Essai 84: Über nervige Single-Männer und das, was Frauen wirklich wollen

Und noch ein Flirtratgeber. Ich muss mich im Vorfeld entschuldigen, möglicherweise wird das für die Männer nicht nur schmeichelhaft. Es ist aber nun mal so: Ich bin dieses ewige „Weiber sind alle scheiße!“ einfach leid. So. Das ist wie in diesem Witz, wo dieser eine Typ immer zu Gott betet: „Herr, lass mich im Lotto gewinnen! Herr, lass mich im Lotto gewinnen!“ und Gott donnert dann irgendwann supergenervt von seiner Wolke runter: „Na, dann SPIEL!“ – Wobei das jetzt nicht heißen soll, dass ich mich für Gott halte, aber seinen Standpunkt kann ich in dieser Situation absolut nachvollziehen. Das ist wie wenn mir Single-Männer vorjammern „Alle Frauen sind scheiße! Die Weiber sind alle gleich! Njö njö njö!“, obwohl sie das in Ermangelung tatsächlichen Kennenlernens von Frauen gar nicht beurteilen können. Und diesen Männern möchte ich jetzt einfach mal den Rat auf den Weg geben: „Na, dann SPIELT doch endlich!“, heißt, geht raus, lernt Frauen kennen, sprecht sie an, unterhaltet euch mit ihnen, trefft euch vielleicht auch mal mit ihnen und dann wird schon irgendwann eine dabei sein, bei der es passt und wo alles sich ganz natürlich fügt und die eben nicht „scheiße!“ ist. (Das gilt natürlich auch für die nervigen Single-Frauen, die herumjammern, es gäbe keine guten Männer, bzw. sie seien wie öffentliche Toiletten: besetzt oder beschissen. Geht raus! Sprecht Männer an! Lernt sie kennen! Und dann gucken, was passiert)

Die Frage ist: Wenn wirklich alle Frauen scheiße sind, warum wollen diese nervigen Single-Männer dann überhaupt unbedingt eine? Das ist doch unlogisch. Ich finde zum Beispiel, dass Fisch scheiße schmeckt und deswegen esse ich keinen. Allerdings mag ich sehr gerne Kuchen. Und wenn ich Lust auf Kuchen habe, dann backe ich welchen oder gehe in die nächste Bäckerei. Nun kann man sich seine Traumfrau nicht backen, aber man kann raus gehen und Frauen ansprechen und dann ist früher oder später schon eine dabei, mit der es sich gut eine Weile aushalten lässt. Das muss ja nicht im Club sein, wenn man Discos nicht leiden kann, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Da ist es laut und stickig und man kann sich nicht vernünftig unterhalten, geschweige denn kennen lernen. Aber, was man auch in Clubs und Discos machen kann, ist Frauen ansprechen. Und – Bitte! Jungs! – lasst das mit dem „Mut antrinken!“, Bierfahnen sind widerlich und die meisten Männer werden durch Alkohol distanzlos und schmierig. Und „Darf ich dir einen Drink spendieren“ ist der lahmste Anmachspruch überhaupt! Habt einfach ein wenig Feingefühl, dann merkt ihr schon, wann es passt, die Frau anzusprechen, die ihr euch ausgeguckt habt. Ich hab das in meiner Sturm und Drang-Zeit, als ich noch häufiger solche Etablissements aufgesucht habe, häufiger erlebt, dass mich plötzlich irgendein Typ doof von der Seite anquakt, ob er mir einen Drink spendieren dürfe und ich hatte den Kerl vorher überhaupt nicht wahrgenommen, weil ich mit meinen Freunden auf der Tanzfläche war und zwar – man glaubt es kaum – um zu tanzen, nicht um hinterher mit einem plumpen Spruch belästigt zu werden. Weil ich aber höflich bin und ich durchaus anerkannt habe, dass der Mensch da seinen ganzen Mut zusammengenommen hatte, um mich das zu fragen, lehnte ich mit einem „Nein, Danke“ ab. Und dann fing dieser Typ auch noch an zu betteln: „Och, komm schon! Warum denn nicht?“ – Warum tun Männer so was? Ist das immer noch dieses bescheuerte Gerücht, Frauen würden „Ja“ meinen, wenn sie „Nein“ sagen? Leute, da gab es einen Sinnverdreher, Frauen fällt es verdammt schwer „Nein“ zu sagen, deswegen, WENN sie es sagen, meinen sie es auch so! Und „Ja“ auf die Frage, ob man einen Drink umsonst haben will, ist noch kein „Ja“ auf die Frage nach Sex. Also, zwei Möglichkeiten, wenn ein Mann eine Frau in der Disco aufreißen will: Erstens, er will nur mit irgendeiner Frau schlafen, dann ist es das Beste, einfach mal reihum freundlich und selbstbewusst alle Frauen zu fragen und dann ist irgendwann eine dabei, der langweilig ist und die „Ja“ sagt. Zweitens, ihr wollt was längerfristiges und seid auf der Suche nach einer richtigen Freundin, dann wartet den richtigen Moment ab (der ist NICHT, wenn sie gerade aufbricht, um nach Hause zu gehen!) und seid einfach nett, freundlich, authentisch, ehrlich, humorvoll und unaufdringlich. So was wie „Hey, ich bin XY, ich würde dich ja gerne anquatschen, und mich mit dir unterhalten, weiß aber nicht wie“ oder was auch immer, aber stellt euch persönlich auf eure Gesprächspartnerin ein und kommt nicht mit so bescheuerten Platitüden um die Ecke. Und lasst bitte dieses Überrumpeln, ein bisschen mehr Einfühlungsvermögen, meine Herren.

