Posts Tagged ‘Verhalten’

Essai 174: Über grundlose Unhöflichkeit

2. Juli 2017

Beim besten Willen kann ich nicht nachvollziehen, warum manche Menschen unfreundlich zu Leuten sind, die ihnen gar nichts oder sogar etwas Nettes für sie getan haben. Da bin ich vielleicht auch etwas dogmatisch, ich weiß es nicht. Aber meiner Meinung nach gibt es keinen Grund, unhöflich zu sein, wenn der andere sich nicht wie ein Riesenarschloch aufführt. Und selbst, wenn jemand sich wie ein Riesenarschloch aufführt, sollte man höflich sein, weil man sich ja nicht zwingend auf dieses Arschloch-Niveau herabbegeben muss.

Genaugenommen gehe ich sogar soweit, zu behaupten, dass generell niemand unhöflich sein muss. Es gibt zwar manchmal begriffstutzige Vollpfosten, die völlig wahrnehmungsgestört und ich-bezogen sind, und die nicht kapieren, dass sie sich scheiße benehmen, sofern man sie nicht im Kasernentonfall anschnauzt und zusammenfaltet. Aber die haben dann ja angefangen. Sprich: Wenn die sich nicht unhöflich und achtlos verhalten hätten, gäbe es nichts, weswegen man sie anpflaumen müsste. Und für ihr ursprünglich pampiges Gebahren gibt es meines Erachtens keine Entschuldigung.

Sicher, manchmal hat man einen Pups quer sitzen, ist mit dem falschen Fuß aufgestanden oder PMS-bedingtes Hormongeschwurbel verhagelt einem die Laune (an die Herren: In diesem Fall ist davon abzusehen, eure Herzensdamen zu fragen, ob sie ihre Tage haben, wenn sie gereizt sind). Dann ist es verständlich und menschlich, wenn man etwas mürrisch ist und einem der Tonfall ein wenig harsch gerät. Aber dann kann man sich doch kurz entschuldigen, damit der andere weiß, es liegt nicht an ihm. „Sorry, heute ist echt nicht mein Tag“ oder sowas in der Art, das reicht dann ja schon, wenn man andere versehentlich brüskiert hat.

Was ich auch nicht verstehe – und es macht mich fuchsig, wenn ich was nicht verstehe – wenn Menschen grundsätzlich unhöflich und unfreundlich zu allen anderen sind. Die so eine Grundhaltung an den Tag legen, dass alle anderen immer alles falsch machen und das mit voller Absicht, nur um sie zu ärgern. Die davon ausgehen, dass alle ihnen Böses wollen. Die sich nicht vorstellen können, dass andere vielleicht Besseres zu tun haben, als jede Sekunde ihres Daseins mit Komplotten und perfiden Betrugsplänen zu verplempern, um dieser einen Person zu schaden.

Da kann man noch so aufrichtig freundlich und wohlwollend auf diese Menschen zugehen, sie finden immer irgendeinen subjektiven Vorwand, um einen auf den Schlips zu treten. Gut, es kann sein, dass dieser garstigen Grundhaltung ein langes Leben voller Gefühle der Einsamkeit, Enttäuschung und des Ungeliebtseins vorangegangen ist. Das tut mir ja auch leid. Aber trotzdem kann man sich ja wohl Leuten, die einem nichts getan haben, gegenüber zusammenreißen. Und wenn man das nicht kann, sollte man eine Psychotherapie in Erwägung ziehen. Ist ja nichts dabei, sich professionelle Hilfe bei Problemen zu holen, die man alleine nicht geregelt bekommt. Wenn man einfach weiterhin alle wie Dreck behandelt, nur weil man sich selbst wie Dreck fühlt, wird die eigene Situation nur noch schlimmer.

Früher oder später hat da nämlich keiner mehr Lust zu, sich ständig von jemandem, der den lieben langen Tag nur in seiner eigenen Galle versumpft und die ganze Welt außer sich selbst dafür verantwortlich macht, dass er sich schlecht fühlt, als Frustableiter missbrauchen zu lassen. Und dann ist derjenige wirklich einsam. Und hat dann niemanden, der ihm ab und zu mal den Spiegel vorhält, Grenzen aufzeigt, und sagt: So, jetzt reicht’s aber.

Aber vielleicht stelle ich mir das auch alles viel zu einfach vor. Ich gebe zu, ich kann mir das schwer vorstellen und mich da nicht hineinversetzen, wenn man so chronisch verbittert ist. Mich kostet es zugegebenermaßen überhaupt keine Mühe, freundlich und höflich zu meinen Mitmenschen zu sein. Klar, manchmal bin ich aus Versehen ein achtloser Paddel, und mache irgendwas, was andere verletzt, ohne es in dem Moment zu merken. Dann bin ich von meinem Selbstbild her überzeugt, dass ich voll nett war, aber in Wirklichkeit hat mich der andere als Arsch empfunden. Das habe ich noch nicht ausklamüsert, wie sich so etwas vermeiden lässt. Ich hoffe einfach, dass man mich in solchen Situationen sachlich darauf hinweist, dass ich was Blödes gemacht habe, damit ich mich entschuldigen und versuchen kann, es wieder gut zu machen.

Doch wenn jemand ständig scheiße zu allen ist, das kann ich nicht nachempfinden. Ich kann auch diesen falschen Stolz, der solche Leute daran hindert, sich Hilfe zu holen, um Probleme zu lösen, die sie alleine nicht in den Griff bekommen, nicht nachvollziehen. Gut, es gibt manche psychische Erkrankungen, die für Antriebslosigkeit sorgen, und es für Betroffene unheimlich schwer machen, eine Therapie anzufangen. Das ist dann noch mal was anderes. Aber ansonsten verstehe ich das nicht.

Was ich ebenfalls schwierig finde, ist der richtige Umgang mit solchen chronisch grundlos unhöflichen Zeitgenossen. Einerseits bin ich es allmählich leid, mein Seelenglück von solchen egozentrischen Stinkstiefeln vermiesen zu lassen. Dazu habe ich echt keine Lust mehr, ich bin jetzt Mitte 30 und langsam wirklich zu alt für diesen Scheiß. Die sollen sich entweder verdammt noch mal nicht so anstellen oder sich Hilfe suchen. Außerdem habe ich überhaupt nicht das professionelle psychologische Handwerkszeug, um solchen Leuten zu helfen. Andererseits habe ich aber ein schrecklich schlechtes Gewissen, weil ich ja niemanden im Stich lassen will, nur weil er ständig Scheißlaune hat und allen Menschen mit Misstrauen und Arroganz begegnet. Obwohl die das ja irgendwie nicht besser verdient haben, als dass ihnen die Freunde nach und nach davonlaufen.

Aber wenn sie alle Menschen gleichermaßen mies behandeln, ist es ja nicht persönlich gemeint, wenn sie bei mir keine Ausnahme machen. Und dann muss ich es doch eigentlich auch nicht persönlich nehmen … Allerdings sehe ich nicht ein, warum ich mich für Fieslinge aufreiben sollte, wenn es genug liebe, nette Menschen gibt, die meine Gesellschaft zu schätzen wissen und das ab und zu auch mal zeigen. Das muss ich doch nicht, oder?

