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Essai 84: Über nervige Single-Männer und das, was Frauen wirklich wollen

10. März 2012

Und noch ein Flirtratgeber. Ich muss mich im Vorfeld entschuldigen, möglicherweise wird das für die Männer nicht nur schmeichelhaft. Es ist aber nun mal so: Ich bin dieses ewige „Weiber sind alle scheiße!“ einfach leid. So. Das ist wie in diesem Witz, wo dieser eine Typ immer zu Gott betet: „Herr, lass mich im Lotto gewinnen! Herr, lass mich im Lotto gewinnen!“ und Gott donnert dann irgendwann supergenervt von seiner Wolke runter: „Na, dann SPIEL!“ – Wobei das jetzt nicht heißen soll, dass ich mich für Gott halte, aber seinen Standpunkt kann ich in dieser Situation absolut nachvollziehen. Das ist wie wenn mir Single-Männer vorjammern „Alle Frauen sind scheiße! Die Weiber sind alle gleich! Njö njö njö!“, obwohl sie das in Ermangelung tatsächlichen Kennenlernens von Frauen gar nicht beurteilen können. Und diesen Männern möchte ich jetzt einfach mal den Rat auf den Weg geben: „Na, dann SPIELT doch endlich!“, heißt, geht raus, lernt Frauen kennen, sprecht sie an, unterhaltet euch mit ihnen, trefft euch vielleicht auch mal mit ihnen und dann wird schon irgendwann eine dabei sein, bei der es passt und wo alles sich ganz natürlich fügt und die eben nicht „scheiße!“ ist. (Das gilt natürlich auch für die nervigen Single-Frauen, die herumjammern, es gäbe keine guten Männer, bzw. sie seien wie öffentliche Toiletten: besetzt oder beschissen. Geht raus! Sprecht Männer an! Lernt sie kennen! Und dann gucken, was passiert)

Die Frage ist: Wenn wirklich alle Frauen scheiße sind, warum wollen diese nervigen Single-Männer dann überhaupt unbedingt eine? Das ist doch unlogisch. Ich finde zum Beispiel, dass Fisch scheiße schmeckt und deswegen esse ich keinen. Allerdings mag ich sehr gerne Kuchen. Und wenn ich Lust auf Kuchen habe, dann backe ich welchen oder gehe in die nächste Bäckerei. Nun kann man sich seine Traumfrau nicht backen, aber man kann raus gehen und Frauen ansprechen und dann ist früher oder später schon eine dabei, mit der es sich gut eine Weile aushalten lässt. Das muss ja nicht im Club sein, wenn man Discos nicht leiden kann, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Da ist es laut und stickig und man kann sich nicht vernünftig unterhalten, geschweige denn kennen lernen. Aber, was man auch in Clubs und Discos machen kann, ist Frauen ansprechen. Und – Bitte! Jungs! – lasst das mit dem „Mut antrinken!“, Bierfahnen sind widerlich und die meisten Männer werden durch Alkohol distanzlos und schmierig. Und „Darf ich dir einen Drink spendieren“ ist der lahmste Anmachspruch überhaupt! Habt einfach ein wenig Feingefühl, dann merkt ihr schon, wann es passt, die Frau anzusprechen, die ihr euch ausgeguckt habt. Ich hab das in meiner Sturm und Drang-Zeit, als ich noch häufiger solche Etablissements aufgesucht habe, häufiger erlebt, dass mich plötzlich irgendein Typ doof von der Seite anquakt, ob er mir einen Drink spendieren dürfe und ich hatte den Kerl vorher überhaupt nicht wahrgenommen, weil ich mit meinen Freunden auf der Tanzfläche war und zwar – man glaubt es kaum – um zu tanzen, nicht um hinterher mit einem plumpen Spruch belästigt zu werden. Weil ich aber höflich bin und ich durchaus anerkannt habe, dass der Mensch da seinen ganzen Mut zusammengenommen hatte, um mich das zu fragen, lehnte ich mit einem „Nein, Danke“ ab. Und dann fing dieser Typ auch noch an zu betteln: „Och, komm schon! Warum denn nicht?“ – Warum tun Männer so was? Ist das immer noch dieses bescheuerte Gerücht, Frauen würden „Ja“ meinen, wenn sie „Nein“ sagen? Leute, da gab es einen Sinnverdreher, Frauen fällt es verdammt schwer „Nein“ zu sagen, deswegen, WENN sie es sagen, meinen sie es auch so! Und „Ja“ auf die Frage, ob man einen Drink umsonst haben will, ist noch kein „Ja“ auf die Frage nach Sex. Also, zwei Möglichkeiten, wenn ein Mann eine Frau in der Disco aufreißen will: Erstens, er will nur mit irgendeiner Frau schlafen, dann ist es das Beste, einfach mal reihum freundlich und selbstbewusst alle Frauen zu fragen und dann ist irgendwann eine dabei, der langweilig ist und die „Ja“ sagt. Zweitens, ihr wollt was längerfristiges und seid auf der Suche nach einer richtigen Freundin, dann wartet den richtigen Moment ab (der ist NICHT, wenn sie gerade aufbricht, um nach Hause zu gehen!) und seid einfach nett, freundlich, authentisch, ehrlich, humorvoll und unaufdringlich. So was wie „Hey, ich bin XY, ich würde dich ja gerne anquatschen, und mich mit dir unterhalten, weiß aber nicht wie“ oder was auch immer, aber stellt euch persönlich auf eure Gesprächspartnerin ein und kommt nicht mit so bescheuerten Platitüden um die Ecke. Und lasst bitte dieses Überrumpeln, ein bisschen mehr Einfühlungsvermögen, meine Herren.