À propos Einfühlungsvermögen. Ich meine damit nicht, dass man(n) immer für alles Verständnis haben muss und alles toll finden muss, was einem so zugemutet wird. Es geht nicht um das ‚Was‘, sondern um das ‚Wie‘. Es ist letzten Endes vollkommen wurscht, wo ihr Frauen ansprecht und was ihr sagt, es kommt drauf an, wie ihr das tut. Frauen haben gern das Gefühl, dass sie persönlich gemeint sind. Wenn sie das Gefühl haben, da checkt einer einfach mal alle Hühner ab, die nicht bei drei auf den Bäumen sind und dann schaut er mal, welche er erwischt, dann ist das für Frauen extrem beleidigend. Wir mögen sowas nicht. Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass Männer das toll finden, wenn eine Frau sie erst mit einer Standardfloskel anquatscht und ihnen dann überhaupt nicht zuhört, den Blick vielleicht auch noch schweifen lässt und nicht ansatzweise auf das eingeht, was man erzählt. Das ist unhöflich und respektlos. Sollte das mal bei einer klappen, dann weil sie richtig verzweifelt ist und überhaupt keine Selbstachtung hat und dann kann man(n) sich auch schon mal darauf einstellen, dass es schwieriger wird, diese bedauernswerte arme Seele wieder loszuwerden (was sie dann ziemlich schnell wollen werden), als sie abzuschleppen.

Es erfordert zwar mehr Mut, ist aber meiner Ansicht nach erfolgversprechender, Frauen im Alltag auf der Straße oder beim Einkaufen anzusprechen. Da gibt’s ja auch eine Fülle an Anquatsch-Vorwänden, wie die Frage nach der Uhrzeit oder dem Weg. In Läden kann man fragen, wo man ein bestimmtes Produkt findet, oder ob man Hilfe bei einer Kaufentscheidung bekommen könnte, und so weiter. (Gilt natürlich genau so für Frauen) Natürlich birgt dies auch das Risiko, dass die Frau nicht mitbekommt, dass das eine Anmache sein soll oder dass sie schon nen Freund hat. Aber dieses Risiko sollte man dann auch ruhig mal eingehen. Ist doch egal, selbst wenn da nicht mehr draus wird, so hat man doch eine nette Begegnung gehabt. Eine nette Begegnung ist sowieso das beste, auf das man beim ersten Ansprechen hoffen kann. Und wenn Bedarf besteht, sich wiederzusehen, kann man das nach einer netten Begegnung auch einfach geradeheraus fragen, dann wissen alle Bescheid. Das nach einer lahmen Platitüde zu fragen, ist aber bescheuert.

