Archive for Januar 2010

Essai 51: Über Freiheit und unser Schulsystem

29. Januar 2010

Neulich las ich in der Zeitung von dieser Familie, die ihre Kinder partout zu Hause unterrichten wollte und deswegen – weil das deutsche Schulsystem das nicht erlaubt – geflüchtet ist. Erst nach Österreich, jetzt in die USA. „Politisches Asyl“ haben sie beantragt – und bekommen.

Deren Anwalt nutzte dann auch gleich die Gelegenheit, das deutsche System als wider die Menschenrechte, faschistoid und gemein zu bezeichnen und überhaupt, das kennt man ja schon von den Deutschen, da war doch mal was…

Das Hauptargument dieses bewundernswert klugen Mannes war, das deutsche Schulsystem sei sowohl ein Ein- als auch ein Angriff auf die „persönliche Freiheit“ des Menschen.

Ja.

Da hat mal wieder einer nur bis zu seiner Nasenspitze gedacht. Wahrscheinlich ist der gute Mann auch nie aus seinem Land wirklich rausgekommen und dass er da mit pathetischen Worthülsen zuindoktriniert ist, kann man ihm sicher nicht zum Vorwurf machen.

Von den Hauptbetroffenen in dieser ganzen Seifenoper – nämlich den Kindern – hört man interessanterweise gar nichts. Wer weiß, vielleicht fanden sie den Sexualunterricht an der Schule gar nicht sooo schlimm. Und vielleicht hätten sie Freunde an der Schule gehabt, hätten die Eltern diese nicht als Werk Satans verdammt und ihre Kinder somit der berechtigten Lächerlichkeit preisgegeben. Und vielleicht hätten die Kinder selbständiges, kritisches Denken lernen können, hätten sie die gleichen Möglichkeiten geboten bekommen, wie alle Kinder hierzulande in ihrem Alter.

Die „persönliche Freiheit“ die hier angeblich vom bösen Staat verfolgt wurde – Ja, auf die eine regelrechte Hexenjagd verübt wurde – ist nicht die persönliche Freiheit der eigentlichen Betroffenen. Es ist die Uneinsichtigkeit und Verblendung der Eltern. Das ist sicher nicht das, was der Urheber der Religion, der sie sich zugehörig wähnen, im Sinn hatte, als er seine Weisheiten unter die Leute brachte.

Komisch, dass immer dann von „persönlicher Freiheit“ die Rede ist, wenn es darum geht irgendein stures, egoistisches, uneinsichtiges, borniertes Ziel, das man sich in den Kopf gesetzt hat, durchzusetzen.

Hundebesitzer haben keine Lust, die Kacke ihrer Lieblinge aufzusammeln, selbst wenn sie mitten im Weg jeden anderen Fußgänger erwartungsfreudig dazu auffordert hineinzutreten? Man will gar, dass sie eine Plastiktüte mitnehmen? Rabääh, meine persönliche Freiheit, nje nje nje…! Gleiches gilt, wenn man möchte, dass die Hunde angeleint bleiben, damit sie keine Wildtiere jagen: Mömömö … persönliche Freiheit… bla. (Natürlich, ich weiß, nicht alle sind so, keine Verallgemeinerungen, usw. Hier ist aber die Rede von denen, die sich rücksichtslos aufführen)

Oder der Nichtraucherschutz. Endlich hat man mal eine einigermaßen praktikable Lösung gefunden, die da wäre entweder Essen oder Rauchen, aber der Weg dorthin, was für ein Krampf und was haben die sich alle angestellt. Und immer wieder: Boah, Menno, wie gemein, meine persönliche Freiheit wird angegriffen, fününününü. Und überhaupt, alle Nichtraucher sind Faschos, So, da habt ihrs.

Ich finde, indem man Leute, die sich auch mal um wen anders Gedanken machen, als immer nur um sich selbst, als Faschos bezeichnet, tritt man die Gräber all jener, die von den echten Faschisten ermordet wurden, mit Füßen und Schlimmeres. Das spricht für eine Ignoranz ohnegleichen, für grenzenlose Borniertheit (das ist ein bewusstes Paradoxon) und für puren Egoismus. Dass ich dafür nicht viel übrig habe, habe ich das eine oder andere mal bereits dezent und subtil angedeutet.

