Archive for Februar 2016

Essai 154: Über „Fettlogik überwinden“ von Dr. Nadja Hermann

28. Februar 2016

Eigentlich gehöre ich zu den sogenannten „Naturschlanken“ und so erscheint es vielleicht etwas kurios, dass ich ein Buch lese, das sich Fettlogik überwinden nennt. Darauf gestoßen bin ich über den Blog (der ebenfalls „Fettlogik überwinden“ heißt) der Autorin Dr. Nadja Hermann, die außerdem die wunderbaren Erzählmirnix-Comics zeichnet. Genaugenommen habe ich vorher immer gern die Comics gelesen und bin dann neugierig geworden, als sie einen zweiten Blog eingerichtet hat, der vor allem als Ergänzung zum Buch gedacht ist, aber auch sonst sehr lesenswert ist. Wer also nach meiner Rezension noch skeptisch sein sollte, ob er das Buch lesen soll, kann zuerst ein wenig auf dem Blog stöbern und schauen, ob er oder sie dann nicht auch mehr wissen möchte.

In Fettlogik überwinden nimmt die Autorin sämtliche „Fettlogiken“ auseinander – das sind alle möglichen Mythen, Halbwahrheiten, Glaubenssätze und Pseudoweisheiten aus den Bereichen rund um Ernährung, Diät, Abnehmen und Gewicht – indem sie diesem ganzen Quark knallharte Fakten entgegensetzt. Diese untermauert sie mit sorgfältig, ausführlich recherchierten Quellen und Studien, erklärt, wie diese Fettlogiken zustandegekommen sein könnten und ergänzt die Tatsachen mit persönlichen Erfahrungen. Sie selbst nahm von 150 Kilogramm auf ein gesundes Normalgewicht ab. Das heißt, sie klugscheißt nicht einfach so vom hohen Ross herab und behandelt ihre Leser nicht wie dumme Idioten, sondern weiß ganz genau, wovon sie redet, hat es selbst erlebt und stellt sich mit den Lesern auf eine Stufe. Der Tonfall ist humorvoll, unterhaltsam, aber trotzdem unheimlich einfühlsam, respektvoll und mitreißend. Ich selbst habe das Buch innerhalb einer Woche durchgelesen und war danach so begeistert und motiviert, dass ich jetzt unbedingt allen Leuten erzählen will, wie toll dieses Buch ist und dass sie es auch unbedingt lesen müssen. Obwohl mich ja solche Leute sonst nerven, die so herummissionieren mit den Sachen, die sie gut finden. Aber dieses Buch ist wirklich gut!

Es zeigt nicht nur, wie schädlich Übergewicht ist, wie gesund Muskeln und ein normales Körpergewicht sind, sondern zeigt auch, welche Mechanismen dazu führen, dass man zu- oder abnimmt. Insofern ist Fettlogik überwinden auch für Menschen gut, die mit Untergewicht zu kämpfen haben oder eigentlich normalgewichtig, aber untrainiert sind (so wie ich vor ca. 2 Jahren). Und das Wunderbare ist: Die Mechanismen an sich sind ganz logisch, schlicht und ergreifend Physik. Wenn man mehr Energie (Kalorien) zu sich nimmt, als man verbrennt (durch Bewegung), nimmt man zu, weil die überschüssige Energie dann als Fettreserven abgespeichert wird. Nimmt man weniger Energie zu sich, als man verbrennt, geht der Körper an die Fettreserven und man nimmt ab. Das ist das Prinzip. Das Prinzip in die Tat umzusetzen, ist zwar wiederum nicht immer einfach, aber es ist eben auch nicht unmöglich. Jeder kann zunehmen, jeder kann abnehmen. Und das ist eine tolle Nachricht!