Andere Möglichkeit, für Schüchterne, die sich nicht trauen, einfach so mal wildfremde Leute auf der Straße anzuquatschen, ist, sucht euch ein Hobby! Und zwar ein Hobby, bei dem man rausgeht und Leute trifft. Das kann ein Sprachkurs sein, eine Theatergruppe (kann ich sehr empfehlen, funktioniert hervorragend!), ein Lesekreis, ein Chor (die haben sowieso immer Männermangel), ein Tanzkurs (dito!), irgendwas. Aber man kann doch nicht anfangen, alle Frauen kategorisch scheiße zu finden, wenn man überhaupt keine kennen lernt. Das nervt! Und Möglichkeiten gibt es ja reichlich. Und wenn das alles nichts hilft, dann scheiß doch auf den blöden Stolz und mal im Internet gucken oder zu Single-Veranstaltungen gehen.

Ich habe übrigens den Eindruck, dass Männer und Frauen beim Kennen lernen nicht den gleichen Rythmus haben. Frauen lassen sich in der Anfangsphase gern ein bisschen mehr Zeit und wenn sie sich dann erst einmal in einer Beziehung wähnen, stellen sie auch Ansprüche, dann wollen sie plötzlich ein Mindestmaß an Sicherheit, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Respekt vom Mann und der Mann denkt, Ohgottohgott, meine Freiheit, Aaaaah! Nix wie weg! Ach nee, geht nicht, dann bin ich ja wieder allein, das ist ja auch doof, dann geht das ganze Theater ja von vorne los, wie unbequem, ich geh lieber in die innere Immigration. Männer wollen beim Kennen lernen immer so vorpreschen, da muss immer alles ratzfatz gehen und wenn man(n) die Frau dann erstmal erobert hat, muss man(n) sich ja keine Mühe mehr geben und kann sich entspannt zurücklehnen und machen, worauf man(n) Bock hat und lassen, worauf man(n) keinen Bock hat. Ich frage mich, wieso trotzdem so viele Beziehungen funktionieren… Hmm… Also, meiner Erfahrung nach darf man dem anderen nicht alles immer gleich so krumm nehmen und mit Wohlwollen und Humor ertragen sich die Macken des anderen leichter. Und frei von Macken ist eh niemand. Dann wird man auch eher ernst genommen und da eher drauf eingegangen, wenn mal WIRKLICH etwas gar nicht geht.

Also, nervige Single-Männer, nervige Single-Frauen, hört auf zu jammern und euch selbst zu bemitleiden und allen außer euch die Schuld für euer Alleinsein aufzubrummen und geht einfach mal raus, stürzt euch ins Getümmel und guckt was passiert. Früher oder später passt es dann schon. Und wenn’s passt, dann passt’s.

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20 Antworten to “Essai 84: Über nervige Single-Männer und das, was Frauen wirklich wollen”

  1. Denis Says:

    Toller Artikel. Schadet wohl nicht, sich damit im detail zu befassen. Werde gewiss auch die weiteren Posts verfolgen.

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  2. BC Says:

    Typisches Klischee Geschreibsel einer Dame die völlig überzogene Ansprüche hat.

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    • Isabelle Dupuis Says:

      Ach, so anspruchsvoll finde ich mich eigentlich gar nicht und mein Freund hält das bislang einigermaßen mit mir aus 😉 Tief in meinem Herzen bin ich eine fürchterliche Eigenbrötlerin, deren sehnlichster Wunsch darin besteht, in Ruhe lesen zu dürfen. Oder generell meine Ruhe zu haben. Nur leider werde ich von nervigen Single-Männern gelegentlich eklatant missverstanden und ich weiß nicht, woran das liegt. Zudem habe ich beobachtet, dass es sich dabei um ein verbreitetes Missverständnis zwischen Mann und Frau handelt. Die Frau will einfach nur in Ruhe irgendwas machen (Tanzen gehen, mit Freundinnen ausgehen, lesen, einfach nur da sitzen, …) und dann kommt ein Mann und missversteht das als Aufforderung zur flirtigen Konversation. Und die meisten Frauen sind so erzogen, dass sie sich unhöflich fühlen, wenn sie sagen „Verpiss dich, ich will meine Ruhe haben!“ und dann kommt stattdessen ein „Äääääääähm Ööööhm Eigentlich will ich jetzt hier ganz gerne blablabla“ und dann versteht der Mann nicht, dass das gerade eine Abfuhr war. Was ärgerlich ist. Und ich denke, wenn Männer verstehen, dass Frauen das gar nicht böse meinen, wenn sie so bescheuert herumdrucksen und dass alles, was nicht eindeutig „Ja“ ist ein „Nö“ bedeutet, dann können wir uns alle sehr viel Nervkram ersparen.