À propos Einfühlungsvermögen. Ich meine damit nicht, dass man(n) immer für alles Verständnis haben muss und alles toll finden muss, was einem so zugemutet wird. Es geht nicht um das ‚Was‘, sondern um das ‚Wie‘. Es ist letzten Endes vollkommen wurscht, wo ihr Frauen ansprecht und was ihr sagt, es kommt drauf an, wie ihr das tut. Frauen haben gern das Gefühl, dass sie persönlich gemeint sind. Wenn sie das Gefühl haben, da checkt einer einfach mal alle Hühner ab, die nicht bei drei auf den Bäumen sind und dann schaut er mal, welche er erwischt, dann ist das für Frauen extrem beleidigend. Wir mögen sowas nicht. Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass Männer das toll finden, wenn eine Frau sie erst mit einer Standardfloskel anquatscht und ihnen dann überhaupt nicht zuhört, den Blick vielleicht auch noch schweifen lässt und nicht ansatzweise auf das eingeht, was man erzählt. Das ist unhöflich und respektlos. Sollte das mal bei einer klappen, dann weil sie richtig verzweifelt ist und überhaupt keine Selbstachtung hat und dann kann man(n) sich auch schon mal darauf einstellen, dass es schwieriger wird, diese bedauernswerte arme Seele wieder loszuwerden (was sie dann ziemlich schnell wollen werden), als sie abzuschleppen.

Es erfordert zwar mehr Mut, ist aber meiner Ansicht nach erfolgversprechender, Frauen im Alltag auf der Straße oder beim Einkaufen anzusprechen. Da gibt’s ja auch eine Fülle an Anquatsch-Vorwänden, wie die Frage nach der Uhrzeit oder dem Weg. In Läden kann man fragen, wo man ein bestimmtes Produkt findet, oder ob man Hilfe bei einer Kaufentscheidung bekommen könnte, und so weiter. (Gilt natürlich genau so für Frauen) Natürlich birgt dies auch das Risiko, dass die Frau nicht mitbekommt, dass das eine Anmache sein soll oder dass sie schon nen Freund hat. Aber dieses Risiko sollte man dann auch ruhig mal eingehen. Ist doch egal, selbst wenn da nicht mehr draus wird, so hat man doch eine nette Begegnung gehabt. Eine nette Begegnung ist sowieso das beste, auf das man beim ersten Ansprechen hoffen kann. Und wenn Bedarf besteht, sich wiederzusehen, kann man das nach einer netten Begegnung auch einfach geradeheraus fragen, dann wissen alle Bescheid. Das nach einer lahmen Platitüde zu fragen, ist aber bescheuert.

Andere Möglichkeit, für Schüchterne, die sich nicht trauen, einfach so mal wildfremde Leute auf der Straße anzuquatschen, ist, sucht euch ein Hobby! Und zwar ein Hobby, bei dem man rausgeht und Leute trifft. Das kann ein Sprachkurs sein, eine Theatergruppe (kann ich sehr empfehlen, funktioniert hervorragend!), ein Lesekreis, ein Chor (die haben sowieso immer Männermangel), ein Tanzkurs (dito!), irgendwas. Aber man kann doch nicht anfangen, alle Frauen kategorisch scheiße zu finden, wenn man überhaupt keine kennen lernt. Das nervt! Und Möglichkeiten gibt es ja reichlich. Und wenn das alles nichts hilft, dann scheiß doch auf den blöden Stolz und mal im Internet gucken oder zu Single-Veranstaltungen gehen.

