Archive for März 2014

Essai 117: Über Leute mit eingebildeter schlimmer Kindheit

23. März 2014

Es gibt Menschen, die hatten tatsächlich eine schwere Kindheit – und es gibt Leute, deren Eltern haben ein paar Dinge getan, die nicht total in Ordnung waren und die diesen Umstand zum Anlass nehmen, sich Jahre später als Erwachsene wie die Vollidioten aufzuführen. Über Letztere möchte ich mich heute mal ein bisschen aufregen. Ich bin der Meinung, es ist Menschen, die wirklich Furchtbares in ihrer Kindheit erlebt haben, gegenüber nicht fair, wenn irgendwelche unreifen Egomanen mit unstillbarem Geltungsdrang sich mit ihren eingebildeten Problemchen wichtig machen.

Denn, seien wir doch einfach mal ehrlich, alle Eltern machen irgendwann irgendwas, was nicht hundertprozentig supertoll ist. Man darf nicht vergessen, dass Eltern auch nur Menschen sind, dass die auch manchmal müde, genervt, gestresst, schlecht gelaunt, überfordert – kurz: nicht in Höchstform – sind und dass sie infolgedessen halt auch nicht immer alles richtig machen können. Und da kann man natürlich als erwachsenes Kind Jahrzehnte später noch darauf herumreiten, dass die Eltern mal ungerecht waren, laut geworden sind oder sonst irgendwie doof reagiert haben, oder man macht irgendwann seinen Frieden damit und gut ist.

Es scheint mir, dass manche Leute sich jedoch davor scheuen, Verantwortung für ihre eigene Unperfektion zu übernehmen und dann alles darauf schieben, dass die Eltern angeblich das Geschwisterkind bevorzugt behandelt haben, dass ihnen einmal die Hand ausgerutscht ist (nicht regelmäßig und nicht mit Absicht) oder sonst irgendwas. Wenn man irgendeine Ausrede dafür braucht, sich wie ein egozentrisches Arschloch aufzuführen, dann findet man ganz bestimmt irgendwas in der Kindheit, was man zu einem Drama hochstilisieren und sich daran festbeißen kann. Dann heißt es plötzlich, das männliche Vorbild hätte gefehlt, weil der Vater die ganze Zeit arbeiten war oder die Mutter allein erziehend. Oder der Mutter wird vorgeworfen, dass sie arbeiten gegangen ist. Oder der Mutter wird vorgeworfen, dass sie nicht arbeiten gegangen ist. Oder dem Vater wird vorgeworfen, dass er zu viel zuhause war. Irgendwas ist immer. War die Anwesenheit der Eltern so weit in Ordnung, dass sich daraus nicht glaubwürdig eine unzumutbare Katastrophe basteln lässt, dann findet man eben etwas anderes. Als Einzelkind kann man herummoppern, dass man ja zum Egoisten werden musste, weil die Eltern einem ja kein Geschwister zur Seite gestellt haben und man somit nie lernen konnte, zu teilen. Wenn man Geschwister hat, findet man garantiert unumstößliche Beweise dafür, dass eines davon bevorzugt wurde. Deswegen hat man dann auch noch als Erwachsener Schiss, zu kurz zu kommen und ist dann besonders argusäugig darauf erpicht, sich alles unter den Nagel zu reißen, bevor es einem jemand wegnimmt.

Bei mehreren Kindern ist immer ein Kind dabei, das in manchen Bereichen mehr Unterstützung braucht als in anderen Bereichen. Das ist ganz normal. Auch wenn Eltern sich ganz fest vornehmen, alle Kinder gleich zu erziehen, gleich zu behandeln und gleich lieb zu haben, ist immer ein Kind dabei, bei der die löblichen Vorsätze nicht so zum gewünschten Erfolg führen. Nicht alle Kinder sind gleichermaßen verantwortungsvoll, pflichtbewusst und lernwillig. Die, die eher rebellisch sind, die lauter ihren Willen kund tun, die vielleicht in der Schule nicht so gut mitkommen, die irgendwie mehr Hilfe zu brauchen scheinen, bekommen naturgemäß mehr Unterstützung von den Eltern als die Kinder, die scheinbar problemlos auch auf sich selbst aufpassen können und von alleine ihre Hausaufgaben machen, für Klassenarbeiten lernen, ihr Gemüse essen und so weiter. Oft werden die jüngeren Geschwister daher scheinbar bevorzugt, weil sie einfach die Jüngeren und Kleineren sind und im Vergleich zum älteren Kind hilfloser wirken. Aber es kann auch vorkommen, dass das ältere Kind nicht so richtig klar kommt, warum auch immer, und dann braucht das mehr Unterstützung.