      Aber ich bin auch auf andere Meinungen und Erfahrungsberichte neugierig 🙂

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  3. den Says:

    Frauen direkt auf Sex anzusprechen funktioniert nicht. Im besten Fall schauen sie nur blöd. Im schlimmsten Fall kassierst eine Watschen.

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    • Isabelle Dupuis Says:

      Na ja, aber vielleicht ist nach der zehnten Ohrfeige auch eine dabei, die sagt: Ach, warum eigentlich nicht. 🙂 Dann wüssten wenigstens alle, woran sie sind. Und man kann das ja auch freundlich, charmant und unaufdringlich fragen. Ich denke schon, dass wenn mich in der Disco einer anquatscht und nett lächelnd, nonchalant fragt, ob ich Bock auf Sex hätte, würde ich zumindest genauso freundlich mit „Nee“ antworten. 🙂 Also verdattert gucken würde ich wohl schon, aber ich fänd’s auch witzig, einfach mal mit erfrischender Ehrlichkeit angesprochen zu werden. Und dann müsste ich wohl lachen und würde darüber ganz vergessen, meinem Gegenüber eine zu scheuern.

      Es kommt natürlich drauf an, was man will. Wenn man wirklich nur ein Männchen oder Weibchen zum Paaren sucht, sollte man das direkt auch so sagen, dann kommt es nicht zu diesen verzwickten Missverständnissen. Ist man jedoch auf der Suche nach einem Lebensgefährten/ einer Lebensgefährtin, ist das unglücklich, mit der Tür ins Haus zu fallen. Da sollte man sich einfach miteinander unterhalten und schauen, ob man gut miteinander auskommt und ob die Chemie stimmt. Es kann natürlich immer noch passieren, dass nur einer so empfindet und der andere nicht. Das ist dann aber eine andere Geschichte.

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    • Frank Says:

      Watsch zurück! Keine Frau darf dich schlagen, mein Freund! Niemals!! Wehren und anzeigen.

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      • Isabelle Dupuis Says:

        In diesem Fall wäre es meines Erachtens zweckdienlicher, die Frau gleich anzuzeigen, ohne sie vorher zurückzuschlagen. Sonst ist doch der Mann keinen Deut besser. Oder man hält als Mann vorsichtshalber eine Armlänge Abstand, wenn man Frauen im Club fragt, ob sie mit einem schlafen wollen. Sollte die Frau daraufhin zur Ohrfeige ausholen, befindet er sich außer Reichweite und kann rechtzeitig die Flucht antreten.

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  4. Essai 143: Über Feminismus | Isa09 - Angry young woman Says:

    […] als “misandristische Emanze” bezeichnet hatte. Zuvor hatte ich einen meiner Flirtratgeber in dem Forum geteilt. Als ich daraufhin meinte, ich würde doch nur nervige Singlemänner und nicht […]

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  5. lolli148 Says:

    Oh Gott, nachdem ich das lese, entschuldige ich mich mal dafür, es mir mit dir „endgültig“ verdorben zu haben mit den vorigen Posts. Der hier wäre es zumindest wert gewesen. Lösch diesen, und überleg Dir den folgenden.

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    • Isabelle Dupuis Says:

      Entschuldigung angenommen 😀 Und keine Angst, so leicht ist es nun auch wieder nicht, es sich mit mir zu verscherzen 😉 Ich finde das ja immer interessant, gegensätzliche Positionen nebeneinander stehen zu haben, dann kann sich jeder Leser seine eigene Meinung bilden.

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  6. lolli148 Says:

    > Wenn wirklich alle Frauen scheiße sind, warum wollen diese nervigen Single-Männer dann überhaupt unbedingt eine? Das ist doch unlogisch.

    Nein, Männer wollen poppen.

    > dann ist früher oder später schon eine dabei, mit der es sich gut eine Weile aushalten lässt.

    … und dann ist halt die Frage, ob „eine Weile“ „poppen“ beinhaltet.

    > Und “Darf ich dir einen Drink spendieren” ist der lahmste Anmachspruch überhaupt!

    PUA-Game-Lektion #1. Was für eine Feministin bist Du eigentlich?

    > Habt einfach ein wenig Feingefühl, dann merkt ihr schon, wann es passt, die Frau anzusprechen

    Ah. Nein, Männer merken das nicht, glaub mir. Ist lang her, aber nein,

    > Weil ich aber höflich bin und ich durchaus anerkannt habe, dass der Mensch da seinen ganzen Mut zusammengenommen hatte, um mich das zu fragen, lehnte ich mit einem “Nein, Danke” ab.