Dabei ist Freiheit etwas Großartiges. Nur – das hatte bereits Goethe/Werther erkannt – die Freiheit macht den Leuten Angst. Weil die Freiheit zwingend auch Unbekanntes voraussetzt und das haben die meisten Leute nicht so gern. Hm, Nee, so viel Verantwortung, nachher mach ich noch was kaputt, lass man gut sein. Ist ja auch ihr gutes Recht, denn man kann sich – wenn man frei ist – auch für das Altbekannte und Bewährte entscheiden. Die Betonung liegt hier auf dem ENTSCHEIDEN können, das ist nämlich der springende Punkt.

Was die Äpfel, Birnen und Gurken die ich da oben verglichen habe nämlich gemeinsam haben, ist folgendes: In allen drei Beispielen wurde den eigentlich Betroffenen (die Kinder, die in-Scheiße-tretenden Fußgänger / die gejagten Wildtiere, die nicht-passiv-rauchen-wollenden Mit-Lokalbesucher) die Möglichkeit genommen, sich zu entscheiden.

Die Kinder haben dadurch, dass man sie aus dem sozialen Umfeld gleichaltriger Kinder nahm, ihnen den Lernstoff, den alle ihre Altersgenossen beigebracht bekommen, vorenthielt, die Möglichkeit verloren zu wählen, was sie denken möchten. Was sie glauben möchten. Auf welcher Grundlage sie sich entscheiden wollen zu handeln. Das ist nur die egoistische Selbstgerechtigkeit der Eltern, die diese Kinder von der Außenwelt abschottet, sie daran hindert, ihre eigenen Erfahrungen zu sammeln und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihre eigenen Fehler zu machen.

Was spricht denn dagegen, dass man seine Kinder zusätzlich zum Schulunterricht zu Hause unterrichtet? Dann können sie sich nämlich entscheiden. Und dann sind sie auch frei. Aber vermutlich ist es genau das, was die Eltern vermeiden wollten. Komisch. Wo sie sich ihrer Sache so sicher sind, dass sie in einem anderen Land „politisches Asyl“ beantragen. Da sollte man doch meinen, wenn es für Leute nur eine einzige Wahrheit gibt, dass gar nicht erst die Gefahr besteht, etwas anderes für die Wahrheit zu halten. Wenn gar nichts anderes als DIE Wahrheit infrage kommt, ist es doch wurscht, was die Kinder in der Schule beigebracht bekommen. DIE Wahrheit bleibt die Wahrheit.

Wenn überhaupt irgendetwas gegen die „persönliche Freiheit“ und somit gegen die Menschenrechte verstößt, dann, dass man den Leuten rücksichtslos und selbstgerecht die Möglichkeit nimmt, zu wählen.

Na ja, aber vielleicht sehe ich das ja auch alles ganz falsch. Vielleicht sind die Kinder total gut drauf ohne ihre persönliche Freiheit. Vielleicht wollten sie die eh nicht. Ist ja auch viel einfacher ohne, man hat für alles eine Antwort und man muss die sich nichtmal selber ausdenken, weil das ja alles schon vorgekaut ist von fanatischen Spinnern, die sich alles so zurechtinterpretieren, wie es ihnen in den Kram passt. Vielleicht sind sie glücklich. Und wer will schon frei sein, wenn er sich glücklich wähnt?

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Essai 50: Über Hindernispfleger und Sorgenzüchter

16. Januar 2010

Über einen besonderen Menschenschlag habe ich ja bereits etwas geschrieben: Die Bedenkenträger und Problemmacher. Dabei habe ich übersehen, dass es ja noch ein ähnliches Grüppchen bemerkenswerter Zeitgenossen gibt, die einem nicht minder das Leben schwer machen: Die Hindernispfleger und Sorgenzüchter.

Was ist der Unterschied zwischen diesen Spielverderbern? Hauptsächlich der, dass unsere Freunde die Bedenkenträger ihre selbstgebastelten Probleme nicht unbedingt mögen – während die lustigen Sorgenzüchter und Hindernispfleger ihre Zipperlein lieben, hegen und pflegen.