Da ist das doch nicht fair, wenn man deswegen Jahrzehnte später, wenn man schon längst ausgezogen ist, vielleicht sogar schon selbst eine Familie hat und Kinder, die man auf seine Weise verkorkst, den Eltern Vorwürfe macht und sich selbst küchentischpsychoanalysiert und sich hinstellt und sagt: „Ich darf mich hier so dämlich und ungerecht aufführen, weil ich eine schlimme Kindheit hatte.“

Ich denke, entweder war die Kindheit wirklich traumatisierend, dann soll man eine Therapie machen, anstatt den Eltern Vorwürfe und sich selbst dem Schicksal zu ergeben und im Selbstmitleid zu suhlen. Oder die Kindheit war ganz normal schlimm wie bei jedem anderen auch, dann soll man sich – pardon – nicht so anstellen.

Ansonsten sind nämlich die ewigen Familienstreitereien schon vorprogrammiert und dann darf das Enkelkind die Großeltern nicht sehen oder die Tante macht jedes Mal schlechte Stimmung, wenn sie zu Besuch kommt oder es kommt zum Zerwürfnis unter Geschwistern sobald die Eltern pflegebedürftig werden oder es um Erbgeschichten geht. Dabei wäre es doch so einfach, die Vergangenheit als vergangen zu akzeptieren, anzunehmen, dass Eltern auch nicht immer alles richtig machen können und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Aber manche Leute haben sich schon so an ihre Bitterkeit, ihr nachtragendes Gedankenkarussel und ihre eingebildete schlimme Kindheit gewöhnt, dass sie gar nicht mehr anders können als überall Verrat zu wittern und sich ständig übergangen zu fühlen. Und ihren Mitmenschen mit giftigem Misstrauen zu begegnen, in der Überzeugung, dass diese einen auch mit voller Absicht enttäuschen und betrügen werden. Was dann ja auch früher oder später nach dem Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung tatsächlich passiert, weil das ja niemand auf Dauer aushält, sich ständig die ewig gleichen Schimpftiraden auf die ach so bösen Eltern (die in Wirklichkeit ganz normal schlimm waren) und das weinerliche Gegreine über die angebliche Bevorzugung von Geschwistern oder das Fehlen von Vorbildern anzuhören. Da zieht man sich dann irgendwann zurück und rettet das letzte Bisschen Seelenfrieden, das man noch hat.

Essai 116: Über Gute-Laune-Terrorismus und Zwangsbespaßungsmaßnahmen

16. März 2014

Karneval ist zwar für dieses Jahr glücklicherweise schon wieder abgefrühstückt, trotzdem frage ich mich jedes Mal aufs Neue, warum die Leute in den Karnevalshochburgen nicht einfach ihren Spaß haben und uns Faschingsmuffel aus norddeutschen Gefilden in Ruhe lassen können. Stattdessen laufen dann zwei Wochen lang auf den öffentlich-rechtlichen Sendern – die ich mit meinen Rundfunkgebühren, jawoll, mitfinanziere – diese fürchterlichen Karnevalssendungen und man kann sich diesem Gute-Laune-Terrorismus schlichtweg nicht entziehen. „Los Kinder, das macht Spaaaaaß“ krakeelt es dann hysterisch von allen Seiten und wenn man übellaunig brummt, man habe keine Lust auf derlei Zwangsbespaßungsmaßnahmen, gilt man gleich als das ultimative Böse.