    Das finde ich super anständig.

    > Und dann fing dieser Typ auch noch an zu betteln: … – Warum tun Männer so was?

    Nun, das hatten wir schon: Poppen.

    > Leute, da gab es einen Sinnverdreher, Frauen fällt es verdammt schwer “Nein” zu sagen, deswegen, WENN sie es sagen, meinen sie es auch so!

    Das stimmt so zwar nicht, aber Dein „Nein“ war eines, der Typ war ein Idiot.

    > Und “Ja” auf die Frage, ob man einen Drink umsonst haben will, ist noch kein “Ja” auf die Frage nach Sex.

    Natürlich ebenfalls. Das ist nur ein „Ja“ auf die Frage, ob man eine billige Schlampe oder eine undankbare Nutte ist. Die sollte aber doch hoffentlich keiner mehr stellen? Dafuq, ich bin seit 99 in einer Beziehung und wusste das?

    > Erstens, er will nur mit irgendeiner Frau schlafen, dann ist es das Beste, einfach mal reihum freundlich und selbstbewusst alle Frauen zu fragen und dann ist irgendwann eine dabei, der langweilig ist und die “Ja” sagt.

    Ja, aber das macht man um 3:30 morgens.

    > Zweitens, ihr wollt was längerfristiges und seid auf der Suche nach einer richtigen Freundin, dann wartet den richtigen Moment ab (der ist NICHT, wenn sie gerade aufbricht, um nach Hause zu gehen!) und seid einfach nett, freundlich, authentisch, ehrlich, humorvoll und unaufdringlich.

    Ne, dann macht man das nicht in einer Disco mit einer Unbekannten.

    > Es geht nicht um das ‘Was’, sondern um das ‘Wie’. Es ist letzten Endes vollkommen wurscht, wo ihr Frauen ansprecht und was ihr sagt, es kommt drauf an, wie ihr das tut.

    Oh Gott, ich bin da raus, aber ich halt das für Blödsinn. „Tolle Melonen“ funktioniert neben den Melonen im Edeka _Welten_ besser als in der Disco. Oder sind Frauen mittlerweile völlig abgestumpft und humorlos?

    > Sollte das mal bei einer klappen, dann weil sie richtig verzweifelt ist und überhaupt keine Selbstachtung hat und dann kann man(n) sich auch schon mal darauf einstellen, dass es schwieriger wird, diese bedauernswerte arme Seele wieder loszuwerden (was sie dann ziemlich schnell wollen werden), als sie abzuschleppen.

    Wow. Wenn ich das „echten“ feministen „petze“, erwürgen die Dich.

    > Es erfordert zwar mehr Mut, ist aber meiner Ansicht nach erfolgversprechender, Frauen im Alltag auf der Straße oder beim Einkaufen anzusprechen.

    Nö, und ja. und ich darf erwähnen, dass Du den folgenden Absatz einen Pickup-Ratgeber „abschreibst“? Bist Du sicher, dass Du Feministin bist?

    Ah, OK:

    > Gilt natürlich genau so für Frauen

    Nein, tut es nicht. Ich kenne die „Flirtregeln 2015“ nicht, aber es war niemals „genau so für Frauen“.

    > eine Theatergruppe (kann ich sehr empfehlen, funktioniert hervorragend!

    q.e.d. Ich kenne Flirtregeln 2015 nicht. Und – aehm – _Frau_ macht einen _Flirtkurs_ ist leider zu weit von meiner Welt weg.

    Dann kam aber nochwas:

    > wollen sie plötzlich ein Mindestmaß an Sicherheit, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Respekt vom Mann

    Ja, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein sind normal. Respekt ist wohl neumodischer Scheiß. Weil: Die ersten drei Punkte kann man (und sollte man) als Frau auch erwarten, aber das sind bis auf wenige Ausnahmen halt auch alle Männer. Respekt hingegen ist Reziprok, den muss man sich verdienen. Und den sollte man als Frau zuerst geben. Das mag der Feministin nicht schmecken, aber hey – zeig mir eine Feministin mit einer ordentlichen Beziehung. Und es ist nicht zuviel verlangt, anzufangen, den Mann zu respektieren. Wenn du es nicht schafft, den Mann zu respektieren, wird das eh nix.

