mjoa“ antworte. So sehr ich verstehen kann, dass das nervt, kann ich aber nicht einfach „OK, super, ja, mach ich!“ sagen, wenn ich „Uff, keine Ahnung, weiß ich jetzt grad nicht, muss ich erstmal drüber nachdenken“ oder „Nehme ich zur Kenntnis, ist aber in diesem konkreten Moment nicht relevant, wird jedoch bei Gelegenheit wieder aus dem Gedächtnis gekramt und dann, wenn es mir in dem Moment für richtig erscheint, in die Tat umgesetzt“ denke. Vor allem will die lange Version ja auch keiner hören. Wenn ich also „Weiß ich nicht“ oder „Mal gucken“ sage, dann meine ich das in dem Augenblick auch so. Dafür kann man sich bei mir darauf verlassen, dass ich „Ja“ meine, wenn ich „Ja“ sage und „Nein“, wenn ich „Nein“ sage – und natürlich Varianten davon wie „Klar“, „OK“, „Kein Problem“, „Mach ich“, etc. beziehungsweise „Nee“, „Nä“, „Och nöööö“ ,“Muss das sein?“, „Pffffoa … hmpf“.

Darüber hinaus kann ich ja nicht wissen, dass meine für mich eindeutige, ehrliche Aussage beim anderen nicht als solche angekommen ist. Ich bin zwar ziemlich toll und alles, aber Gedanken lesen kann ich nicht. Wenn es also zu Missverständnissen kommt, haben beide Seiten es verbockt und nicht nur ich. Schließlich hätte man ja auch mit einer klaren Frage nachhaken können, wenn man meine schwammige Antwort nicht verstanden hat.

Vielleicht können wir uns ja einfach mal alle ein bisschen mehr Mühe geben und großzügiger sein, besser zuhören und zwischen den Zeilen lesen und dann nachfragen, wenn uns eine Aussage unklar erscheint.

Essai 100: Über Sexismus, Dirndl und sexuelle Belästigung

3. Februar 2013

Bevor die Sexismus-Debatte, die der Stern-Artikel „Herrenwitz“ von Laura Himmelreich über Rainer Brüderle ausgelöst hat, wieder in der Versenkung verschwindet, will ich zu diesem Thema jetzt auch mal meinen Senf beitragen.

Zum einen ist mir aufgefallen, dass die Sexismus-Debatte nicht nur bedingt in besagtem Artikel thematisiert wird, sondern sich inzwischen auch ganz davon gelöst hat. Allerdings ist sie – fürchte ich – gerade wieder am Verpuffen. Dabei halte ich es für unumgänglich, dass wir im 21. Jahrhundert mal darüber nachdenken, wie wir uns im intergeschlechtlichen Umgang miteinander verhalten. Es geht ja nicht nur darum, dass ein nicht mehr ganz nüchterner älterer Herr einer jungen Frau in den Ausschnitt guckt und plumpe „Komplimente“ macht, sondern Sexismus ist ein tiefsitzendes gesellschaftliches Problem, das uns alle etwas angeht.

Im Übrigen halte ich es für Quatsch, dass Brüderle sich entschuldigt, denn eine Entschuldigung ist nur sinnvoll, wenn Einsicht in eigenes Fehlverhalten vorliegt. Das ist bei Brüderle nicht der Fall, der war meiner Meinung nach einfach so, wie er immer ist, wenn er in den Feierabendmodus geschaltet hat. Frau Himmelreich war noch im Arbeitsmodus und so konnte das Gespräch nicht funktionieren. Das ist klar, dass beide völlig aneinander vorbeireden, wenn sich keiner auf den unterschiedlichen Modus des anderen einstellt. Es wäre vielleicht am klügsten gewesen, hätte sich die Nüchternere (Frau Himmelreich) an dem Abend zurückgezogen und Herrn Brüderle am nächsten Tag noch mal angesprochen. Nichtsdestotrotz kann man sich natürlich fragen, ob das nicht auch schon Sexismus ist, dass Männer machen dürfen was sie wollen und sich fröhlich wie die Höhlenmenschen aufführen können und von den Frauen wird erwartet, dass sie damit umgehen. Jungs sind eben Jungs. Das ist doch Mist!