Advertisements

Essai 171: Über Jammern und Wehklagen

9. Mai 2017

Hin und wieder kommt man im Leben in Situationen, in denen man entscheiden muss: „Soll ich’s wirklich machen oder lass ich’s lieber sein?“ („Jein!“ – Oooohrwurm! 😛 ) Meistens befindet man sich in einem Zwiespalt, weil erwünschtes Ergebnis und unerwünschter Aufwand sich ungefähr die Waage halten, und man gründlich überlegen muss, ob man das Ergebnis wirklich unbedingt erreichen will und deswegen bereit ist, eine Tonne Nervkram zu bewältigen, oder ob man eigentlich auch ganz gut mit den Konsequenzen des Nichthandelns leben könnte, wenn erst einmal alles so bleibt wie es ist. Das sind dann so die Momente, in denen ich mit mir hadere und bevor ich mich da mit meinen Gedanken ewig im Kreis drehe und nicht vorwärts komme, teile ich sie lieber jemandem mit.

Das Problem ist, ich gehe den Leuten damit auf den Keks. Die finden nämlich, ich würde jammern und wehklagen und mich an meinem Selbstmitleid ergötzen, was ich umgekehrt ja auch nicht gerade als unterhaltsam betrachte. Das Ding ist, von meiner Warte aus hat das mit Jammern nichts zu tun, wenn ich meinen inneren Zwiespalt schildere, weil ich ja an einer Lösung interessiert bin. Und da finde ich das oft hilfreich, mein Gedankenchaos laut auszusprechen und es jemandem zu beschreiben, weil ich dabei dann etwas Ordnung in das Durcheinander bringen kann. Außerdem hilft eine Außenperspektive ja häufig dabei, alles ein bisschen realistischer zu betrachten und Dinge zu erkennen, die man vorher nicht gesehen hat, weil man selbst zu nah dran war. Blöd nur, dass ich immer anfange zu heulen, wenn ich versuche, das jemandem zu erklären, wenn ich ohnehin gerade aufgrund eines Dilemmas aufgewühlt bin. Menno!

Es ist jetzt auch nicht so, dass ich wildfremden Leuten in der U-Bahn meine Seelenqualen auf die Nase binde und ihnen als distanzloses Ungeheuer den letzten Nerv raube. Eigentlich bespreche ich meine Schwierigkeiten bei großen Entscheidungen und fiesen Zwiespälten nur mit meinem Freund und meinen engsten Freunden oder schreibe hier auf dem Blog darüber und gehe dem Internet auf den Zeiger. Leider heißt es dann meistens früher oder später, ich solle aufhören zu jammern, oder es kommen so hilfreiche Vorschläge wie: „Ja, dann mach doch das“ und wenn ich die Gegenargumente anführe: „Ja, dann lässt du’s halt.“ – Als ob ich auf diese beiden Optionen nicht auch von alleine gekommen wäre.

Tja, also, was tun? Ich will ja meinen Lieblingsmenschen nicht die Nerven zersägen und ihre Zeit mit meinen Wohlstandswehwehchen verplempern. Aber was, wenn ich alleine einfach nicht zu einer Lösung komme? Das gibt es ja manchmal, dass man lauter lose Teile und Gedankensplitter vor sich liegen hat, aber wie alles zusammenpasst, was das Gesamtbild ist, dazu braucht man ein bisschen Hilfe. Umgekehrt bin ich ja auch bereit, mir die Dilemmata meiner Freunde anzuhören, und auf Nachfrage meine Einschätzung dazu zu formulieren. Wobei zugegebenermaßen irgendwie immer alle genau zu wissen scheinen, was sie wollen und was nicht, nur ich bin dazu zu dusselig.

Ich denke, Jammern und Wehklagen ist es doch eigentlich nur, wenn man Mitleid erheischen und hören will, dass man total toll ist. Fishing for compliments, sozusagen. Insofern habe ich in diesem Essai tatsächlich ziemlich viel gejammert, denn ich würde natürlich schon gern hören: „Aber nein! Du bist nicht dusselig! Du bist kein weinerlicher Jammerlappen, der der ganzen Welt mit seinen Luxusproblemen in den Ohren liegt!“ und ich würde mich selbstverständlich gebauchpinselt fühlen, wenn jetzt jemand schreibt, dass das total gemein ist, mir Jammerei vorzuwerfen, obwohl das überhaupt nicht meine Intention ist. Ebenfalls fände ich es erbauend, wenn es anderen auch manchmal so geht, und ich nicht alleine bin.

Allerdings ist das aber nicht alles. Ich wüsste auch gern, was ich tun kann, wenn ich mit einer großen, wichtigen Entscheidung alleine nicht weiterkomme, wie ich meinen Zwiespalt meinen Freunden schildern kann, ohne dass die das für bloßes Mitleidsgeheische halten. Wie kann ich das so formulieren, dass klar wird, ich bin an Sachkritik und ehrlichen Einschätzungen interessiert, aber seid bitte trotzdem nett zu mir? Also, falls jemand eine Idee hat, bitte gern unten in die Kommentare schreiben. 🙂

Essai 170: Über zweifelhafte Konfliktlösungsstrategien

2. April 2017

Um ehrlich zu sein, bin ich manchmal schon ein ziemlicher Feigling. Wenn’s irgendwo nach Ärger riecht, Streit oder Unfrieden droht, ergreife ich ganz gern vorsorglich die Flucht und gehe dem Konflikt aus dem Weg. Das ist übrigens im Tierreich, zum Beispiel unter Katzen, eine völlig legitime Konfliktlösungsstrategie, aber unter Menschen ist das alles ein bisschen komplizierter.

Wenn zum Beispiel zwei Katzen einander auf einem Weg begegnen, der zu keinem Revier der beiden gehört, bleiben sie erst einmal stehen, taxieren sich aus einem höflichen Abstand heraus, und einigen sich schließlich darauf, ganz friedlich aneinander vorbei zu laufen und ihrer Wege zu gehen. Wirklich Zoff gibt’s nur, wenn er unvermeidbar ist, etwa, weil die Revierzugehörigkeit unklar ist und keine Rückzugsmöglichkeit besteht. Dann muss man den Konflikt kurz mit Tatzenhieben und Gefauche ausfechten, und danach ist es in der Regel auch wieder gut. Es sei denn, die Katzen hocken dauerhaft auf zu engem Raum und ohne Rückzugsmöglichkeit aufeinander, aber das ist eine andere Geschichte.

Das Nervige bei Menschen ist, dass wir uns vor allem verbal verständigen und nicht – wie Katzen und andere Tiere – nonverbal. Wenn es bei uns zu Konflikten kommt, heißt es immer, man müsste darüber reden. Leider kommt es aber gerade beim Reden oft zu Missverständnissen und manchmal entsteht durch missverstandene Worte überhaupt erst ein Konflikt. Das ist fürchterlich anstrengend, das hinterher dann ebenfalls mit Worten auseinander zu klamüsern, die dann möglicherweise wieder missverstanden werden. Und da möchte ich mich dann manchmal am liebsten einfach verkriechen und mich verstecken, bis der Konflikt sich hoffentlich von alleine in Wohlgefallen aufgelöst hat.