    Das mag, Isabella, auch Deine folgenden Erfahrungen begründen – und Du kannst mir das nun glauben oder nicht, aber wenn meine Frau mir nur auf den Sack geht, bekommt sie dafür genau soviel Liebe und Nettigkeit zurück, wie ich bekomme – eher keine. Männer sind reziprok. Gegenüber Frauen sind sie das (notwendigerweise) überproportional, aber das widerstrebt unseren Bedürfnissen. Insbesondere in den ersten Beziehungen „können“ das Männer nicht angleichen – das „passt ja jetzt“ und „boah, die 40 Schlampen“ zu jetzt „DIR“. Das mag jetzt nun nicht „DEINE“ Schuld sein, aber jedes Deiner noch so netten „Nein, Danke“ kommt da dazu. Wenn Du also als Frau eine Beziehung willst, musst Du _alle_ anderen Frauen kompensieren. Mies, gell? Ah, Moment, waren die Frauen halt auch, Du bist auch eine Frau, und eine andere Kategorie haben Männer nicht. Wozu auch? Wenn Du nicht besser bist, als all die anderen undankbaren Schlampen, bist Du halt genau so viel Wert wir die. Nichts. Wenn schon, alles. Das ist für Männer recht klar, und für Frauen sehr offensichtlich sehr schwer zu verstehen.

    Männer verstehen das spätestens mit 30. Oder nie. Ihr Problem. Frauen sollten das mit spätestens 25 verstanden haben, sonst waren sie vorher zumindest prüde _und_ hatten Glück. Ansonsten.. ihr Problem.

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    • Isabelle Dupuis Says:

      Na, jetzt hast du aber verallgemeinert 😀 Ich denke immer noch, es kommt darauf an, was man will. Für eine längerfristige, glückliche Beziehung reicht es meines Erachtens jedoch nicht, wenn nur die Frau mit einem Vertrauensvorschuss sich in eine Beziehung begibt. Das Reziproke sollte reziprok sein 🙂 Ansonsten, wie gesagt, sollten Männer (oder auch Frauen) sich nicht wundern, wenn es mit der Beziehung nicht so richtig klappt, wenn sie von vorneherein davon ausgehen, dass ihnen alle etwas schuldig sind und sie sich überhaupt keine Mühe geben müssen. Das ist die beste Einstellung, um zu vereinsamen. Es sei denn, man hat Katzen. 😀

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      • lolli148 Says:

        Ich bin mir nicht sicher, ob die vielen Smileys da Ironie andeuten sollen, aber nachdem mich das nicht loslässt und es keine sein könnte: Klar verallgemeinere ich Frauen. Da gibt es _meine_ und „andere“. Und jetzt verallgemeinere ich Männer: Solange alle „andere“ sind, sind die alle gleich. Und das Gros davon mag mich nicht, hat einen an der Waffel oder mag am Ende noch keine Katzen. Was will ich mit denen?

        Und es ist natürlich Männersache, den ersten Vertrauensvorschuss zu geben, das zeigt Mut und so, was nun in Deiner Aufzählung fehlte. Das wäre aber mit „darf ich Dich auf einen Drink einladen“ schon erfüllt, denn das ist ein „hey, ich wette, Du bist keine undankbare Schlampe“. Ja, natürlich in der Hoffnung „…aber eine sehr günstige Nutte“, aber man sollte doch spätestens mit 17, 18 gelernt haben, dass sich das nicht lohnt (bei mir) oder nicht notwendig ist (bei Freunden von mir).

        Um das kurz zu fassen: Ich halte modernes Dating für ein für Männer immer verlorenes Spiel; the only winning move is not to play (das ist eine Referenz auf WarGames (1983)). Für Frauen ist das anders. Es kostet Dich ein „Hi“. Um reziprok zu bleiben, hast Du Dir dafür ein „Hallo, darf ich Dir dir Welt zu Füßen legen“ verdient, aber erst so nach zwei, drei Dates, also nachdem Du nicht nur „Hi“ gesagt, sondern auch noch klargestellt hast, dass Du weder eine Schlampe noch eine billige Nutte bist. Dass der Mann Dir die Welt zu Füßen legen wird, so gut er kann, sollte selbstverständlich sein. _In_ der Beziehung.