Klingt komisch, ist aber so. Was vielleicht als kleines Hindernislein anfängt wird zur großen, kräftigen Katastrophe gepflegt. Und was man im Schweiße seines Angesichts so liebevoll mit selbstgekochter Wehwehchen-Suppe großgezogen hat, gewinnt man irgendwo auch lieb. Vor allen Dingen dann, wenn man sonst nichts zu haben glaubt, das einen am Leben hängen lässt.

Die Sorgenzüchter haben dieses Können gar zu einer Kunst erhoben. Mit geradezu bewundernswertem Einsatz werden auch dort Sörgchen entdeckt, wo gar keine sind. Also ursprünglich jetzt. Und diese kleinen Schößlinge werden dann schön mit Panikdünger angereichert und mit dem Wasser der eingebildeten Apokalypse gegossen, bis auch sie groß und stark gewachsen sind und man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Macht auch nichts, weil man dann sogar noch ein Problem mehr hat. Supi. Dann schaut man sich um und denkt: „Oha. So viele Bäume. Wo is’n der Wald? Oh mein Gott, die Welt geht unter.“ Ja, das Leben ist schön.

Das wäre ja auch alles ganz prima, wenn die Hindernispfleger und Sorgenzüchter sich obendrein nicht auch noch bemüßigt sähen, alle ihre Mitmenschen an ihrem ansehnlichen Sammelsurium unterschiedlichster Katastrophen teilhaben zu lassen. Und dann auch noch beleidigt sind, wenn man ihnen versucht klar zu machen, dass das doch alles halb so wild ist.

Als vernünftiger Mensch steht man solchen Erscheinungen recht hilflos gegenüber. Man versucht dann mit gesundem Menschenverstand und logischen Schlussfolgerungen seinen spinnerten Gegenübern nahe zu bringen, dass sie sich – nun ja – nicht so anstellen sollen und alles was man dafür bekommt ist Undank und beleidigtes Lebergewurste.

Was kann man also tun?

Auf gar keinen Fall sollte man in die Helferfalle tappen. Denn dann wird man den Sorgenzüchter nicht mehr los. Der fühlt sich nämlich in seinem albernen Gejammere bestätigt und hält seine selbstgebackenen Katastrophen für tatsächlich existent, denn wenn dem nicht so wäre, würde ihm ja auch keiner Hilfe anbieten. Und eh man sich’s versieht ist man zu dem passenden Gegenstück des Hindernispflegers geworden, dem seelischen Mülleimer. Was man anfangs im Sinne der Nächstenliebe tut, verselbständigt sich und man kommt aus dieser Tretmühle nicht mehr raus, ohne dass es Verletzte gibt. Es geht dem Sorgenzüchter und Hindernispfleger nämlich keinesfalls darum, seine Hindernisse zu überwinden und seine Sorgen zu lösen, sondern es geht ihm lediglich um das Gedankenabsondern. Und da das alleine erstens langweilig und zweitens auch irgendwie bekloppt ist, brauchen sie zur verbalen Gedankenabsonderung ein entsprechendes Gefäß – den seelischen Mülleimer.

Hindernispfleger und Sorgenzüchter sind fürchterliche Egoisten, das darf man nicht vergessen. Und da sie sich alleine über ihre unüberwindbaren Hindernisse und unlösbaren Sorgen definieren, wehren sie sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen, dass man sie ihnen einfach so wieder wegnimmt.

Also, was kann man tun? Die Beine in die Hand nehmen und rennen, rennen, rennen.

Essai 49: Über Studiengebühren und den geplanten Umzug der Uni Hamburg

10. Januar 2010

Seit 2007 gibt es Studiengebühren an der Uni Hamburg. Das ist natürlich ein Unding, ist die Bildung so nicht mehr für jeden zugänglich. Das steht denke ich außer Frage.