Im Kontext menschlichen Sozialverhaltens gilt diese Konfliktlösungsstrategie allerdings als reichlich unreif, kindisch und albern. Ich komme mir dann ja auch selbst völlig bescheuert vor, wenn ich mal wieder versuche, mit meiner Ausweichtaktik einen Konflikt solange zu ignorieren, bis er hoffentlich wieder ohne mein Zutun verschwindet. Obwohl es manchmal vermutlich schlauer und schneller ginge, doch miteinander ehrlich zu reden.

Aber dann weiß man ja oft nicht, was andere Menschen so denken, wie die drauf sind, wo ihre Empfindlichkeiten liegen. Und nachher überwinde ich meine Konfliktscheu, springe mutig und tapfer über meinen Schatten, sage, was ich denke, und der andere ist hinterher noch wütender auf mich oder enttäuschter von mir als vorher, weil ich meine Wortwahl ungeschickt getroffen habe. Oder ich lege jedes Wort ganz genau auf die Goldwaage, sodass der andere völlig genervt ist, weil ich nicht auf den Punkt komme. Auch blöd.

Normalerweise komme ich ganz gut damit zurecht, Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen, indem ich einfach von vorneherein freundlich und höflich zu allen bin, die mir nichts getan haben. Wenn doch einmal der äußerst seltene Fall eintritt, dass mich jemand absichtlich ärgert, ist das allerdings auch kein Problem, weil ich dann keinen Grund sehe, auf dessen Gefühle Rücksicht zu nehmen, und dann kann ich ihm ja problemlos meinen ehrlichen Ärger um die Ohren hauen. Das ist für denjenigen dann wenig erfreulich, aber das ist dann Pech, man muss mich ja nicht unnötig reizen. Kurz zur Klarstellung: Man muss das schon wirklich darauf anlegen, mich zu verärgern, ich bin da in der Regel sehr duldsam und langmütig.

Wenn es aber dann doch zu einem Missverständnis oder einem anderen Konflikt kommt, bin ich aufgeschmissen. Ich will den anderen ja nicht verletzen, unnötig gemein sein oder das Missverständnis noch weiter vertiefen. Aber auf eine offene Auseinandersetzung habe ich auch absolut keine Lust. Und wie ehrlich ich sein kann, ohne den Konflikt zu verschärfen, weiß ich dann ja auch nicht im Voraus. Und weil ich dann überhaupt nicht weiß, was ich machen soll, mache ich dann bevorzugt gar nichts, sprich: ich gehe der ganzen Geschichte aus dem Weg und komme mir völlig dusselig vor.

Seufz! Das Leben wäre um einiges einfacher, wenn wir uns tatsächlich nur über Körpersprache, Gerüche und Laute verständigen würden. Auf der anderen Seite ist verbale Sprache aber auch so eine faszinierende und vielseitige Sache, dass ich sie nicht missen möchte. (Zumal ich damit meine Brötchen verdiene) Vielleicht muss man Uneinigkeit manchmal auch einfach aushalten. Oder? Was meint ihr dazu?

Essai 167: Über Männer, die Frauen Technikgedöns erklären

5. November 2016

Bei Paaren, die schon längere Zeit zusammen sind, lässt sich häufig ein amüsantes Schauspiel beobachten, wenn es um den Kauf, die Inbetriebnahme oder den Gebrauch eines technischen Geräts geht. Oft ist es ja so, dass Männer sich vor Begeisterung über dieses Gerät gar nicht mehr einkriegen und ganz fasziniert von den vielen Möglichkeiten sind, die dieses Ding ihnen bietet. Die Frau indes will einfach nur, dass das Ding funktioniert und der Rest ist ihr vollkommen wurscht. Gut, die Rollen mögen auch bei anderen Beziehungen vertauscht sein und es mag auch Paare geben, wo beide ähnlich in Bezug auf Technikgedöns ticken. Aber zumindest bei den Pärchen in meinem Umfeld sowie meinem Freund und meiner Wenigkeit ist das so.

Zum Beispiel bin ich vor rund zwei Monaten endlich eingeknickt, und habe mir so ein neumodisches Smartphone gekauft. Mein olles, 14 Jahre altes Siemenshandy hat zwar noch einigermaßen funktioniert (ich hasse es ohnehin, zu telefonieren, erst recht, wenn ich unterwegs bin – da will ich lieber lesen und zwar ein echtes Buch aus Papier), aber heutzutage kann man halt viele Services nur mit Smartphone nutzen, also konnte ich mich nicht länger davor drücken. Inzwischen habe ich mich darin ganz gut eingefuchst und weiß die Vorzüge durchaus zu schätzen – etwa, dass ich keine Kinokarten auf Papier mehr brauche, ich gebe zu, das ist praktisch.

Jedenfalls war dieser Anschaffung eine kleine Diskussion vorausgegangen, weil ich gern ein Telefon mit Tasten gehabt hätte. Ich mag keine Touchscreens, da fehlt einfach der haptische Vorgang, auf einen Knopf zu drücken, damit was passiert. Stattdessen schmier ich da mit meinen Wurstfingern das schöne Display voll und dann sehe ich die ganze Zeit, wie dreckig das ist, obwohl ich das gar nicht wissen möchte. Eklig.

Mein Freund fand es sehr albern von mir, dass ich unbedingt Tasten wollte und argumentierte: „Tja, wenn du unbedingt eins mit Tasten willst, kann ich dir aber hinterher nicht helfen“, woraufhin sich mein inneres Kleinkind zu Wort meldete und trotzig zickte: „Ja, aber vielleicht komme ich ja auch alleine mit dem Ding klar, wenn es Tasten hat!“ Woraufhin mein Freund nur milde lächelte, ein angedeutetes Augenrollen nicht ganz verbergen konnte und spöttisch meinte: „Tja, wie du willst. Aber nicht, dass du dich hinterher beschwerst.“ Darauf ich: „Mimimi! Werde ich auch nicht!“ Kann sein, dass ich ihm auch die Zunge rausgestreckt habe, das weiß ich nicht mehr so genau. Auf jeden Fall war das Thema damit erstmal erledigt.

Dann kam mein Entschluss, jetzt doch ein Smartphone zu kaufen, und wir gingen in den Handyladen. Ich glaube, es gibt kein langweiligeres Geschäft als einen Handyladen. Überall nur Smartphones, Tablets, Zubehör für den ganzen Schnickschnack und keine Bücher. Bäh. Allein bei dem Gedanken an Handyläden werde ich schon ganz schläfrigggggggggggggg…………

Oh. Hoppla. Entschuldigung. Ich war kurz über der Tastatur eingenickt. Also wir standen in diesem unfassbar öden Geschäft, der Anblick all dieser unterschiedlichen Telefone war erdrückend und trostlos … und bevor ich mitten im Laden im Stehen einschlief, beschloss ich, doch auf meinen Freund (überzeugter Apple-Fan) zu hören und mir so ein blödes Schnösel-iPhone zu holen. Damit ich mir nicht allzusehr wie ein Modeopfer vorkam, habe ich mich dann aber für ein älteres Modell entschieden.