        Klar kann man das vorher „annehmen“, aber irgendwann fällt ihm das halt auf, und mit was bitte möchte die Frau das wieder gutmachen? Oralsex-Skills? Hat dann den Rest deines Lebens immer so den negativen Touch, wo sie das wohl gelernt hat. Und: lernt sie eh.

        Und das ist das fiese: Es ist einfach für Frauen und schwierig für Männer, wenn man jung ist, so dass sich da, wo sich Passungen ergeben sollten, halt wenig Passungen ergeben. Klar, da müssten die Frauen auch viel Vertrauensvorschuss investieren; man weiß ja nun nicht, ob aus dem netten Jugendliga-Fußballer oder Bass-Gitarristen mal was wird. Das ist aber erstmal vor allem für Männer frustrierend. Und es ist ein perfides Spiel, denn das dreht sich. Irgendwann zeigt sich nämlich, ob aus dem Typen was wird, und damit ist das (jung) für Frauen ein Reise nach Jerusalem-Spiel. Ab einem gewissen Alter werden es dann „nervige Single-Männer“, und etwas später „Urrrgh“. Das ist schwierig für Frauen, verstehe ich. Aber Männer lernen. Und verhalten sich zur Frauenwelt dann halt genauso scheiße, wie das die Frauenwelt zu ihnen getan hat – hey, Du bist die Feministin 😉

        Und wenn Du – wie ich – mit Anfang 30 feststellst, dass plötzlich 20jährige Stewardessen mit Dir flirten, die Dich zehn Jahre vorher nicht mit dem Arsch angeschaut hätten, dann kann man schon darüber nachdenken, ob einem die Frau Doktor, die man jetzt hat, so viel lieber ist als die Kellnerin aus dem HardRockCafe mit dem kurzen, weißen Kleidchen, die man damals kennen gelernt hat. Also, nicht die Person, die hat man nun nicht ohne Grund geheiratet, aber ob die akademische Ausbildung wirklich besser ist als das Kleidchen. Das wäre aber arschig und man heiratet ja nun nicht aus Spaß, sondern weil man sich Committen will. Und natürlich behalte ich meine Frau Doktor, weil sie _meine_ Frau Doktor ist. Das ist Reziprok für ihr „Hallo“, ihr _keine_ Schlampe und _keine_ billige Nutte sein. Seit 15 Jahren. Danke, Kätzchen, dafür, dass sich mein Vertrauen ausgezahlt hat.

        Gut, es gibt immer das Risiko, dass meine Frau beschließt, dass ich ein Arschloch bin, und dann bin ich meine hübsche Wohnung los, aber „hey, Du fliegst doch sicher öfter in die Ägäis, magst Du mal ne Woche mit auf mein Boot“ ist eine viel, viel bessere schlechte Anmache als „kann ich Dir einen Cocktail ausgeben“. Und kostet zudem nichts.

        Sorry für das Abschweifen, aber Deine Dating-Tipps sind für Männer wertlos. Meine sind für Frauen Gold, aber sie werden sie nicht mögen. Ich reagiere gerne auf Kritik – kann aber eine Weile dauern, wir fliegen morgen in die Ägäis.

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      • Isabelle Dupuis Says:

        Na ja, ich hab ja auch geschrieben, dass Frauen sich häufiger trauen sollten, Männer anzusprechen. Ansonsten darf man (frau) sich meines Erachtens hinterher auch nicht beschweren, wenn einen vermeintlich immer nur Idioten ansprechen. Dann sollte man (frau) selbst aktiv werden, sich nach einem geeigneten Partner umschauen und diesen anquatschen. Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, …

        Aber ist das wirklich so wertlos, Single-Männern, die sich nach einer Partnerin sehnen, zu raten, einfach mal rauszugehen und Frauen anzusprechen? Letzten Endes ist es doch egal, wer wen zuerst anspricht. Und wenn mich keiner anspricht, der oder die mir gefällt, dann muss ich das halt machen oder mich damit abfinden, allein zu bleiben.

        Dass Clubs und Partys nicht jedermanns (oder jederfraus) Sache ist, um zu flirten, ist klar. Mag ich auch nicht. Deswegen ja auch mein Tipp, sich in diesem Fall ein Hobby zu suchen, bei dem man unter Leute kommt und wie nebenbei mit potentiellen Freunden oder Partnern/Partnerinnen in Kontakt kommt. Ich hab meinen Freund auch über eine Theatergruppe, also ein gemeinsames Hobby, kennengelernt. Erst waren wir eine Weile nur Freunde, dann haben wir uns verliebt und dann habe ich ihn wegen eines Dates gefragt.