Auf jeder Party gibt es dann auch immer diese Gute-Laune-Terroristen, die partout eine Polonäse vom Zaun brechen müssen und alle müssen mitmachen, weil das so viel Spaß macht und Ach so lustig ist. Ich mach dann natürlich auch mit, ich bin ja keine Spaßbremse, aber man glaube nicht, dass ich mich dabei nicht in Grund und Boden schäme und das Ende dieser Zwangsbespaßungsmaßnahme herbeisehne.

Im Prinzip bin ich durchaus ein sonniges Gemüt, optimistisch, fröhlich und mit Dauergrinsefresse ausgestattet. Aber wenn irgendwer mir vorschreiben will, was ich lustig und amüsant zu finden habe, finde ich das schon aus Protest doof. Zum Beispiel, wenn jemand auf einer Party eine Essensschlacht veranstaltet und plötzlich alle anfangen, sich Schokoküsse ins Gesicht zu klatschen und das ungemein komisch finden, dann denke ich nur: Die schönen Schokoküsse. Die isst doch jetzt keiner mehr. Und überhaupt gibt das garantiert Pickel, wenn man die klebrige Subsche nicht sofort abspült. Außerdem trage ich eine Brille und wenn die mit süßer Matsche vollgepampt ist, sehe ich nichts mehr und das nervt. Oder Kissenschlachten. Ich hasse Kissenschlachten. Habe ich schon immer gehasst. Hahaha, wie lustig, wir polieren uns jetzt mal mit Kissen die Fresse, Juhu. Das tut weh, verdammt!

Im Fernsehen gibt es ja nicht nur zu Karneval televisionären Gute-Laune-Terrorismus. Aber zum Glück kann man den dämlichen Gameshows üblicherweise gut aus dem Weg gehen. „Wetten dass..?“ ignoriere ich beispielsweise schon seit über zehn Jahren erfolgreich. Aber vor ein paar Monaten bekam ich dann doch mit, dass Tom Hanks gezwungen wurde, eine Katzenmütze aufzusetzen während Tausendsassa Markus Lanz Sackhüpfen um ihn herum vollführte. Mr. Hanks war not amused und ich glaube, in den USA haben wir damit die Klischees vom nichtvorhandenen Sinn für Humor in Deutschland nicht eben widerlegt. Das ist nämlich ein krasses Missverständnis, dass Sinn für Humor immer laut, schrill und plump zu sein habe. Nee, der kann auch mal heimlich, still und leise auf Samtpfötchen im Hintergrund umherschleichen.

Gute-Laune-Terroristen und Zwangsbespaßer sind jedoch diesem Irrtum aufgesessen, dass sie nur dann als lustig, humorvoll und infolgedessen als sympathisch herüberkommen, wenn sie möglichst laut, plump, schrill und unsensibel andere Leute zu ihrem vermeintlichen Glück zwingen. Dass manche Leute sich fantastisch amüsieren, wenn sie sich einfach in Ruhe, aber angeregt mit jemandem unterhalten, dass es für einige durchaus ein erfülltes Wochenende darstellen kann, wenn sie in Ruhe auf dem Sofa ihren Krimi weiterlesen können oder dass manche Leute das prima aushalten und es sogar genießen, nicht ständig von vielen lauten, penetranten, plumpen, unsensiblen Trampeltieren umgeben zu sein, kommt den Gute-Laune-Terroristen nicht in den Sinn.

Mir ist bewusst, dass sie ihre Zwangsbespaßungsmaßnahmen nicht böse meinen und ganz ehrlich und aufrichtig fest daran glauben, dass alle ihre Definition von Spaß und Unterhaltung teilen. Dass sie wirklich wollen, dass alle sich amüsieren und sich wohlfühlen und dass sie es wirklich nicht merken, wie sehr sie Anderstickenden damit auf den Wecker fallen. Aber ich würde mir manchmal doch etwas mehr Verständnis wünschen. Nur, weil ich es gern ruhiger angehen lasse, heißt das nicht, dass ich ein armes Würstchen bin, das ständig aus der Reserve gelockt werden muss. Ich komme da schon von alleine rausgekrochen, wenn man mich in Ruhe lässt und ich soweit bin. So. Das wollte ich einfach mal gesagt haben.