Ich habe übrigens den Eindruck, dass Männer und Frauen beim Kennen lernen nicht den gleichen Rythmus haben. Frauen lassen sich in der Anfangsphase gern ein bisschen mehr Zeit und wenn sie sich dann erst einmal in einer Beziehung wähnen, stellen sie auch Ansprüche, dann wollen sie plötzlich ein Mindestmaß an Sicherheit, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Respekt vom Mann und der Mann denkt, Ohgottohgott, meine Freiheit, Aaaaah! Nix wie weg! Ach nee, geht nicht, dann bin ich ja wieder allein, das ist ja auch doof, dann geht das ganze Theater ja von vorne los, wie unbequem, ich geh lieber in die innere Immigration. Männer wollen beim Kennen lernen immer so vorpreschen, da muss immer alles ratzfatz gehen und wenn man(n) die Frau dann erstmal erobert hat, muss man(n) sich ja keine Mühe mehr geben und kann sich entspannt zurücklehnen und machen, worauf man(n) Bock hat und lassen, worauf man(n) keinen Bock hat. Ich frage mich, wieso trotzdem so viele Beziehungen funktionieren… Hmm… Also, meiner Erfahrung nach darf man dem anderen nicht alles immer gleich so krumm nehmen und mit Wohlwollen und Humor ertragen sich die Macken des anderen leichter. Und frei von Macken ist eh niemand. Dann wird man auch eher ernst genommen und da eher drauf eingegangen, wenn mal WIRKLICH etwas gar nicht geht.

Also, nervige Single-Männer, nervige Single-Frauen, hört auf zu jammern und euch selbst zu bemitleiden und allen außer euch die Schuld für euer Alleinsein aufzubrummen und geht einfach mal raus, stürzt euch ins Getümmel und guckt was passiert. Früher oder später passt es dann schon. Und wenn’s passt, dann passt’s.

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Essai 79: Über kommunikationsbedingte Schwierigkeiten im Balzverhalten und misslingende Flirtstrategien

14. Dezember 2011

Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen, das wusste schon Loriot. Sie sprechen zwar dieselbe Sprache, aber nicht die gleiche. Eine grammatikalische Spitzfindigkeit, so mag es auf den ersten Blick scheinen, die aber nichtsdestoweniger schwerwiegende Folgen für das Gelingen oder Scheitern von Balzverhalten und Flirtstrategien mit sich bringt.

Normalerweise halte ich ja nichts von diesem ewigen ‚typisch Frau – typisch Mann‘-Gedöns, aber irgendwie stoße ich mit dieser Haltung dann doch immer wieder an meine Argumentationsgrenzen. Manche Dinge scheinen doch überwiegend ‚typisch Frau‘ andere wiederum ‚typisch Mann‘ zu sein. Das passt mir nicht in den Kram, aber bietet immerhin viel Diskussionsstoff, also passt mir das doch in den Kram.

Meiner Meinung nach ließe sich ein erheblicher Teil von Liebesleid und Herzschmerz vermeiden, wenn Frauen lernen würden, die ‚Männersprache‘ zu verstehen und umgekehrt die Männer die ‚Frauensprache‘. Natürlich gibt es auch da immer wieder Ausnahmen, aber der Regelfall ist meiner Erfahrung nach doch der, dass das Männchen in eindeutiger Balzabsicht auf das Weibchen zumarschiert, es nach einigem – aus seiner Sicht – lästigen Vorgeplänkel mit einem – seiner Meinung nach – ausgeklügelten Flirtangebot überrumpelt und das Weibchen vollkommen überrascht in ein Herumgeeiere verfällt, welches das Männchen völlig verunsichert zurücklässt. Hinterher jammert das Männchen, es klappe doch nie mit diesen Frauen, nie könnten die mal eine eindeutige Antwort geben und eine klare Ansage machen und diese Weiber seien doch alle gleich. Das Weibchen indes, von dem Schock noch nicht ganz erholt, beklagt sich darüber, was das denn solle, diese Männer immer, warum müssten die einen so plump überrollen, man habe doch überhaupt nichts getan, jedenfalls nicht bewusst, was hätte als Interessensbekundung ausgelegt werden können, man habe doch nur freundlich gegrüßt und überhaupt kenne man sich doch nur vom Sehen, was denkt der eigentlich, man müsse sich doch erstmal nett unterhalten und sich kennenlernen anstatt gleich mit der ganzen Tür ins Haus zu fallen, oder habe man etwa doch etwas kommuniziert, was der falsch verstanden hat und Oh nein! jetzt habe man diesem armen Menschen falsche Hoffnungen gemacht, wie komme man aus dieser unangenehmen Situation nur bloß wieder heraus, am besten, man gehe ihm aus dem Weg und hoffe, man laufe sich nicht zufällig doch über selbigen und Ohgottogott! was, wenn man ihm doch mal zufällig begegne, was solle man da bloß tun…