Ich meine damit nicht, dass die Frauen sich dann dem männlichen Verhalten in solchen Situationen anpassen und sich ihrerseits wie Troglodyten aufführen, sondern ich bin der Meinung, dass Männer sich sehr wohl auch mal zusammenreißen können. Sie mussten es bloß nie und haben es deswegen nicht gelernt. Aber irgendwann sollten sie doch mal damit anfangen.

In unserer Gesellschaft herrscht unterschwellig immer noch die Normvorstellung vor, dass Männer den Frauen naturgemäß überlegen wären. Männer haben mehr Führungspotential, Männer sind das „starke Geschlecht“, Männer können besser mit Geld umgehen, besser rechnen, besser wirtschaften und überhaupt, wer hat denn die ganzen großen Erfindungen und Entdeckungen der Weltgeschichte gemacht? Eben. Dass Galileo, Goethe, Einstein und Konsorten ganz bestimmt eine Frau irgendwo hatten, die den feinen Herrn die Wäsche gewaschen, das Essen gekocht und eventuell vorhandene Kinder umsorgt haben, wird dabei gern verschwiegen. Die Frauen waren einfach viel zu beschäftigt und außerdem auch viel zu unterdrückt als dass sie die Zeit zum Forschen, Dichten und Denken gehabt hätten. Mit Natur und genetischer Veranlagung hat das nichts zu tun. Machen wir aber einen kleinen Zeitsprung ins 21. Jahrhundert, so hat sich doch Einiges geändert. Frauen haben jetzt prinzipiell die gleichen Rechte wie Männer. Aber was im Gesetz verankert ist, ist noch nicht in allen Köpfen angekommen.

Noch immer werden Frauen aus Prinzip schlechter bezahlt als Männer. Noch immer muss man über eine Frauenquote diskutieren, damit mehr Frauen an höhere Positionen kommen. Noch immer denkt man ernsthaft über so etwas Beklopptes wie das Betreuungsgeld nach, damit Frauen dafür belohnt werden, überholte Rollenmuster wieder zu beleben. Noch immer muss sich eine Bundeskanzlerin Angela Merkel gefallen lassen, dass man darüber diskutiert, wenn sie mal ein Kleid mit Ausschnitt trägt. Dass Guido Westerwelle neulich mal Rollkragenpulli statt Schlips und Hemd trug, interessiert keinen Menschen. Nein, Klamotten sind immer noch Frauengedöns. Schminkt man sich als Frau, wird das so gewertet, dass sie den Männern gefallen wolle. Schminkt sie sich nicht, gilt das gleich als ungepflegt. Zieht sie sich figurbetont an, muss sie mit blöden Blicken oder dummen Sprüchen rechnen. Trägt sie nur Kartoffelsack und Gummistiefel hält man sie für eine leicht verrückte Baumliebhaberinnen-Öko-Tussi. Kurz: Wie man es als Frau auch macht, man macht es falsch. Aber beklagen wir uns darüber? Nein. Auch nicht, wenn die Männer zum wiederholten Male herumnölen, die weibliche Emanzipation habe sie metaphorisch entmannt, die Frauen hätten sie zu Konsumtrotteln gemacht, es fehlten ohnehin auch die männlichen Vorbilder und man dürfe ja auch heute gar nicht mehr männlich sein, das allein wäre ja schon ein Verbrechen, blasülz. So ein Schwachsinn. Natürlich dürfen alle noch ihre Penisse und Vaginas behalten, aber der Besitz davon ist doch wohl kein Freifahrtsschein für respektloses Verhalten. Und da gibt es noch reichlich Diskussionsbedarf.

Die immernoch männlich-weiß-heterosexuell geprägten Machtstrukturen werden sich nicht von heute auf morgen auflösen lassen. Aber irgendwo muss man mal damit anfangen, anstatt immer zu leugnen, dass diese Machtstrukturen existieren. Wenn ein flapsiger, dummer und plumper Spruch eines Politikers dazu führt, dass man immerhin mal ins Grübeln kommt, dann fände ich das prima. Ich fürchte aber, diese Strukturen sitzen so fest, das wird im Sand versickern, ohne dass sich etwas ändert. Es sind ja auch nicht einfach nur die Männer schuld. Sondern es ist ein gemeingesellschaftliches Problem, wo auch Frauen mit beteiligt sind. Vielleicht haben wir Mädels uns auch einfach schon viel zu lange viel zu viel gefallen lassen. Vielleicht haben wir nicht genug zusammen gehalten. Vielleicht haben wir nicht laut genug mit dem Fuß aufgestampft und gesagt „es reicht!“ Vielleicht haben wir zu oft über plumpe Scherze gekichert, uns für misslungene Komplimente artig bedankt oder dumme Anmachen höflich ignoriert. Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist das noch ein langer Weg zur tatsächlichen Gleichberechtigung von Mann und Frau. Und bevor hier gleich wieder das Gezeter losgeht. Ich bin nicht dafür, dass die Machtstrukturen ins andere Extrem umkippen. Wir sind hier ja nicht bei Penthesilea und ihren Amazonen. Nein, ich bin dafür, dass alle – egal welchen Geschlechts – mit Respekt behandelt werden.