Wenn man also schon so etwas Idiotisches einführen muss, sollte man doch das Geld, das dadurch in die Kassen fließt wenigstens sinnvoll nutzen. Sinnvoll heißt, im Sinne der Zahlenden, also der Studenten. Zugegeben, es gibt jetzt Seifenspender auf den Toiletten, manchmal ist sogar Seife drin, das ist schön. Ob die Papierspender am selben Ort nun automatisch sind oder nicht ist mir persönlich wiederum völlig egal. Ja, und was macht man sonst mit den Studiengebühren? Keine Ahnung.

Man könnte zum Beispiel dafür sorgen, dass eine größere Auswahl an Kursen und Seminaren angeboten wird. Neue Leute einstellen. Das unsägliche Bürokratie-Gedöns in Sachen Bachelor-Master mal vereinfachen und mal ein bisschen Ordnung und Übersicht da rein bringen, anstatt jedes Semester neue Regeln einzuführen wo nachher keiner mehr durchblickt und niemand von den verschiedenen Abteilungen – die offensichtlich nicht miteinander kommunizieren – sich zuständig fühlt. Oder man könnte besseres Essen in der Mensa anbieten. Das Essen ist zwar nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Außerdem erhöhen sie da auch dauernd die Preise. Man könnte auch einen neuen Studiengang „Theaterwissenschaften/Theaterpädagogik“ einführen, wo Hamburg doch eine der wichtigsten Theaterstädte ist.

Was macht man stattdessen?

Man diskutiert darüber, ob die Uni Hamburg nicht in die Hafencity umziehen sollte.

Da ist nichts. Da will keiner hin. Das kostet schweineviel Kohle. Außerdem gehen sämtliche Läden und die drei millionen Coffee Shops im Grindelviertel pleite wenn die Uni da weg zieht.

Nichts als Nachteile also? Keineswegs, denn die Hafencity ist DAS aufstrebende Schickimicki-Viertel von Hamburg und die Uni da hin zu bugsieren wäre volle Kanne prestigeträchtig. Und das ist nämlich das Ding: Das Prestige wichtiger ist als alles andere. Die Studenten wollen alle im Grindelviertel bleiben? Egal. Die Uni ist gut da wo sie ist, sie müsste nur ein wenig renoviert werden, was viel weniger kosten würde, als sie komplett woanders hin zu verfrachten, so dass Geld übrig bliebe für wichtige Dinge, die WIRKLICH im Argen liegen? Egal. Man macht durch den Umzug völlig überflüssigerweise neue Schulden? Egal. Die Läden im Grindelviertel gehen pleite? Egal. Das Grindelviertel verwaist? Egal. Die Hafencity ist am Arsch der Heide und die U4, die da hinfahren soll ist auch noch lange nicht fertig und wird es so schnell auch nicht werden, weil man sich da mal wieder verkalkuliert hat? Egal.

Und das ist das, was immer wieder auffällt. Man könnte durch pragmatisches, logisches Denken so viel Geld sparen und sich dabei auch noch beliebt machen, aber alles was zählt ist Prestige, Prestige, Prestige. Klotzen, nicht kleckern. Protzen statt nützen.

Essai 48: Über neospießige Anwandlungen meiner Generation

3. Januar 2010

Ist schon mal jemandem außer mir aufgefallen, dass sich ständig alles wiederholt? Mit der Spießigkeit ist das genauso. Auf eine rebellische Generation folgt eine Generation, die ihre Ruhe haben und zu Hause spießigen Werten frönen will. Die Generation darauf freut sich einen Keks, weil sie dann wieder was hat, wogegen sie rebellieren kann (die spießigen Werte) und die Generation darauf ist dann von der Rebelliererei genervt und sehnt sich wieder nach Ruhe und Spießigkeit: Sturm und Drang – Weimarer Klassik. Dann kam die Romantik, das war wieder leidenschaftlich-rebellisch. Boah, ist das anstrengend, lasst mich doch alle in Ruhe, seufzten genervt die Biedermeier und zogen sich in ihre bürgerlich überschaubare Privatwelt zurück. Laaangweilig, stöhnten erst leise und zurückhaltend die poetischen Realisten, ein bisschen lauter die Naturalisten und dann ging das aber Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum dritten Reich nochmal richtig los mit Symbolismus, Avant-Garde, Dadaismus, Expressionismus und hast-du-nicht-gesehen. Nach dem zweiten Weltkrieg (Währenddessen war man ja eher damit beschäftigt, Bücher zu verbrennen, als neue zu schreiben) wollten wieder alle ihre Ruhe haben. Nichts da, rebellierten die 68er, hier wird nicht einfach die Vergangenheit unter den Teppich gekehrt und alles, was wir falsch gemacht haben ignoriert. Kommt gar nicht in die Tüte! Tja und die Generation der Nach-68er ist im Grunde auch schon meine Generation.