Essai 115: Über vermeintliche Überredungskünstler

9. März 2014

Gestern vormittag klingelte mein Handy und da ich frei hatte und das Ding zur Abwechslung nicht auf lautlos gestellt oder mit leerem Akku irgendwo in der Ecke lag, ging ich tatsächlich auch mal ran. Ein Fehler. Am anderen Ende der Leitung befand sich ein übereifriger, hochmotivierter Finanzfuzzi, der mich schon vor sieben oder acht Jahren dazu bewegen wollte, mein nicht vorhandenes Vermögen gewinnbringend zu investieren. Ich wusste schon damals nicht, woher der Typ meine Nummer und Kontaktdaten hat. Er behauptete, er hätte mich auf dem Unicampus mal angesprochen und da ich mich nicht dran erinnern konnte, dass dem nicht so ist, habe ich da nicht weiter insistiert. Wie dem auch sei, der Kerl hat also offenkundig sämtliche meiner Daten und geht mir seitdem gelegentlich am Telefon auf den Zeiger, weil er mir irgendwas ganz Tolles andrehen will, mit dem ich garantiert derbe reich werde. *prust* Entschuldigung, ich musste kurz lachen.

Glücklicherweise hat er mich die letzten drei oder vier Jahre in Ruhe gelassen und ich hatte diesen Quälgeist schon fast vergessen, da rief er gestern also an und quatschte mir wieder eine Frikadelle ans Ohr. Und wenn ich eine Sache wirklich nicht ausstehen kann, dann ist das, wenn ich in aller mir möglichen Deutlichkeit meine Ablehnung kommuniziere und mein Gegenüber das einfach nicht schnallt. Gut, zugegeben, ich neige dazu, selbst dann freundlich und höflich zu bleiben, wenn ich „Nö“ sagen will. Mir tut mein Gegenüber dann leid, weil ich denke, der hat’s ja auch nicht leicht. Der meint es ja nur gut oder der muss ja auch irgendwie seine Brötchen verdienen, ist vermutlich selbstständig und muss hier am Wochenende Leute belästigen und seinen dubiosen Finanzscheiß so verkaufen als wäre es pures Gold, das ist sicher nicht einfach. Und dann komme ich mir gemein vor, wenn ich einfach drauflos blaffe: „Nä. Kein Bock. Lassen Sie mich in Ruhe und rufen Sie nie wieder an!“ und auflege.

Leider ist das aber genau die Art, mit der man bei solchen vermeintlichen Überredungskünstlern, die sich für mega die Verkäufer halten, umgehen muss, wenn man seine Ruhe haben will. Aber ich bringe es nicht übers Herz. Was mich auf keinen Fall zu einem besseren Menschen macht, das nur so am Rande, denn mir ist durchaus bewusst, dass das wiederum eine äußerst nervige Eigenschaft von meiner Wenigkeit ist. Bei dem anderen kommt das nämlich so rüber, als würde ich dieses Bombenangebot nicht ablehnen, sondern zögern und mich zieren und quasi darum betteln, weiter überredet zu werden. Es wirkt wie eine Hinhaltetaktik, wie Kokettieren und als würde ich spielen wollen. Vermutlich ist das auch der Grund, warum ich immer wieder in solche Situationen gerate, in der irgendwer meint, mich zu meinem eigenen Wohl zu irgendwas überreden zu müssen und ich fang an mich zu rechtfertigen, zu argumentieren, zu begründen und mich zu verteidigen – kurz: zu versuchen, mich rauszureden und aus der Affäre zu ziehen. Was nie funktioniert, denn je mehr ich versuche, mich herauszuwinden, desto mehr fühlt sich der vermeintliche Überredungskünstler angespornt, mir mit noch mehr Tipps und Angeboten auf den Wecker zu fallen. Ein Teufelskreis. Seufz.