Dann gibt es noch ein Thema, das oft mit Sexismus in einen Topf geworfen wird, das ist sexuelle Belästigung. Die Grenze ist fließend und außerdem immer vom Kontext und den Persönlichkeiten und Hintergründen der beteiligten Personen abhängig. Deswegen ist es sehr schwer, vielleicht sogar unmöglich, da eine allgemeingültige Definition zu finden. Natürlich kann man sagen: „Belästigung ist, wenn sich jemand belästigt fühlt“. Aber das ist gar nicht so einfach. Manchmal fühlt man sich ja auch erst im Nachhinein belästigt und ist im ersten Moment vor allem baff und schockiert. Ist eine unerwünschte Anmache zum Beispiel schon Belästigung? Wenn mich jemand fragt, ob ich mit ihm was essen gehe, obwohl ich überhaupt nichts gemacht habe, das Flirtbereitschaft signalisiert hätte (jedenfalls nicht absichtlich), ist das dann einfach Pech oder schon Belästigung? Schließlich ist das ja auch ganz schön knifflig für Männer, Frauen anzusprechen. Da viele Frauen nach wie vor der Ansicht sind, es läge beim Mann, den ersten Schritt zu wagen und sie anzusprechen, denken immer noch viele Männer, das wäre ihre Pflicht. Nun sind aber die meisten Männer recht ungeschickt im Flirten und benehmen sich wie Trottel, wenn eine Frau ihnen gefällt. Dann machen sie erstmal ewig Feldforschung und fallen dann mit der Tür ins Haus, so dass die Frau völlig überrumpelt ist und gar nicht weiß, was sie davon halten soll. Ihres Wissens hat sie nämlich nichts gemacht. Ich denke, das lässt sich vermeiden, indem man sich erstmal beiläufig kennen lernt und dann kann man sich ja auch anfreunden, wenn es mit einer Beziehung nicht klappt. Na ja. Aber ist dieses Tollpatschig-Plumpe schon Belästigung? Denn, ich fühle mich dann dadurch belästigt, wenn ein Typ mir Avancen macht, bevor man sich überhaupt nett unterhalten hat. Wobei ich auch der Meinung bin, wenn mir einer gefällt, dann sage ich dem Bescheid und solange ich dem nicht sage, dass ich mit ihm eine Beziehung versuchen will, will ich das auch nicht. Alles, was nicht „Ja“ ist, ist „Nein“. Aber ich bin ja nicht Maßstab aller Dinge, also kann ich nicht davon ausgehen, dass Männer das wissen. Erst recht nicht, wenn diese Paddel mit der Tür ins Haus fallen, ohne mich vorher zu kennen.