Und ich schäme mich fast es zu gestehen, aber auch ich bemerke bei mir eine Vorliebe für meine-Ruhe-haben. Ja, ich sitze tatsächlich lieber gemütlich im Sessel und lese meinen Krimi, als draußen Autos anzuzünden. Natürlich gibt es auch die, die gerne Autos anzünden und alle verachten, die gemütlich im Sessel sitzen und ihren Krimi lesen, aber ich denke, das ist eher die Ausnahme. Ist auch die Frage, ob dieses Autos-Angezünde wirkliches Rebellentum ist, oder einfach nur eine ziemlich spießige Art, sich die Attitüde der echten Rebellen einer längst altersmilde gestimmten Generation kritiklos überzustülpen und gar nicht zu hinterfragen, ob man seine Ziele nicht auch auf sachlicherem und vernünftigerem Wege durchsetzen kann. Ich jedenfalls habe keine große Lust, mir anzuhören, was jemand zu sagen hat, der mir gerade meinen fahrbaren Untersatz abgefackelt hat.

Auch was die Rollenverteilung von Mann und Frau angeht habe ich den Eindruck, dass eine neue Spießigkeit durch die Köpfe weht. So viele junge Frauen, die das total in Ordnung finden, ihre beruflichen Ziele hinten an zu stellen, damit Männe sich selbst verwirklichen kann… Natürlich soll jeder nach seiner façon glücklich werden, aber… ach ich weiß nicht, ich finde diese „klassische“ Rollenverteilung in der Ehe einfach bescheuert, tut mir leid.

Nichtsdestotrotz ist diese Neospießigkeit auch bei jungen Schulabgängern zu beobachten. Wenn man die nach ihren Träumen und Wünschen fragt, da antworten die meisten „ein Haus, eine Familie, ein Hund“, die wenigsten aber antworten „Ich will die Welt neu gestalten“. Ich persönlich möchte am liebsten die Welt neu gestalten, indem ich gemütlich mit meiner Familie, meiner Katze (mag ich lieber als Hunde, weil weniger Gestank und mehr Schnurren) in meinem Haus sitze. Tja. Da muss ich mir noch was einfallen lassen, damit das funktioniert.

Aber im Ernst: Selbst die, die sich für ungemein rebellisch halten, sind megaspießig drauf. Swinger-Clubs, kann man sich was Spießigeres vorstellen? Sogar die Punks sind superspießig, weil sie alle untereinander gleich aussehen und es seit 20 Jahren nicht geschafft haben, sich mal neu zu erfinden, das ist immer noch das Gleiche wie zu Beginn dieser Bewegung.

Rebellentum ist nicht etwas, das man sich überstülpen kann wie eine zerissene Jeans oder Leoparden-DocMartens. Es kommt auch nicht automatisch, nur weil man ein eingekringeltes A als Button an seinen Rucksack heftet.

Oder was ist mit Gewalt und Vandalismus: Man erreicht eher das Gegenteil von dem, was man behauptet erreichen zu wollen (falls man überhaupt irgendein vorgeschobenes Ziel hat und nicht bloß aus Langeweile alles zerdeppert).

Heutzutage  ist Rebellentum wie eine Mode. Man rebelliert, weil es cool ist und weil die anderen das auch machen und man will ja nicht als Spielverderber da stehen. Aber es bleibt nur Oberfläche, nur Hülle, wie ein Kleidungsstück, dass man an- und wieder auszieht. Und DAS ist das, was wirklich spießig ist.


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