Im Gespräch mit dem Finanzfuzzi meinte ich gleich zu Beginn: „Ja. Wissen Sie was, an meiner Situation hat sich jetzt nicht so viel geändert. Ich hab alles, was ich brauche, aber auch nicht mehr. Ich hab kein Geld übrig, das ich anlegen könnte.“ Und mir ist ein Rätsel, wie man da die Ablehnung nicht kapieren kann. Aber offenbar war das schon wieder zu nett von mir, jedenfalls fing der Typ dann an, mir irgendwas vorzufaseln, von wegen, man könne sich doch trotzdem mal zu einem Gespräch (ganz unverbindlich! Gern auch auf nen Kaffee!) treffen und dann finde man schon eine Möglichkeit auch mit kleinen Beträgen und da könnte ja der Staat auch noch und Sie sparen dann Steuern und denken Sie doch mal an Ihre Rente! – Darauf ich: „Na, die ist ja wohl noch ne Weile hin, so alt bin ich nun auch wieder nicht. Ich würde mich dann einfach melden, wenn ich eine Beratung brauche.“ – Dann er: „Das passiert viel schneller als man denkt mit der Rente und wenn Sie jetzt nicht damit anfangen, dann ist das bald zu spät …“ – Da wurde ich dann langsam ungeduldig und infolgedessen leicht sarkastisch: „OK, also wenn ich in zwanzig Jahren oder so mal irgendwann das Bedürfnis verspüren sollte, mich beraten zu lassen, dann würde ich mich noch einmal bei Ihnen melden.“ Das ging dann noch ein paar Mal hin und her, bis er dann endlich etwas geknickt resignierte und wir das Gespräch beendeten.

Wie gesagt, mir tut das schrecklich leid, wenn Leute mir einen guten Rat geben wollen und ich will den guten Rat aber in diesem Moment nur zur Kenntnis nehmen und sonst nichts. Also sag ich dann sowas wie „Mhm.“ oder „Mjoa … mal gucken“ oder – wenn ich gerade richtig genervt bin – „Das ist für mich im Moment kein Thema“. Da sitzt der vermeintliche Überredungskünstler natürlich auf glühenden Kohlen und denkt, Aha, ich muss jetzt einfach noch mehr auf dem Thema herumreiten und noch weiter ins Detail gehen und noch mehr die Vorteile anpreisen und dann sieht sie ein, dass ich nur das Beste für sie im Sinn habe und ihr nur Gutes will. Was ja absolut ehrenwert und alles ist. Aber leider ein eklatantes Missverständnis. Gut, da muss ich mir wohl auch an die eigene Nase fassen, schließlich könnte ich mich auch wirklich klarer ausdrücken und sagen: „Ich nehme den Vorschlag zur Kenntnis und erkenne an, dass er wohlwollend gemeint ist, möchte aber jetzt gern das Thema wechseln.“ – Aber im Eifer des Gefechts kommt dann bei mir trotzdem nur ein „Mjoaaa“ herausgepurzelt und den darunter liegenden Subtext versteht kein Mensch.

Manchmal wäre es echt praktisch, wenn man auf Knopfdruck pampig und unwirsch sein könnte. „Nein! Sonst noch Fragen? War ne rhetorische Frage, ich leg jetzt auf!“ – das wäre vermutlich eine sehr erfolgversprechende Strategie, um sich lästige Verkäufer und Überredungskünstler vom Leib zu halten. Vielleicht sollte ich das auf meine Mailbox sprechen: „Nach dem Piepton Fresse halten“ oder so. Bloß dann vergraule ich ja auch die Leute, mit denen ich gern ein Schwätzchen halte. Vielleicht kann ich aber nervige Verkäufer in Zukunft als Testpersonen nutzen und das vermeintlich unfreundliche „Nein! Kein Interesse! Tschüss!“ üben und dann wirklich einfach auflegen, damit sie gar nicht erst die Möglichkeit haben, mich mit ihren Überredungskünsten in die Ecke zu drängen. Mal gucken, wann der Finanzfuzzi das nächste Mal anruft.


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