Allein an der Länge beider Gedankenströme lässt sich schon eine bemerkenswerte Tendenz ausmachen: Frauen grübeln und denken viel mehr nach als Männer, neigen zu Schuldgefühlen und Gewissensbissen, suchen die Schuld grundsätzlich erst einmal bei sich selbst und haben Mitleid mit dem armen Kerl, dem sie gerade eine so dumme, uneindeutige Abfuhr erteilt haben. Männer machen es sich leicht, da sind einfach alle Frauen Schlampen (außer Mutti), das wird dann von den männlichen Leidensgenossen abgenickt und damit ist der Fall erledigt.

Dieses Balzverhalten KANN nicht funktionieren.

Das Folgende richtet sich vornehmlich an die Jungs, tut mir leid, aber die Mädels haben schon genug von mir abbekommen in meinem Essai über nicht komische Frauen, jetzt  seid ihr halt auch mal dran. Muahahaha. Also. Hört um Himmels willen endlich einmal auf, ständig den Frauen die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben, dass eure Flirtstrategien für’n Arsch sind! Ernsthaft, was soll denn das, ihr könnt doch nicht erwarten, dass das Objekt eurer Begierde euch sofort um den Hals fällt, nur weil ihr mit den Fingern schnipst. Und nein, zwei-drei Sätze Vorgeplänkel reichen in der Regel nicht aus, um sich kennen zu lernen. Und ja, das muss sein, dass man sich erst einmal kennen lernt, bevor frau weitergehende Schritte in Erwägung zieht. Ich rede jetzt davon, dass man(n) tatsächlich an der Dame interessiert ist und nicht bloß irgendwen für’s Bett sucht. Ist letzteres der Fall, sollte man(n) am besten sorgfältig die Lage peilen und nach Gleichgesinnten Ausschau halten. Ist der Mann aber wirklich gewillt, auch außerhalb dessen Kontakt mit dem Zielobjekt zu halten, sollte er dieses Interesse auch dadurch kund tun, dass er sich für die Frau tatsächlich interessiert.

Hö?

Das ist die typische Reaktion, wenn ich versuche, dies einem Mann klar zu machen. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was es daran nicht zu verstehen gibt, aber da ich heute in großmütiger Stimmung bin, werde ich mal versuchen, dieses Geheimnis zu lüften. Wenn eine Frau anfängt, etwas zu erzählen und der Mann geht überhaupt nicht darauf ein, wartet nur notdürftig, bis sie einigermaßen fertig ist, um ganz kurz etwas von sich zu erzählen, dabei den Eindruck zu erwecken, seine Sichtweise sei die einzig Richtige, um dann aus völlig heiterem Himmel mit der Frage herauszuplatzen, ob die Dame möglicherweise geneigt sei, mit ihm zu dinieren, dann ist das ganz falsch. Das, was bei der Frau ankommt ist nämlich folgendes: „Ja, ja, Blablabla, du mich auch, ach à propos, Bock auf Sex?“ Dass die Frau in einer normalen Alltagssituation darauf mit nicht zu bändigendem Enthusiasmus reagiert ist sehr unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist die oben bereits erwähnte Reaktion. Das weibliche Herumeiern: „Äääääääääääääääääääääääh, Öööööööööööööööhm, Na jaaaaaaaaa, weiß niiiiiiich, neeee, irgendwie nich soooooooooo, also, du bist ja ganz nett und alles, aber mehr auch nicht, also, als Freund vielleicht, aber du bist einfach nicht so mein Typ….“