Aber wenn ich es recht bedenke, das nervt schon ganz schön. Trotzdem – weil die böse Absicht dabei fehlt – würde ich das nicht als sexuelle Belästigung ansehen, die man bei der Polizei anzeigen müsste. Dass die Anmache doof rüberkommt liegt ja nicht daran, dass die Jungs in der Absicht, mir ihren Willen aufzudrücken oder mich wie ein Stück Fleisch respektlos zu behandeln, auf mich zugekommen sind, sondern in der Absicht, mich kennen zu lernen. Also, die Motivation spielt dabei auch eine Rolle, nicht bloß das Gefühl einer Person. Schließlich gehören zur Belästigung ja zwei Personen, nicht nur die Person, die sich belästigt fühlt, sondern auch die, die belästigt. Wenn also der Typ, der mich ungeschickt angegraben hat, nach einer nicht-eindeutig-zustimmenden Reaktion meinerseits nicht locker lässt und versucht mich zu überreden, dann kann man davon ausgehen, dass er mir seinen Willen aufdrücken will und dann ist das Belästigung. Muss man das anzeigen? Nein. Trotzdem finde ich es sehr störend, wenn man versucht, mich zu überreden, wenn ich schon ablehnend reagiert habe. Und jetzt komme mir bitte niemand mit „Ja, wieso, da muss dann die Frau auch einfach mal klipp und klar sagen, dass sie das nicht möchte.“ Der Mann könnte genauso gut auf Körpersprache und Zwischentöne achten, die genau das genauso klipp und klar zum Ausdruck bringen. Ob jetzt eine Frau Himmelreich zu einem Herrn Brüderle sagt „Ich möchte das hier gern professionell halten.“ oder ob sie ihm sagt „Lassen Sie mich in Ruhe, ich möchte nicht, dass sie mich anbaggern“ ist ja wohl genau das Gleiche. Bloß ist das erste höflich und professionell und das zweite unfreundlich und zickig. Wenn ich zu einem Typen sage, der mich angegraben hat: „Ich möchte jetzt lieber mein Buch lesen“ ist das eine höfliche Abfuhr, wenn ich sage: „Verpiss dich, du Idiot, ich will nichts von dir“, bedeutet das genau das Gleiche, aber ich beleidige den anderen damit.

Wie ist das mit anzüglichen Blicken? Belästigung oder nicht? Normalerweise würde ich sagen: Gucken, von mir aus, aber anfassen ist nicht! Aber wenn ich es mir recht überlege, ist das auch schon belästigend, wenn mir einer ununterbrochen auf die Brüste guckt und sich noch nicht einmal die Mühe gibt, weg zu gucken. Jedoch ist auch das etwas, was man als Frau nicht anzeigen würde. Wir denken dann nämlich, wir dürfen uns nicht so anstellen, der macht doch nichts, der guckt doch nur. Miteinander reden? Als ob ein verkappter Lustmolch, der Frauen mit Blicken auszieht ein Einsehen darin hätte, wie sehr sein Verhalten stört. Was ist mit den Männern in der U-Bahn, die sich extra nah an die junge Frau neben ihnen hinsetzen? Was ist mit den Wanderpfoten im Schwimmbad, die wie zufällig an Frauenkörper greifen? Was ist mit den besoffenen Schmierlappen in der Disko, die nicht kapieren, dass „Nein“ auch „Nein“ heißt? Da kann man zwar Anzeige gegen Unbekannt erstatten, aber erstens bringt das doch nichts und zweitens finde ich, das kann man ja wohl nicht nur den Frauen anlasten. Von wegen, selber Schuld, was geht die auch im Schwimmanzug oder Bikini ins Schwimmbad, was setzt die sich in der U-Bahn auch hin und was zieht die sich auch so feminin an, wenn sie tanzen geht. Da finde ich, könnten die werten Herren der Schöpfung doch auch mal ihr Oberstübchen bemühen, ihre kritische Selbstreflexion aktivieren und nicht immer gleich automatisch davon ausgehen, sie wären unwiderstehlich. Von Frauen verlangt man schon seit immer, dass sie sich zusammenreißen. Da kann man doch das gleiche auch mal von den Männern erwarten. Oder etwa nicht?

Essai 94: Über misslungene Werbung

16. Oktober 2012

Als ich letzte Woche mit dem Intercity von Hamburg nach Stuttgart juckelte, hielt ich in jeder größeren Stadt zwischen dem Norden und dem Süden Deutschlands. An jedem Bahnhof kreischten mir diverse Werbeplakate entgegen. Und das mit so miesen, unhöflichen, dummen, grammatisch mindestens fragwürdigen oder unfreiwillig komischen Sprüchen, dass ich mir dachte, das lohnt sich doch mal einen Essai drüber zu schreiben. Wenn ich daran denke, wieviel Geld für Werbung ausgegeben wird und dann ist die auch noch schlecht, dann weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Aber so ist das heutzutage, da wird versucht, die Fassade auf Hochglanz zu polieren und ob es dahinter fault und gammelt, interessiert keine Sau. Schlimm. Das Ding ist, mit der Werbung ist das ja wie mit Krieg, Waffen und Gewalt. Tut es einer, muss es jeder machen. Wenn einer Krieg führen will und jemand anderen angreift, muss der sich ja irgendwie verteidigen. Wenn nur einer eine Waffe trägt, müssen andere auch eine Waffe tragen, um sich zur Not vor dem Kerl mit der Waffe verteidigen zu können. Hätte niemand eine Waffe, bräuchte niemand eine. Würde niemand einen Krieg anzetteln – sei es aus Angst, selbst angegriffen zu werden – gäbe es keine Kriege. Und so ist das allgemein mit Gewalt. Würde niemand damit anfangen, andere Leute mit Gewalttätigkeit zu belästigen, provozierte er damit auch keine Gegengewalt oder präventive Gewalt oder was auch immer. Und genau so müsste niemand allen anderen mit dämlicher Werbung auf den Wecker fallen, wenn es niemand täte. Dann müsste man nämlich nicht darüber nachdenken, wie man seine eigene Fassade noch heller und strahlender glänzen lässt als die der Konkurrenz und alle könnten in Ruhe ihre Arbeit machen, anstatt sich über oberflächlichen Image-Scheiß den Kopf zu zerbrechen. Ja, ja, ich weiß, ich bin naiv. Aber ist doch wahr!