Die Mitarbeiter waren alle sehr freundlich, wobei ich finde diese professionell erlernte Freundlichkeit immer etwas frostig und unauthentisch. Immerhin konnte ich die jungen Leute mit meiner alten Sim-Karte schockieren. Der Mitarbeiter, der sich um die Grundeinrichtung des Telefons kümmert, meinte: „So, jetzt können wir die Sim-Karte hier reinstecken“, woraufhin ich sagte: „Hm. Die Karte ist glaube ich zu groß.“ Mein Freund und der junge Mann dann so: „Ach was, das kann man zuschneiden“ und ich war skeptisch. Dann sahen sie meine Sim-Karte und beide: „Oh! SO alt ist die … Ja, dann muss wohl doch eine neue her!“

Ich hatte gehofft, ich brauche das blöde Ding nur einzuschalten und der Rest erklärt sich von selbst. Ich musste dann aber feststellen, dass es doch nicht ganz so einfach war. Nun ist es aber so, dass ich das Lesen von Bedienungsanleitungen mindestens so langweilig wie den Besuch eines Handyladens finde, und die Funktionen eines Technikdings lieber eigenständig erkunde. Das ging leider nicht, und dann war es doch gut, dass mein Freund mir das ein bisschen weiter einrichten und erklären konnte.

Was mich dann aber nervt, ist dieser Tonfall, mit dem solche Erklärungen oft einhergehen. Als wäre ich ein bisschen doof oder so. „Guck mal und hier kannst du dann das und das machen, und wenn du das und das willst, dann musst du hier klicken“, schön langsam und betont, um unendliche Geduld mit dem begriffstutzigen Gegenüber (nämlich mir) bemüht. Und dann geht auch manchmal ihre Begeisterung mit den Männern durch, und dann erklären die einem auch noch so Zeug, was man in dem Moment gar nicht gebrauchen kann, in einer Ausführlichkeit, die gar nicht nötig ist. Ich sag schon Bescheid, wenn ich was Konkretes wissen will. Und wenn ich wissen will, wie ich ein Spiegelei brate, interessiert es mich nicht, wie aus Dinosauriern Vögel und schließlich Hühner wurden, die Eier legen. Wenn ich wissen will, wie ich eine bestimmte App installiere, muss ich nicht noch erfahren, welche Apps es sonst noch alles gibt, wie die funktionieren und so weiter.

Ganz besonders langweilig wird es, wenn die Männer einem dann auf eine konkrete Anfrage hin, etwa: „Der will, dass ich hier ein Update installiere, muss das sein?“ einem das Gerät aus der Hand nehmen, „nur kurz was gucken“ und dann komplett darin versinken, irgendwas daran herumtüddeln und man sitzt da, und weiß immer noch nicht, ob man dieses dämliche Update jetzt braucht oder nicht. Fragt man dann nach einer halben Stunde nach, was der andere da eigentlich mache, heißt es dann: „Ich schau nur mal eben“ und dann dauert das noch mal so lange.

Bei meinen Eltern ist das übrigens genau dasselbe Spielchen. Meine Mutter hätte zum Beispiel einfach gern einen ganz normalen Fernseher gehabt, den man einschaltet und dann läuft er. Mein Vater aber liebt technische Spielereien über alles und hat da ins Wohnzimmer ein – damals hochmodernes – Multimedia-Surround-Sound-Anlagenmonstrum in die Ecke gepackt. Wenn man fernsehen will, muss man erstmal den Strom einschalten – im Standby-Modus frisst das Monstrum nämlich Unmengen Strom – dann muss man den Verstärker anschalten, den Receiver (oder was auch immer) und den Computer, ach so, und den Bildschirm natürlich auch. Dann hofft man, dass man die Reihenfolge richtig getroffen hat, weil sonst alles durcheinander kommt, und wartet 10 Minuten, bis die Kiste endlich hochgefahren ist. Dann muss man die Fernsehsoftware anklicken und hoffen, dass die nicht ein Update verlangt, das dann wieder den ganzen Rechner lahmlegt. Hat man Glück, funktioniert das Fernsehprogramm und man kann endlich in Ruhe fernsehen.

Wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin, fragt mich meine Mutter dann, ob ich ihr den Fernseher einschalten kann. Mein Vater neigt nämlich dazu, „nur kurz was gucken“ zu wollen, wenn das Monstrum endlich läuft, und dann klickt und sucht er da fröhlich herum, kein Mensch weiß, was er vorhat, und man kann das mit dem Fernsehgucken erstmal knicken. Zum Glück gibt’s immer reichlich Bücher griffbereit, lesen kann man auch als vollendeter Techniktrottel. Überhaupt fragt meine Mama lieber mich, wenn sie etwas Technisches erklärt haben möchte, wie man Skype installiert oder einen E-Mail-Anhang verschickt. Das kriege ich zum Glück hin 🙂

Ich find’s aber irgendwie liebenswert und süß, wie sich Männer so für Technikgedöns begeistern können. Es wäre aber schön, wenn man nicht mit einem ewiglangen Vortrag oder stundenlangem Nur-kurz-was-Gucken rechnen müsste, wenn man ein klitzekleines Miniproblemchen hat. Andererseits, es macht den Jungs solchen Spaß, uns die Technikwelt zu erklären, da kann man sich auch in Geduld üben und sie machen lassen. 😛

Und, wie ist das bei euch? Gibt es Technikfreaks und -trottel bei euch in der Familie oder unter euren nicht blutsverwandten Lieblingsmenschen? Und zu welcher Sorte gehört ihr?

Essai 153: Über das (Aus)lösen von Problemen durch Reden

13. Februar 2016

Es ist ein weit verbreiteter Mythos, dass sich sämtliche Probleme durch Reden lösen ließen. Für konkrete Missverständnisse und Meinungsverschiedenheiten unter zivilisierten Menschen, die der sachlichen Diskussion aufgeschlossen gegenüber stehen und willens sind, ihre eigene Meinung der kritischen Selbstreflexion zu unterziehen, mag das ja stimmen. Bei allem anderen führt Reden meistens von einem Missverständnis zum nächsten, bis einer heult (das bin dann in der Regel ich). Und oft erschafft man da erst ein Problem, wo vorher keins war. Das nervt.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich manchmal selbst nicht so genau weiß, ob es ein Problem gibt und worin dieses Problem bestehen könnte, wenn ich mal einen kleinen Pups quer sitzen habe. Meistens ist das ja nur eine diffuse Mischung aus PMS-Hormongeschwurbel, doofem Graunieselkaltpisswetter, schlechtem oder zu wenig Schlaf, Zwicken und Zwacken hier und da, Heuschnupfen oder anderen Wohlstandswehwehchen, die eigentlich nicht wirklich schlimm sind, aber einem trotzdem die Laune trüben können. Da macht man sich ja vollkommen lächerlich, wenn man diese vielen Kleinigkeiten ausdiskutiert und zerredet, obwohl sie am nächsten Tag von alleine weggegangen wären, ohne dass man darüber nachdenken hätte müssen.