        Da ist natürlich jeder anders, aber ich denke, wenn man bei einem Hobby jemanden kennen lernt, dann hat man schon mal mindestens eine Gemeinsamkeit und kommt von ganz allein ins Gespräch, ohne erst einmal groß nach Themen kramen zu müssen.

        Das sind doch Tipps, die für beide Geschlechter gleichermaßen nützlich sind, bin ich der Ansicht.

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  7. Essai 161: Über rationale und emotionale Argumente | Isa09 - Angry young woman Says:

    […] ins Emotionale abdriftete und anfing, mich zu beleidigen, schlug ich einen Kompromiss vor: Männer und Frauen argumentieren beide emotional und rational, was davon jeweils überwiegt, hängt von der […]

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  8. Frank Says:

    Einfach mal die Geschlechter umdrehen: Meine Damen, geht gefälligst raus, statt euch zu beschweren, dass Männer euch dauernd bekackte, kaltherzige Körbe geben, nur weil ihr etwas schüchtern stammelt. Sprecht uns gefälligst mit Kreativität und Mut an, ja? Und ja nicht, wenn wir gerade gehen, weil das der „falsche Moment“ ist!
    Wenn ihr eure Ansprüche selber mal vorlebt und dieselben Erfahrungen gemacht habt, reden wir weiter. Bis dahin scheiße ich auf euer Gerede.
    Ich würde von einer Frau niemals Empathie erwarten, tut mir Leid. Ich bin empathisch zu mir und meiner Umwelt und berühre mich selbst, innerlich und äußerlich und unglaublich tief. Brauch da meine Frau für. Ich turne an 5 Geräten, kann nen Handstand, Backtucks und Flick Flacks. Ich bin Bulle und verdiene geiles Geld. Sehe ich aus, wie jemand, der Zuwendung von einem Mädel braucht? Niemals. Bin oder war ich frustriert? Sicherlich. Und ich lass mir das von keinem schlechtreden. Schon gar nicht von einer Frau! Oder mir männliches Verhalten vorschreiben. Meine Gefühle sind okay wie sie sind. Emanzipiert. bäm

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    • Isabelle Dupuis Says:

      Hmm, also soweit ich weiß, kann man nicht empathisch zu sich selbst, sondern nur anderen gegenüber sein. Was ich auf Wikipedia entdecken konnte, scheint damit übereinzustimmen: https://de.wikipedia.org/wiki/Empathie

      Allerdings ist eine gute Selbstwahrnehmung die Grundlage für Empathie. Ansonsten bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich Ihren Kommentar verstanden habe … Sie haben keine Frau und wollen auch keine? Ja, dann ist doch alles prima. Blöd ist es nur, wenn man eine Frau will, und keine bekommt, oder wenn man eine Frau hat, sie aber nicht will. Wobei, letzteres lässt sich ja durch eine Trennung lösen.

      Und wenn man eine Frau will, aber keine bekommt, dann ist es sinnvoller, verschiedene Möglichkeiten zu nutzen, Frauen kennenzulernen und sich mit den Damen zu unterhalten, als sich hinzusetzen und darüber zu wehklagen, dass alle Frauen doof sind.

      Das gilt allerdings natürlich auch umgekehrt, das heißt, Frauen, die herummäkeln, alle Männer, die sie ansprechen, wären Mist, sollen halt mal selbst ihren Allerwertesten in Bewegung bringen und Männer ansprechen, die ihnen gefallen.

      Ideal wäre es meiner Meinung nach, wenn das (biologische) Geschlecht beim Kennenlernen in Bezug auf den ersten Schritt zweitrangig wäre. Es sollte wurscht sein, wer wen zuerst anspricht, Hauptsache, man kommt ins Gespräch und versteht sich gut, und dann kann mal weitersehen, was sich daraus entwickelt oder auch nicht.

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  9. Essai 172: Über Frauen, die scheiße sind | Isa09 - Angry young woman Says:

    […] Leute auf meinem Blog landen). Ich vermute, dass die Suchenden mit dieser Anfrage auf meinen Text über nervige Single-Männer landen, was ich ziemlich lustig finde, da sie in diesem Essai eher das Gegenteil dessen zu lesen […]

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