Wenn Werbung interessant, witzig, klug und informativ ist und bestenfalls nicht allzu verlogen, habe ich absolut nichts dagegen, dass Leute auf sich und das, was sie tun und womit sie Geld zu verdienen gedenken, aufmerksam machen und in aller Höflichkeit hinweisen. Aber – ich weiß nicht, woran das liegt – die meiste Werbung ist unhöflicher, witzloser, dummer, penetranter Nervkram. Dabei wäre weniger mehr. Wenn ich zum Beispiel an diese wahnsinnig schlechte Zigaretten- oder Tabakwerbung denke, die mit dem umständlichen Spruch wirbt: „Rauchen, was andere denken, dass Sie rauchen“, dann bekomme ich Lust, aus Trotz mit dem Rauchen anzufangen, nur um es gleich wieder aufgeben zu können. Überdies ist der Spruch auch noch grammatikalisch falsch. Wer den Fehler findet, kriegt von mir einen virtuellen Keks (die sind lecker und machen nicht dick). Ich kapier auch nicht, inwiefern dieser Spruch nun selbst den stärksten Kettenraucher dazu animieren soll, ausgerechnet diese Zigarettenmarke zu kaufen. Das Einzige, womit man Leute heutzutage noch zum Rauchen bewegen kann, ist doch dieses Cowboy-Freiheits-Individualitäts-Gedöns. Wobei ich nicht weiß, was Nikotinsucht mit Freiheit zu tun hat, aber das ist ein anderes Thema. Und nun kommen die mit so einem dummen Spruch, der nicht nur kein richtiges Deutsch ist und nicht nur holprig formuliert, sondern noch dazu die Botschaft vermittelt: „Sei berechenbar. Vermeide Überraschungen. Rauche einfach unseren Tabak, weil alle denken, dass du genau das tust“. Wer denkt sich so was aus?

Eine andere Unart, die sich vor allem auf Produkte bezieht, die eine jugendliche Zielgruppe anzusprechen versuchen, ist das ungefragte Duzen der potentiellen Kunden. Nun zähle ich mit meinen dreißig Lenzen vielleicht nicht mehr unbedingt zu den Jugendlichen, aber nichtsdestotrotz benutze auch ich gelegentlich Shampoo, um mein Haar seidig glänzend zu machen. Und dann will ich bitteschön nicht von meiner Shampooflasche geduzt werden. Und Befehle nehme ich auf die Art sowieso nicht gern entgegen. „Genieße das absolute Dufterlebnis“ oder „Erlebe jetzt die prickelnde Apfelfrische“. Manche Werbefuzzis gehen dann so weit, dass sie die Kunden auch noch grafisch anbrüllen mit ihrer ohnehin schon nicht subtilen Message. So gesehen auf einem Werbeplakat für irgendein superdupertolles Einkaufszentrum: „GENIEßE JETZT DAS TOTALE EINKAUFSERLEBNIS!“ So ein Käse, als ob jetzt dieses Einkaufszentrum anders wäre als jedes andere Einkaufzentrum zwischen Hamburg und Stuttgart. Die sind doch alle gleich. Der einzige Grund, warum man ein bestimmtes Einkaufszentrum öfter frequentiert als ein anderes, ist die räumliche Nähe. Man braucht irgendwas und das Einkaufszentrum XY liegt zufällig auf dem Weg, dann geht man da hin. Aber man wird nicht extra kilometerweit woanders hingurken, nur weil ein riesiges Werbeplakat mich anbrüllt, ich solle jetzt gefälligst umgehend das totale Einkaufserlebnis genießen. Was auch immer mit „totales Einkaufserlebnis“ gemeint ist. Total deprimierendes Neonlicht? Total nervige laute Musik in den Geschäften? Total schlechte Klimaanlagenluft im Gebäude? Total viel zu viele Menschen auf total viel zu wenig Raum, die einen dauernd anrempeln oder total im Weg herumstehen? Total die immergleichen Geschäfte? Oder totaler Quatsch? Außerdem, vielleicht bin ich da etwas empfindlich, aber auf Kommando irgendwas genießen, erleben, fühlen oder spontan empfinden gehört nicht unbedingt zu meinen Kernkompetenzen.

Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, dass Werbung die Menschen mit ungefragtem Geduze, penetrantem Anbrüllen und plumpen Befehlen malträtiert, werden auch noch die dümmsten Klischees darin verwurstet. Ist das sonst schon mal jemandem aufgefallen, dass in Werbespots immer die Mütter zu Hause bleiben und die Kinder verwöhnen? Die Kinder in der Werbung sind übrigens ausnahmslos altkluge Nervensägen, schlechte Rapper oder kreischende Hohlbratzen. Mit Verlaub. Meistens sind auf wundersame Weise auch alle immer unglaublich blond. Es sei denn, es geht um Werbung für Medikamente gegen Verstopfung, Blähungen, Inkontinenz oder Fußpilz. Derlei gesundheitliche Unannehmlichkeiten ereilen in der Werbewelt überwiegend brünette Frauen. Sachen für Mädchen sind grundsätzlich schreiend rosa und für Jungs natürlich blau. Für echte Männer sind die Produkte dann in Schwarz oder Dunkelblau und immer ungemein männlich. Das heißt, Autos sind schnell (kann man prima vor seinen Kumpels mit angeben), Rasierer unheimlich scharf (*knurrrrr*) und wenn mal ein Mann den Abwasch macht oder kocht, dann ist der immer unglaublich lustig drauf. Bei letzterem wird allerdings dann immer relativ undezent darauf hingewiesen, dass der Mann jetzt aber auch nur aus Spaß oder reiner Großzügigkeit Haushaltstätigkeiten vornimmt. Immer als Ausnahme und aus einer freien Entscheidung heraus, nicht weil Mutti ihn dazu gezwungen hat oder er von alleine eingesehen hat, dass das einfach ab und zu mal gemacht werden muss. Wo kämen wir denn dann hin. Und so werden Vorurteile schön weiter geschürt, damit auch ja keiner auf die Idee kommt, zu glauben, Männer und Frauen wären gleichberechtigt. Pfff. Sonst noch was?

Manche Werbefuzzis sind da noch raffinierter und schreiben einfach irgendeine Selbstverständlichkeit vorne drauf und verkaufen es als große Sensation. Dann steht zum Beispiel auf der Gummibärchenpackung: „Ohne Fett“. Ach nee. Wozu sollte man in einem Produkt, das fast nur aus Zucker besteht, Fett brauchen? Da kann man auch gleich draufschreiben: „Ohne Zyankali“. Aber dann merken die Kunden, dass sie verarscht werden. Demnächst klebt in der Gemüseabteilung wahrscheinlich an so nem Brokkoli auch noch ein Etikett dran, wo draufsteht: „Ohne Zuckerzusatz.“ – Nein, das war kein Vorschlag, das war Sarkasmus. Und „Light“-Produkte sind übrigens auch Verarsche, das nur so am Rande. Die machen dann einfach die Salamischeiben dünner. Und wenn man dann statt einer dicken Scheibe fünf dünne aufs Brot packt, macht das genau so fett. Traurig, aber wahr.

Ich habe ja nichts dagegen, dass man sein Unternehmen und sein Produkt präsentiert, aber bitte, liebe Werbeleute, hört doch endlich auf, die Leute wie Idioten zu behandeln. Das ist voll das totale Nerverlebnis! Macht doch einfach mal gute Werbung. Dann müsst ihr auch nicht so viel Werbung machen und dann ist mehr Geld für wirklich relevante Dinge da und dann müsste man den Laden nicht durch Praktikanten, Studenten und Freiberufler am laufen halten, weil für Festangestellte angeblich kein Budget vorhanden ist.


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