Wenn man allerdings doch über seinen unerklärlich miesepetrigen Ausnahmegemütszustand redet, dann denkt man ja auch drüber nach, woran die Übellaune liegen könnte, das kann ja nicht so eine Kleinigkeit sein, das ist ja kein richtiger Grund, und ohne richtigen Grund darf man keine schlechte Laune haben. Dann sucht man also nach einer richtig coolen Ursache, und weil es keine gibt, findet man auch keine. Und es bleibt nur noch die Schlussfolgerung, dass man eine hysterische dumme Pute und nicht ganz dicht ist. Schwupps, schon hat man ein Problem geschaffen, wo vorher nur ein Minipups ein bisschen schief saß. Und man hat noch eine große Portion Schuldgefühle dazu gewonnen, weil man die netten, hilfsbereiten Menschen, die es nur gut mit einem meinen (das ist kein Sarkasmus, sie meinen es ja wirklich von Herzen gut), die Zeit mit irgendwelchen Lächerlichkeiten stiehlt, und sich dann noch nicht einmal wirklich helfen lässt.

Ich habe früher auch gedacht, man müsste ständig über alles reden und jede Kleinigkeit auseinanderanalysieren, jedes noch so kleine Gefühl theoretisieren. Auch ich habe Leute genervt, die einfach doofe Laune hatten und sich einfach mal auskotzen wollten, indem ich versucht habe, irgendein Problem zu finden, das sich lösen lässt. Dabei wäre die Problemlösung in diesem Fall einfach nur, zuzuhören, vielleicht ab und zu ein verständnisvolles „Ach Mensch, wie doof“ oder „Och, wie ärgerlich“ einzuwerfen und bei Gelegenheit freundlich das Thema zu wechseln. Manchmal will man auch einfach nur mal in den Arm genommen werden und hören, dass alles OK ist.

Ganz blöd ist es, wenn ich zum Beispiel wegen einer Sache geknickt, ein bisschen traurig oder etwas beleidigt bin, vom Verstand her aber ganz genau weiß, dass ich dazu keinen Grund habe. Zum Beispiel: Ich schnarche. Laut. Mein Freund verdrückt sich dann manchmal mitten in der Nacht aufs Sofa, weil er dort besser wieder einschlafen kann. Ist also überhaupt nicht böse gemeint. Und trotzdem fühle ich mich dadurch vor den Kopf gestoßen und bin mega eingeschnappt. Das ergibt rational betrachtet nicht den geringsten Sinn und ist einfach nur völlig bescheuert. Aber trotzdem ist es so wie es ist und ich bin grundlos gekränkt. Wir haben dann drüber geredet, aber eine Lösung fürs Problem haben wir nicht gefunden – weil es eben einfach keine gibt. Immerhin ging es mir aber zugegebenermaßen hinterher ein wenig besser, weil mir durch das Reden die ganze Situation so idiotisch absurd vorkam, dass ich danach akzeptieren konnte, dass es eben manchmal keine Lösung gibt, und dass das aber auch nicht schlimm ist.

Das muss man wohl in solchen Situationen mit Humor nehmen und sich eine Art heitere Gelassenheit gegenüber Nicht-Problemen-ohne-Lösung angewöhnen. Tatsächlich kann Reden da unter Umständen etwas bringen, weil man dann nicht so in sich hineingrummelt, sondern die Absurdität besser sehen kann, wenn man seine Gedanken laut ausspricht.

Ich weiß auch nicht genau, wie man das erkennt, wann Reden angebracht ist, und wann es mehr schadet als nützt. Vielleicht kann man das ja so ausprobieren, dass man erst einmal nur zuhört und versucht, herauszuhören, ob der andere sich nur Luft machen möchte, nach Ablenkung sucht oder tatsächlich meine Meinung hören will.

Ich merke gerade, das war wieder einer dieser Essais, in denen ich mir selbst widerspreche und die nicht sonderlich logisch aufgebaut sind. Aber jetzt habe ich es selbst zugegeben, dann kann es mir keiner mehr vorwerfen, Ätsch! 😛 Trotzdem bin ich auf eure Meinungen und Erfahrungen gespannt, die ihr gern in die Kommentare tippen dürft.

Essai 149: Über Diskriminierung

6. September 2015

Dies ist eine Tirade gegen alle Flitzpiepen, die meinen, sich wie Arschlöcher aufführen zu müssen, ohne dass man sie dafür kritisieren dürfte und wenn man es doch tut, krakeelen sie: „Das ist Diskriminierung! Pfui!“ Ihr ahnt es schon, ich habe wieder Facebook-Kommentare gelesen. Ich weiß, meinem Seelenfrieden zuliebe sollte ich das unterlassen, aber manchmal bleibe ich dann doch hängen. Dieses Mal ging es um ein Foto von einem Lokal, das nach neuen Mitarbeitern suchte. Auf einem Aushang an der Eingangstür stand: „Wir suchen dringend: Köchin/Koch, Kellnerin/Kellner, Religion: egal, Refugees: welcome!, Pegida/Legida-Anhang: So dringend ist es dann doch nicht!!“ Es dauerte nicht lange, dann maulten schon die ersten, das sei ja wohl Diskriminierung und auch nicht besser als gegen Flüchtlinge zu wettern. Das Gemaule ging ja noch, die Kommentatoren waren immerhin friedlich. Aber die Hardcore-Rassisten witterten natürlich eine prima Gelegenheit, um Mitstreiter für ihr Gepöbel zu finden. Und dabei dreschen sie die immergleichen Parolen, von wegen, das sei ihre Meinung und sie seien Realisten und diese ganzen „Gutmenschen“ würden schon noch sehen, was sie davon hätten, wenn es dann in Deutschland zum großen Knall käme, dann säßen sie in der ersten Reihe und würden das Zugrundegehen der ganzen „Gutmenschen“ abfeiern, bla-bla-bla …

So. Dass diese rassistischen Klappspaten in Geschichte mal so gar nicht aufgepasst haben, steht wohl außer Frage. Außerdem deucht es mich ein wenig kurzsichtig, dass sie beim von ihnen offenbar herbeigesehntem Tag des jüngsten Gerichts oder was-auch-immer für ihr Hassgepredige belohnt würden. Warum sollte das passieren? Sie leisten überhaupt nichts Konstruktives mit ihrem Gelaber, im Gegenteil, sie zerstören jede Chance auf Dialog und vernünftige Lösungssuche. Aber sich dann auch noch hinzustellen und beleidigt tun und sich diskriminiert fühlen und sich als Opfer stilisieren, das ist einfach die Höhe!

Gut, es stimmt, dass niemand wegen seiner politischen Einstellung benachteiligt werden darf. Das gilt auch für rassistische Arschgeigen. Allerdings ist das kein Freifahrtsschein dafür, sich komplett daneben zu benehmen. Die wenigsten Menschen kommen als Arschloch auf die Welt, jeder besitzt einen freien Willen und kann entscheiden, ob er die Geschehnisse und Tatsachen in der Welt sowie andere Menschen mit Neid und Missgunst, Hass und Misstrauen betrachten will oder mit Wohlwollen, Vertrauen, Menschlichkeit, Herzenswärme und Nächstenliebe. Wer sich also für den Weg des Hasses entscheidet und sich dafür entscheidet, daran festzuhalten, der benimmt sich wie ein Arschloch und ist selbst Schuld daran. Wenn dann jemand sagt, wir wollen hier aber keine Arschlöcher als Kollegen, dann kann man seine Einstellung ändern oder sich einen anderen Job suchen, wo es nichts macht, dass man sich an einer Scheißhaltung festbeißt. Das Problem mit hasszerfressenen Dünnbrettbohrern ist nämlich, dass sie Unfrieden stiften und das (Arbeits)klima vergiften. Man kann also sicherlich auch als Pegida/Legida-Mitläufer in besagtem Lokal arbeiten, wenn man kein rassistisches Arschloch ist und diese Einstellung ständig kundtut. Das wäre dann ja für Pegida/Legida-Mitläufer, die eigentlich total nett sind, eine prima Gelegenheit, zu beweisen, dass es keinen Grund für einen solchen Vermerk auf einem Aushang gibt. Indem man „Diskriminierung“ brüllt, macht man sich aber lächerlich und wirkt wie eine beleidigte Leberwurst.