Dass jeder zunehmen kann, hatte ich nach meinem 30. Geburtstag allmählich erlebt. Ich dachte tatsächlich, ich wäre „naturschlank“ und mein Körper wüsste schon von allein, was er braucht und deswegen müsste ich mir überhaupt keine Gedanken machen, dass ich jemals würde abnehmen müssen. 1,5 Jahre später fingen meine Hosen an zu kneifen, ich kam außer Puste oben an, wenn ich zwei Stockwerke die Treppen hochgelaufen war, allmählich änderte ich meinen Kleidungsstil hin zu sackartigen Schlabberpullis, ich war ständig müde und dauernd irgendwie erkältet. Ich war zu der Zeit seit etwa einem halben Jahr mit meinem Freund zusammengezogen und hatte noch keine Waage gekauft (als „Naturschlanke“ braucht man so einen Quatsch schließlich nicht), deswegen dachte ich, na ja, wahrscheinlich schlafe ich einfach zu wenig und das mit den Hosen bilde ich mir sicher ein, die sind wohl nur eingelaufen. Eine Freundin sprach mich schließlich auf meine Schlabberpullis an und fragte, warum ich mich denn in letzter Zeit so nachlässig kleide und bemerkte, dass das nicht sehr schön aussehe. Meine Mutter machte dann ebenfalls kritische Bemerkungen darüber, dass ich zugenommen hätte und was sei das überhaupt für eine unförmige, scheußliche Hose, die ich da anhätte. Da war ich zunächst reichlich pikiert und meinte trotzig, das sei halt bequem. Trotzdem fing das langsam an, in mir zu rumoren und ich begann, daran zu zweifeln, dass ich gegen Gewichtszunahme immun wäre. Die Erkenntnis war endgültig gefallen, als mir meine absolute Lieblingshose platzte, als ich es mir auf dem Sofa gemütlich machen wollte. Sie ist regelrecht explodiert, war unflickbar am Hintern in alle Einzelteile zerschossen.

Schließlich kaufte ich doch eine Waage. Sieben Kilogramm hatte ich mir nichts dir nichts in 1,5-2 Jahren zugenommen und das war für mich erst einmal ein Schock. Wahrscheinlich denken jetzt alle, Alter, was hat die blöde Kuh hier eigentlich für Wohlstandswehwehchen, die soll sich mal nicht so haben, die verwöhnte Ziege. Ich sollte vielleicht hinzufügen, dass ich sehr klein bin, 1,58 Meter, und dass sieben Kilogramm bei mir schon ca. 2 Konfektionsgrößen mehr ausmachen, außerdem war das alles Fett und keine Muskeln, also war somit auch das Rätsel um meine schlappe Kondition gelöst. Und außerdem: Ich habe diese Hose wirklich geliebt! Nun hatte ich also einen BMI im oberen Normalgewichtsbereich von vorher bei 50 Kilogramm einen BMI im mittleren-unteren Normalgewichtsbereich. Da dachte ich dann auch zuerst, Donnerwetter, ich habe ganz bestimmt eine Schilddrüsenunterfunktion, das liegt schließlich in der Familie, und garantiert ist mein Stoffwechsel jetzt langsamer geworden, weil ich über 30 bin und allmählich alt werde. Tadaaa! Willkommen in der Welt der Fettlogiken!

Ein Check beim Arzt ergab, dass ich kerngesund war, und so musste ich mich wohl oder übel der Erkenntnis stellen, dass ich schlicht und ergreifend in letzter Zeit mehr gegessen hatte als früher (öfter mal ein Franzbrötchen oder Mandelhörnchen als Nervennahrung am Nachmittag, Pommes in der Mittagspause, abends was vom Asiaten, …) und mich weniger bewegte als noch zu Uni-Zeiten (Bürojob, nach dem Umzug einen um insgesamt 20 Minuten kürzeren Weg zwischen Bahn und Zuhause, …). Also meldete ich mich im Fitnessstudio um die Ecke an und fing an zu trainieren. Und ich, die ich mich immer für einen vom Schulsport traumatisierten Sportmuffel hielt, habe plötzlich richtig Spaß an der Bewegung. Inzwischen habe ich ein paar Muskeln aufgebaut und fühle mich so fit wie noch nie, bin nicht mehr dauernd müde (nur, wenn ich wirklich zu wenig geschlafen habe) und vor allem bin ich nicht mehr ständig erkältet. Wenn doch, haut es mich nicht so aus den Latschen und ist schneller überstanden als früher. Nichtsdestotrotz hatte ich ein Jahr, nachdem ich mit dem Sport angefangen hatte und dachte, Hurra!, jetzt kann ich ja wieder so viel essen wie ich will, von vier verlorenen Kilos drei wieder drauf.