Wenn ein Mann aber erst einmal völlig ohne Hintergedanken sich ernsthaft mit der Frau unterhält, sich wirklich für das interessiert, was sie erzählt, dann läuft das Gespräch von ganz alleine und dann kann er ja ganz beiläufig fallen lassen, wenn man sich schon eine Weile angeregt unterhalten hat, ob man das Gespräch nicht bei einem Kaffee fortführen wolle, oder so etwas in der Richtung. Schön subtil, höflich, unaufdringlich. Das ist keine Garantie für Erfolg, aber die Wahrscheinlichkeit, eine eindeutige, aber freundliche Antwort („Würde ich gern, aber ich habe einen Freund“, „Würde ich gern, aber ich muss zum Seminar/zur Arbeit/etc.“, „Ja.“, …) ist doch um einiges höher, als in Version 1.

Wichtig ist auch, dass die Männer dieses Herumgeeiere den Frauen nicht allzu übel nehmen. Ich weiß, das ist echt doof von uns, keine klaren Antworten zu geben. Obzwar ich finde, dass Herumgeeiere eigentlich schon ein eindeutiges ‚Nein!‘ ist, das sich nur noch überlegen muss, wie es sich möglichst wenig verletzend seinen Weg nach draußen bahnt. Und das ist der Punkt. Frauen eiern nicht herum, um die Männer zu ärgern, sie eiern herum, weil sie sie gerade nicht ärgern wollen, aber wissen, dass der arme Kerl gerade seinen ganzen Mut aufgebracht hat, um sie anzusprechen und zu fragen und jetzt muss man diesem bedauernswerten Tropf einen Korb geben, will aber auch nicht gemein sein. Frauen wurde und wird seit Anbeginn der Menschheit eingebläut, sie müssten immer hübsch freundlich und höflich sein, immer nett lächeln und winken. Das heißt, wenn eine Frau nett lächelt und winkt, dann heißt das in erster Linie gar nichts. Männer denken dann immer gleich, das wäre eine Flirteinladung, aber nein, es ist einfach nur nett und höflich gemeint. Und wenn eine Frau sich eine Haarsträhne hinter das Ohr klemmt, heißt das in erster Linie nur, dass diese Haarsträhne sie vor dem Ohr genervt hat, das ist kein Geheimcode für „Ich will mit dir schlafen. Jetzt. Sofort.“ Das wäre wirklich mal ein Fortschritt, wenn Männer das endlich mal kapieren könnten! Alles, was nicht „Ja“ ist, ist ein „Nein“. Und Körpersprache muss man immer im Gesamtkontext betrachten, die Persönlichkeit der Zielperson und die gegenwärtige Situation mitberücksichtigen. Das ist nun mal immer ein Risiko, wenn man versucht mit jemandem ins Gespräch zu kommen, man kann sich nicht im Vorhinein dadurch absichern, dass man die Frau beobachtet und sobald sie ihr Haar geschüttelt hat auf sie losstürmt und sie mit seiner Paarungsbereitschaft überrumpelt.
Also, noch mal konkret: „Äääääähm… Na jaaaaaa…. Öööööhm“ heißt „Nein“. „Ich hab gerade keine Zeit“ heißt „Nein“. „Nein“ heißt „Nein“. „Danke, aber ich will / muss jetzt irgendwas anderes tun / irgendwo hin“ heißt „Nein“. „Du, das passt mir gerade nicht“ heißt „Nein“. „Ja“ heißt „Ja“. Eigentlich sind das doch ganz klare Ansagen, oder?

Abschließend doch noch ein kleiner Arschtritt für meine Geschlechtsgenossinnen: Sprecht doch auch mal die Männer an. Die meisten Männer freuen sich und wenn nicht, dann sind sie rückständige Troglodyten und dann ist man ohne sie sowieso besser dran. Hört auf, euch hinter längst überholten Balztraditionen zu verstecken und immer nur zu verlangen, der Mann müsse den ersten Schritt machen und wenn er es dann tut, eiert ihr wieder rum. Das lässt sich ganz einfach vermeiden, indem ihr auch mal die Initiative ergreift.

So.

Und nun packe ich meine kleinen Cupido-Flügelchen wieder in die Schublade, räume Köcher und Pfeile ordnungsgemäß weg und gucke How I met your mother.


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