Zwar ist es faktisch und von der Definition her nicht gänzlich verkehrt, dass es Diskriminierung ist, Menschen, die einer bestimmten politischen Bewegung angehören, auszuschließen. Doch wo will man denn dann die Grenze ziehen? Darf ich dann in einer Stellenanzeige auch nicht schreiben, dass ich Leute mit einem bestimmten Abschluss, einer bestimmten Ausbildung oder Berufserfahrung suche, weil sich dann alle diskriminiert fühlen, die diesen Qualifikationen nicht entsprechen? Muss ich es einfach so hinnehmen, wenn irgendsoein Arschloch geistigen Dünnpfiff durch die Gegend schmeißt, weil er sich diskriminiert fühlen könnte, wenn ich ihn darauf hinweise, dass seine Einstellung scheiße ist? Was ist, wenn dieses Arschloch andere Menschen mit seinem geistigen Dünnpfiff diskriminiert. Muss man das so stehen lassen, weil es sich ja sonst in seiner Freiheit, andere in ihrer Freiheit zu beschneiden, beschnitten fühlen könnte?

Ich würde daher vorschlagen, Diskriminierung nur als solche zu werten, wenn es um Dinge geht, für die man nichts kann und die sich nicht (ohne Weiteres) ändern lassen. Dazu gehören zum Beispiel das Geschlecht, die Hautfarbe, Körpergröße, eventuelle Behinderungen, Herkunft. Auch kann man nichts dafür, wenn man Flüchtling ist, denn ich gehe davon aus, dass man nur aus seiner Heimat flüchtet, wenn man existenziell bedroht wird und/oder um sein Leben fürchten muss. Ansonsten ist man ein Auswanderer. Man kann auch nur bedingt etwas für seine Religion, sofern man dort hineingeboren wurde und damit aufgewachsen ist. Man kann aber was dafür, ob man sich wie ein asoziales, egoistisches, hasserfülltes Arschloch aufführt oder nicht. Wenn man deswegen nicht benachteiligt werden will, soll man anfangen, sich wie ein Mensch zu benehmen.

Essai 141: Über innere Werte und ihre Außenwirkung

23. Mai 2015

„Was zählt, sind die inneren Werte!“ – Diesen Spruch habe ich eine lange Zeit für eine indiskutable Wahrheit gehalten. Bis ich dann immer wieder feststellte, dass ich ziemlich oft missverstanden oder falsch eingeschätzt werde, was gelegentlich reichlich nervig ist. Die inneren Werte, also der Charakter, die Persönlichkeit, das Wesen, was auch immer, sind natürlich wichtig, das stimmt schon. Aber woher sollen denn Außenstehende wissen, welche inneren Werte man hat, wenn man Selbige nicht in irgendeiner Weise zum Ausdruck bringt? Eben.

Als ich noch dachte, Schauspielerin zu werden wäre für mich eine super Idee, habe ich ganz oft Situationen erlebt, in der ich ganz viel „gefühlt“ habe und hinterher fragte mich mein Dozent: „Was war denn mit dir los, bist du eingeschlafen?“ Umgekehrt habe ich auch etliche Diskussionen von Schauspielschülern mit angehört, weil sie der Meinung waren, sie waren „total drin“, aber man hat das von außen überhaupt nicht gemerkt. Das ist dann ein ganz sensibles Thema, weil das so schwierig zu erklären ist, dass es als Schauspieler vollkommen nebensächlich ist, ob man „total drin“ war und „ganz viel gefühlt“ hat, was zählt, ist, wie es beim Zuschauer ankommt. Und kommt beim Zuschauer gar nichts an, dann hat der Schauspieler seinen Job nicht gemacht.

Im wirklichen Leben ist das noch mal etwas anderes als auf der Bühne oder vor der Kamera, das ist klar. Da will man ja nicht unbedingt allen anderen eine Geschichte erzählen, sondern ich denke, die meisten wollen für das gemocht, geliebt, anerkannt und respektiert werden, was sie „sind“. Und die wenigsten wollen auf ihr Aussehen oder irgendeine bestimmte Eigenschaft reduziert werden, weil es dem, was sie „sind“ nicht gerecht wird. Das ist verständlich und ich bin da nicht anders.

Doch man sollte sich stets in Erinnerung rufen, dass niemand Gedanken lesen und in einen hineinschauen kann. Was bleibt einem denn als Außenstehender anderes übrig, als seine Mitmenschen nach den Kriterien einzuschätzen, die diese ihm mitteilen oder die offensichtlich sind?

Ich kann gar nicht wissen, ob die alte Frau, die mich im Supermarkt angeraunzt hat, weil ich in einem Moment geistiger Umnachtung nicht meine Einkaufstasche rechtzeitig aus dem Weg genommen habe, in Wirklichkeit ein total sanftmütiger, liebevoller Mensch ist. Weil sie mir das nicht gezeigt hat, sie hat mir nur gezeigt, dass sie ein ungeduldiger, grummeliger, unhöflicher Meckerpott ist. Und als solchen schätze ich sie dann auch ein. Das ist in diesem Moment nicht gemein von mir, sondern eine logische Reaktion darauf, unfreundlich behandelt worden zu sein.

Umgekehrt darf ich es der alten Dame aber auch nicht verübeln, dass sie in mir ein unhöfliches junges Ding gesehen hat, das keinen Respekt vor dem Alter hat. Schließlich weiß sie ja nicht, dass ich eigentlich ganz nett und höflich bin, nur manchmal etwas in Gedanken versinke und in solchen Momenten nicht sofort schalte, wenn jemand was von mir will. Was ich in dem Moment zum Ausdruck gebracht habe war, dass ich nicht aufpasse, wohin ich meine Einkaufstasche halte und ob ich damit nicht anderen Leuten den Durchgang versperre. Grob ungezogen sowas!

In unserer Gesellschaft gilt Oberflächlichkeit als fürchterlich verpönt, gleichzeitig sind wir aber nun einmal alle oberflächlich, weil es nicht anders geht. Die Kunst besteht dann darin, dass man sich trotzdem gelegentlich die Mühe macht, hinter die Oberfläche zu schauen. Dafür müssen wir jedoch allen unseren Mitmenschen entgegen kommen und ein wenig von unseren eigenen inneren Werten offenbaren. Das geht am besten, indem wir unser Verhalten und unser Handeln daran anpassen. Ab und zu muss man auch den Mund aufmachen, falls subtile Hinweise nicht ausreichend waren.