Also musste ich wohl oder übel doch auch meine Ernährung umstellen. Erst war ich ein bisschen beleidigt und fand das gemein, weil ich das noch nie vorher gemacht hatte, auf meine Ernährung zu achten. Aber da habe ich mich wohl immer durch Zufall genug bewegt, sodass das nichts gemacht hat. Und da hat mir dann Fettlogik überwinden total geholfen, anzunehmen, dass ich ein ganz normaler Mensch bin, für den die Gesetze der Physik genauso gelten wie für alle anderen, und dass ich eben doch ein wenig gucken muss, dass meine Kalorienbilanz keinen Überschuss aufweist, wenn ich wieder bequem in meine alten Hosen passen will. Das habe ich dann schließlich auch gemacht und jetzt, ein Jahr später, habe ich mein Zielgewicht erreicht, und stelle fest, wenn man sich erst einmal umgewöhnt hat, ist das plötzlich gar nicht mehr so schwer. Die Erkenntnis, dass man abnehmen sollte, ist hart, die Umgewöhnung ist im ersten Moment, sagen wir, herausfordernd, aber danach wird’s besser und leichter.

Deswegen kann und möchte ich das Buch Fettlogik überwinden von Dr. Nadja Hermann allen wärmstens ans Herz legen, die entweder viel oder wenig ab- oder zunehmen, oder einfach ihr Gewicht halten und ihre Fitness verbessern wollen.

Essai 153: Über das (Aus)lösen von Problemen durch Reden

13. Februar 2016

Es ist ein weit verbreiteter Mythos, dass sich sämtliche Probleme durch Reden lösen ließen. Für konkrete Missverständnisse und Meinungsverschiedenheiten unter zivilisierten Menschen, die der sachlichen Diskussion aufgeschlossen gegenüber stehen und willens sind, ihre eigene Meinung der kritischen Selbstreflexion zu unterziehen, mag das ja stimmen. Bei allem anderen führt Reden meistens von einem Missverständnis zum nächsten, bis einer heult (das bin dann in der Regel ich). Und oft erschafft man da erst ein Problem, wo vorher keins war. Das nervt.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich manchmal selbst nicht so genau weiß, ob es ein Problem gibt und worin dieses Problem bestehen könnte, wenn ich mal einen kleinen Pups quer sitzen habe. Meistens ist das ja nur eine diffuse Mischung aus PMS-Hormongeschwurbel, doofem Graunieselkaltpisswetter, schlechtem oder zu wenig Schlaf, Zwicken und Zwacken hier und da, Heuschnupfen oder anderen Wohlstandswehwehchen, die eigentlich nicht wirklich schlimm sind, aber einem trotzdem die Laune trüben können. Da macht man sich ja vollkommen lächerlich, wenn man diese vielen Kleinigkeiten ausdiskutiert und zerredet, obwohl sie am nächsten Tag von alleine weggegangen wären, ohne dass man darüber nachdenken hätte müssen.

Wenn man allerdings doch über seinen unerklärlich miesepetrigen Ausnahmegemütszustand redet, dann denkt man ja auch drüber nach, woran die Übellaune liegen könnte, das kann ja nicht so eine Kleinigkeit sein, das ist ja kein richtiger Grund, und ohne richtigen Grund darf man keine schlechte Laune haben. Dann sucht man also nach einer richtig coolen Ursache, und weil es keine gibt, findet man auch keine. Und es bleibt nur noch die Schlussfolgerung, dass man eine hysterische dumme Pute und nicht ganz dicht ist. Schwupps, schon hat man ein Problem geschaffen, wo vorher nur ein Minipups ein bisschen schief saß. Und man hat noch eine große Portion Schuldgefühle dazu gewonnen, weil man die netten, hilfsbereiten Menschen, die es nur gut mit einem meinen (das ist kein Sarkasmus, sie meinen es ja wirklich von Herzen gut), die Zeit mit irgendwelchen Lächerlichkeiten stiehlt, und sich dann noch nicht einmal wirklich helfen lässt.