Allerdings muss man da auch immer abwägen, was man eigentlich will. Wenn ich zum Beispiel stinksauer bin, weil ich mich in einem Moment ungerecht behandelt fühle, ist das manchmal ganz ratsam, das für mich zu behalten, ein paar Mal tief durchzuatmen, meine Gedanken und Argumente neu zu sammeln und zu sortieren und mich dann in aller Seelenruhe, nachdem ich ein oder mehrere Nächte darüber geschlafen habe, damit auseinander zu setzen. So kann ich den Konflikt dann viel klüger lösen als wenn ich gleich an die Decke gegangen wäre.

Bringt man seinen Ärger jedoch nicht zum Ausdruck, gehen Außenstehende zwangsläufig davon aus, dass man einverstanden mit ihrem Verhalten und mit der Gesamtsituation vollkommen zufrieden ist. Seine Forderungen kann man auf diese Weise nicht durchsetzen, weil kein Mensch merkt, dass man welche hat.

Wer sich wie ich nicht so leicht aufregt, eher sanftmütig und friedliebend ist, noch dazu die natürliche Autorität eines verwaisten Eichhörnchenbabys, das von einer flauschigen Katzenmama und ihrem gemütlichen Labradorkumpel großgezogen wird, aufweist und in allen sofort Muttergefühle oder den Beschützerinstinkt weckt, der wird halt schnell mal für etwas bescheuert gehalten. Was kein Problem wäre, wenn ich tatsächlich einfältig und unfähig wäre. Bloß, wenn so ein knopfäugiges, pausbäckiges Grübchengesicht, das zudem keine 1,60 Meter groß ist, anfängt, sich auf die Hinterfüßchen zu stellen, seinen ganzen Mut zusammennimmt und dann zaghaft sein Anliegen hervorzirpt, das nimmt doch keiner ernst! In dem Moment nützen mir meine inneren Werte gar nichts, weil meine Außenwirkung eine ganz andere Geschichte erzählt.

Aber darf man das denn, so aus moralischen Gesichtspunkten, dass man dann ein wenig schauspielt, sich anders zeigt, als man eigentlich privat ist? Soll man sich dann wirklich künstlich aufregen, nur, damit ein Anliegen deutlich wahrgenommen wird? Ich bin da ja nicht so ganz überzeugt … Vielleicht gibt’s ja auch einen Mittelweg. Möglicherweise kann man sich ja mit langem Atem, Geduld, Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit seine Ziele erkämpfen, ohne sich verstellen zu müssen. Was ist eure Meinung dazu?

Essai 132: Über was die Nachbarn denken sollen

3. Oktober 2014

Vor langer Zeit war ich mal mit jemandem befreundet, der mich ziemlich oft ganz schön verwirrt hat. Unter anderem mit einer für mich gänzlich unnachvollziehbaren Angst davor, was bloß die Nachbarn denken sollen. Meine Familie und ich galten in unserer Nachbarschaft zumindest bei denen, die uns nicht übermäßig leiden konnten, als „die Franzosen“ (was ja zumindest halbrichtig ist) und somit als amoralisches, unzivilisiertes Pack. Und ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Ich bin daher in einem Umfeld aufgewachsen, in welchem man einfach nett und freundlich zu allen ist und dann können sie von einem denken, wozu sie Lust haben, das ist dann nicht mehr mein Problem. So lange ich mich so verhalte, dass ich es vor mir und den Menschen, die mir am Herzen liegen, aufrichtig vertreten kann, ist alles andere unwichtig.

Das zumindest ist meine Meinung.

Ich hab jedenfalls damals, als mein Kumpel das erste Mal ängstlich aus dem Fenster sah und flüsterte: „Vorsicht, die Nachbarn!“, gedacht, der macht Witze. Und fand das ziemlich lustig. Erst allmählich wurde mir später klar, dass das ernst gemeint war und verstehe bis heute nicht, warum. Ich denke, wenn man alle Menschen freundlich grüßt, ihnen nicht zu sehr auf die Pelle rückt, sie respektiert und ihre Sachen nicht kaputt macht oder sie irgendwie belästigt oder stört, dann ist doch alles in Ordnung. Dann braucht man doch keine Angst davor zu haben, sie könnten dies oder das von einem denken. Das weiß ich doch ohnehin nicht, was die denken und was in ihren Köpfen vorgeht und wenn die Vorurteile gegen mich haben, ist das auch nicht meine Schuld (vorausgesetzt natürlich, ich benehme mich einigermaßen anständig). Da wird man doch völlig bekloppt, wenn man sich über sowas den Kopf zerbricht. Außerdem: Was für eine unerquickliche Zeitverschwendung.

Nichtsdestotrotz habe ich es vor ein paar Monaten doch mal geschafft, den Unmut einer Nachbarin zu erregen. Ich bin letztes Jahr in eine Wohnung gezogen und wir hatten noch keine Vorhänge. Die ältere Dame sah uns daraufhin immer beim Umziehen im Schlafzimmer zu und war der Ansicht, das sei Erregung öffentlichen Ärgernisses, was uns denn einfiele, wir seien hier nicht beim FKK und sie würde uns anzeigen und das würde richtig teuer für uns werden, Jawoll!

Also offenbar kann man auch den Ärger von seinen Nachbarn provozieren, wenn man es gar nicht beabsichtigt. Darüber könnte ich mir jetzt natürlich Gedanken machen und mir das Leben ein wenig schwieriger und witzloser gestalten. Mein Freund und ich haben es jedoch vorgezogen, Gardinen aufzuhängen. Seitdem ist Ruhe und die Anzeige ist bislang auch ausgeblieben.

 

Essai 130: Über Schüchternheit

27. Juli 2014

Mir ist das immer irgendwie unangenehm, Leute zu unterbrechen, sie zu stören oder sonstwie zu nerven. Ich lasse Menschen ganz gerne erstmal ausreden, bevor ich meinen Quark dazu gebe und ihren Kram zuende machen, bevor ich sie mit einem Anliegen behellige. Mit anderen Worten, ich bin da eher schüchtern. Das ist eigentlich auch gar nicht weiter schlimm, weil ich – wenn es sein muss – meine Schüchternheit überwinde. Das heißt, wenn ich ein wirklich wichtiges Anliegen habe oder es für nicht zumutbar halte, meine Weisheiten der Außenwelt vorzuenthalten, dann mache ich schon auf mich aufmerksam.

Das Problem ist, dass wir in einer Gesellschaft leben, die leise, zurückhaltende, höfliche Menschen für seltsam hält. Schüchternheit, so scheint es mir, wird wie ein Makel behandelt. Und man ruft mit einer eher introvertierten Art den Helferkomplex seiner Mitmenschen auf den Plan. Man wird dann mit gut gemeinten Ratschlägen wie „Du musst gar nicht schüchtern sein“ oder „Komm doch mal mehr aus dir heraus“ oder „Trau dich doch einfach mal was“ traktiert. Ich fang dann immer an, mich zu rechtfertigen. Dabei will ich doch nur erklären, dass das mein Problem ist und dass ich schon damit klar komme, wenn ich mehrere Anläufe brauche oder besonders hartnäckig und penetrant sein muss, um etwas durchzusetzen. Aber ich komme dann in einen Gewissenskonflikt, weil die mir doch bloß helfen wollen und das von Herzen gut meinen, da kann ich doch nicht einfach so undankbar sein und ihnen entgegenblaffen, dass sie sich um ihren eigenen Kram kümmern und mich in Ruhe vor meiner eigenen Haustür fegen lassen sollen. Ich sag schon Bescheid, wenn ich Hilfe brauche, nur will ich erstmal versuchen, selbst eine Lösung zu finden, bevor ich andere mit meinem Gedöns belästige.