Ich habe früher auch gedacht, man müsste ständig über alles reden und jede Kleinigkeit auseinanderanalysieren, jedes noch so kleine Gefühl theoretisieren. Auch ich habe Leute genervt, die einfach doofe Laune hatten und sich einfach mal auskotzen wollten, indem ich versucht habe, irgendein Problem zu finden, das sich lösen lässt. Dabei wäre die Problemlösung in diesem Fall einfach nur, zuzuhören, vielleicht ab und zu ein verständnisvolles „Ach Mensch, wie doof“ oder „Och, wie ärgerlich“ einzuwerfen und bei Gelegenheit freundlich das Thema zu wechseln. Manchmal will man auch einfach nur mal in den Arm genommen werden und hören, dass alles OK ist.

Ganz blöd ist es, wenn ich zum Beispiel wegen einer Sache geknickt, ein bisschen traurig oder etwas beleidigt bin, vom Verstand her aber ganz genau weiß, dass ich dazu keinen Grund habe. Zum Beispiel: Ich schnarche. Laut. Mein Freund verdrückt sich dann manchmal mitten in der Nacht aufs Sofa, weil er dort besser wieder einschlafen kann. Ist also überhaupt nicht böse gemeint. Und trotzdem fühle ich mich dadurch vor den Kopf gestoßen und bin mega eingeschnappt. Das ergibt rational betrachtet nicht den geringsten Sinn und ist einfach nur völlig bescheuert. Aber trotzdem ist es so wie es ist und ich bin grundlos gekränkt. Wir haben dann drüber geredet, aber eine Lösung fürs Problem haben wir nicht gefunden – weil es eben einfach keine gibt. Immerhin ging es mir aber zugegebenermaßen hinterher ein wenig besser, weil mir durch das Reden die ganze Situation so idiotisch absurd vorkam, dass ich danach akzeptieren konnte, dass es eben manchmal keine Lösung gibt, und dass das aber auch nicht schlimm ist.

Das muss man wohl in solchen Situationen mit Humor nehmen und sich eine Art heitere Gelassenheit gegenüber Nicht-Problemen-ohne-Lösung angewöhnen. Tatsächlich kann Reden da unter Umständen etwas bringen, weil man dann nicht so in sich hineingrummelt, sondern die Absurdität besser sehen kann, wenn man seine Gedanken laut ausspricht.

Ich weiß auch nicht genau, wie man das erkennt, wann Reden angebracht ist, und wann es mehr schadet als nützt. Vielleicht kann man das ja so ausprobieren, dass man erst einmal nur zuhört und versucht, herauszuhören, ob der andere sich nur Luft machen möchte, nach Ablenkung sucht oder tatsächlich meine Meinung hören will.

Ich merke gerade, das war wieder einer dieser Essais, in denen ich mir selbst widerspreche und die nicht sonderlich logisch aufgebaut sind. Aber jetzt habe ich es selbst zugegeben, dann kann es mir keiner mehr vorwerfen, Ätsch! 😛 Trotzdem bin ich auf eure Meinungen und Erfahrungen gespannt, die ihr gern in die Kommentare tippen dürft.

Essai 152: Über die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion

6. Februar 2016

Mit der Selbstkritik oder der Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion ist das so eine Sache. Alle behaupten, das wäre was Tolles, aber toll findet man eher die, die diese Fähigkeit anscheinend nicht besitzen. Die, die hemmungslos herumposaunen, wie unfassbar großartig sie sind, die sich an ihrer eigenen Existenz ergötzen und vollkommen von sich und ihrer absoluten Phänomenalität überzeugt sind, werden allseits bewundert. Man glaubt ihnen bereitwillig den größten Unsinn, weil man so gern glauben möchte, dass diese selbsternannten Superhelden wirklich die Welt retten werden.

Zweifel, differenzierte Ansichten, logische Argumente, das sorgfältige Abwägen von Pro und Contra – das alles interessiert keine Sau. Außer vielleicht Leute, die selbst der kritischen Selbstreflexion fähig sind, und wissen, dass es im Grunde genommen keine einfachen Wahrheiten und eindeutigen Antworten auf komplexe Fragen gibt. Aber diesen Leuten hört keiner zu, weil niemand die Geduld und die Lust hat, sich das ganze Geschwafel anzuhören. Markige Sprüche und Angeberposen kommen da viel besser an.

Ich würde ja jetzt gern sowas Melodramatisches schreiben wie: Ach und Weh! Wann ist unsere Welt nur so verkommen, dass wir lieber herumpolternden Wichtigtuern folgen als wirklich klugen Menschen, die die Zusammenhänge leise, bescheiden, aber differenziert und sinnvoll zerpflücken, erklären und langsam, Stück für Stück ändern wollen? Aber das würde voraussetzen, dass es jemals anders war. Wenn man sich die Geschichte der Welt mal so anschaut, war das aber schon immer so, dass man lieber den Großmäulern hinterhergedackelt ist und sich von ihnen vorschreiben ließ, was man machen soll, anstatt mit anderen Zweiflern gemeinsam nachzudenken und nach konstruktiven, langfristigen Lösungswegen zu suchen.

Ich merke selbst, dass ich mich schnell überzeugen lasse, dass mein Gegenüber weiß, wovon es da redet, wenn es nur sicher genug auftritt. Ein „So und so ist das und nicht anders, basta!“ klingt auf Anhieb überzeugender als ein „Na ja, man könnte das einerseits so interpretieren, aber wenn man das aus einer anderen Perspektive betrachtet, ist andererseits auch die gegenteilige Interpretation durchaus nachvollziehbar“. Hand aufs Herz, wer hat nach dem „Na ja, man könnte …“ noch aufmerksam weitergelesen?

Gerade, weil ich selbst ja zu übertriebener kritischer Selbstreflexion neige und immer erst einmal davon ausgehe, dass ich falsch liege und die anderen alle richtig, falle ich auf so großspuriges Gehabe immer wieder herein. Man muss mich im Prinzip nur unfreundlich genug anpampen, dann traue ich mich schon gar nicht mehr, die Aussage des kurz angebundenen Unsympathen anzuzweifeln. Dann hinterfrage ich eher meinen eigenen Standpunkt noch mal. Und wenn ich irgendwann nach ewig langem Gegrüble zu dem Schluss komme, dass ich doch gar nicht mal so bescheuerte Ansichten habe, ist der Großkotz schon längst über alle Berge.

Ich find’s schade, dass Selbstkritik immer erst einmal als Schwäche angesehen wird. Genauso wie Bescheidenheit, von wegen Zier, am Arsch hängt der Hammer, so sieht’s aus. Klar, wenn man nur am Grübeln ist und nie eine Entscheidung trifft, kommt man auch nicht vorwärts, das sehe ich ein. Man sollte es also nicht – so wie ich zum Teil (nehmt euch bloß kein Beispiel 😛 ) – mit der kritischen Selbstreflexion so weit übertreiben, dass man sich im Vergleich mit anderen standardmäßig für grundsätzlich im Unrecht hält. Dann ist es nämlich wurscht, was für zauberhafte innere Werte in einem schlummern, das kriegt nämlich ohnehin keiner mit, und dann nützen sie auch keinem was.

Aber ich arbeite dran 🙂 Immerhin schaffe ich es inzwischen, meinen Ansichten treu zu bleiben und sie mit guten Argumenten zu untermauern, wenn ich ein wenig Zeit zum Nachdenken habe. Sprich, wenn ich zum Beispiel schriftlich kommuniziere (was ich ohnehin bevorzuge) oder wenn man mich nicht völlig aus dem Nichts überrumpelt, dann kriege ich das inzwischen ganz gut hin, meine kritische Selbstreflexion mit ein wenig Selbstvertrauen zu bremsen. Woran ich noch tüfteln muss, ist, wie schaffe ich das, mich nicht einschüchtern zu lassen, wenn man mich vollkommen unvorbereitet und ohne Vorwarnung ankläfft. Aber das ist eine Herausforderung, die ich gern annehme 🙂 Ist ja auch langweilig, wenn man alles schon supertoll kann und nichts mehr dazulernen muss, dann kann man nur noch dasitzen, sich selbst fantastisch finden, und auf das Ende warten. Schnarch.


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