Natürlich wäre ich gern manchmal einfach rücksichtslos, laut und unsensibel. Aber das entspricht einfach nicht meiner Persönlichkeit, deswegen bin ich doch kein hilfloses kleines Dummchen, das man ständig retten muss. Wenn mir etwas wichtig ist, dann bleibe ich schon am Ball und wenn ich das nicht tue, dann ist das ganz allein mein Pech oder es war doch nicht so wichtig. Außerdem hat doch alles seine Vor- und Nachteile. Manchmal ist das gar nicht so unschlau, erstmal die Lage zu peilen, auf den passenden Moment zu warten und dann erst seinen Mut zusammenzunehmen und zu handeln. Natürlich kann es dann sein, dass jemand einem die Chance wegschnappt, der erst handelt und dann nachdenkt – aber damit muss man dann halt leben und sich in dem Fall umorientieren.

Schüchternheit, Introvertiertheit und Zurückhaltung sind keine Krankheiten, die man behandeln lassen muss. Das sind einfach Persönlichkeitszüge, bestimmte Eigenarten oder Tendenzen des Charakters. Es muss auch leise Menschen geben, wenn alle laut und wild durcheinander krakeelen, alle die erste Geige spielen wollen und impulsiv handeln, bevor sie über die Konsequenzen nachdenken, dann funktioniert unsere Gesellschaft nicht mehr. Andererseits kommt man nicht vom Fleck, wenn immer alle „Bitte nach Ihnen“ – „Oh nein, nach Ihnen“ – „Ich bestehe darauf: Nach Ihnen“ sagen. Die Mischung macht’s und ich denke, wir können alle voneinander profitieren und uns was von den anderen abgucken. Introvertierte können von Extrovertierten Spontaneität und Durchsetzungsvermögen lernen. Extrovertierte können von Introvertierten Geduld, Feingefühl und Überlegtheit lernen. Aber nur, wenn alle aufhören, sich für etwas Besseres zu halten und den jeweils anderen (bewusst oder unbewusst) verbiegen zu wollen.

Essai 121: Über fröhliches Scheitern

3. Mai 2014

Dass ich wenig davon halte, sich im Auftrag ständiger Selbstoptimierung dauernd zu Höchsterfolgen zu peitschen und immer nur völlig verbissen auf Leistung zu achten, habe ich ja schon mal dezent angedeutet. Doch wie ist das eigentlich, wenn nie etwas zu gelingen scheint und man dauernd nur auf die Fresse fällt? Das ist auf Dauer irgendwann supernervig und frustrierend. Leider ist die einzige Möglichkeit, eines Tages doch noch Erfolge zu erleben, die, sich immer wieder aufzurappeln und es noch einmal zu versuchen. Auch, wenn es vielleicht nicht einfach erscheint, wenn man gerade wieder einmal frisch gescheitert ist, sollte man sich davon nicht zu sehr unterkriegen lassen. Vielleicht hat man sich ein zu hohes Ziel gesteckt und muss in kleineren Schritten und leichter zu erreichenden Teilerfolgen denken. Oder man ist falsch an die Sache herangegangen, ist von unstimmigen Prämissen ausgegangen oder hat seine Fähigkeiten nicht passend eingeschätzt.

Fröhliches Scheitern kann als eine Art Spiel betrachtet werden. Wie ein Rätsel, das es zu knacken gilt. Es ist völlig OK, wenn man erst einmal kurz sitzenbleibt, seine Wunden leckt und sich sammelt, wenn man hingeknallt ist. Aber dann sollte man sich gut gelaunt an die Ursachenforschung machen und neugierig nach Lösungsmöglichkeiten suchen, die man dann vergnügt ausprobiert. Früher oder später wird sich dann schon ein Erfolg einstellen, auch, wenn es vielleicht etwas anderes ist als man sich am Anfang vorgenommen hatte. Aber es muss ja nicht immer alles streng nach Plan laufen. Wenn etwas partout nicht klappen will, dann hat man sich vielleicht an einen Plan gekrallt, der gar nicht zu einem gepasst hat.

Ich denke, wir Menschen lassen uns leicht von gesellschaftlichen Normen beeinflussen, die sich vor mehreren Jahrtausenden irgendwann mal entwickelt haben. Damals haben diese Normen Sinn ergeben und zum Teil tun sie es auch noch heute. Doch das muss nicht zwingend heißen, dass das, was für eine Person das Richtige ist, auch für alle anderen Menschen erstrebenswert ist. Für manche ist es wichtig und richtig, reich zu werden und sich mit tollen Statussymbolen einzudecken. Für manche ist es wichtig, was die Nachbarn über sie denken und die Fassade einer heilen Welt nach außen zu bewahren. Das muss jedoch nicht heißen, dass alle Menschen reich und von den Nachbarn beneidet und bewundert werden müssen.

Meiner Meinung nach erschwert man sich die Möglichkeit, sich nach einer als solcher empfundenen Niederlage zu berappeln, wenn man sich so sehr unter Druck setzt, nach außen hin perfekt zu wirken. Da ist das Scheitern ja eh schon vorprogrammiert, weil niemand perfekt sein kann. Und selbst wenn: Wie langweilig ist das? Was soll man den Rest seines Lebens denn noch machen, wenn man schon alles in seiner Perfektion erreicht hat, was man sich vorgenommen hatte?

Natürlich muss man seine Nachbarn nicht mit Absicht ärgern und sich daneben benehmen. Man muss auch nicht mit Absicht Selbstsabotage betreiben, damit ja nichts gelingt, was man anpackt. Das verstehe ich ohnehin nicht, warum manche Leute mit einer „Böh, das wird eh wieder nix“-Haltung oder „Wieso soll ich das versuchen, wenn das eh nicht klappt“-Attitüde an eine Sache herangehen. Das ist allerdings Stoff für einen eigenen Essai.

Wer fröhlich scheitert und es bestens gelaunt immer wieder probiert und jedes Mal etwas anders macht, verschiedene Herangehensweisen spielerisch ausprobiert, der wird vielleicht nicht reich und vielleicht denken die Nachbarn, Ach du meine Fresse, was ist das denn für ein optimistischer Vollpfosten, doch eines wird er dabei ganz sicher: glücklich. Und zwar ganz aus Versehen, ohne sich das als Ziel gesetzt zu haben. Wenn man von einer gegenwärtigen Situation ausgeht, guckt, was man als nächstes erreichen will und realistisch betrachtet erreichen kann und bei der Lösungssuche die Lehren vergangener Fehler und Erfahrungen mit einbezieht, ist man so gut beschäftigt, dass man gar nicht mehr dazu kommt, sich um Dinge Sorgen zu machen, die man eh nicht ändern kann.

So, und nun wünsche ich allen ein schönes Wochenende.


%d Bloggern gefällt das: