Essai 83: Über Wulffs Ehrensold – eine zornige Ereiferung

Dem Aufruf Stéphane Hessels Empört euch! folgend, möchte ich mich an dieser Stelle darüber ereifern, dass der Wulff seinen ‚Ehrensold‘ nun doch noch kriegen soll. Schlimm genug, dass wir in einem demokratischen Land über die Wahl des Bundespräsidenten nichts mit zu entscheiden haben, werden da einem Kerl, der nichts geleistet hat, einfach so fast 200.000 Euro im Jahr (und der hat noch so einige Jahre vor sich) in den Hintern gepustet und gleichzeitig will man dem ‚Fußvolk‘ verklickern, es solle sparen, weil kein Geld da wäre? Gleichzeitig müssen Theater um ihre Existenz bangen? Unis sich kaputt sparen? Das steht doch in keinem Verhältnis! Vor allem war das schon wieder irgendein alter Kumpel von dem Wulff, der ihm seinen ‚Ehrensold‘ zugesichert hat. Dabei ist es ja wohl mehr als offensichtlich, das Mimöschen Wulff aus privaten Gründen zurückgetreten ist, weil die gemeinen „Medienberichterstattungen meine Frau und mich sehr verletzt haben“. Wenn dieser Mensch auch nur einen Funken Anstand besitzt und den Begriff ‚Ehrensold‘ nicht völlig ad absurdum führen will, dann verzichtet er da entweder freiwillig drauf oder lässt es einem so richtig guten Zweck zugute kommen und zwar restlos. Bildung und Kultur können immer Geld gebrauchen, aber auch das Arbeitsamt wäre sicher hocherfreut, wenn es mehr Geld hätte, um sein Personal besser zu schulen und Langzeitarbeitslose endlich aus ihrem Trott heraus zu hieven. Einmal abgesehen davon, dass dieser Ehrensold sowieso pervers viel Geld ist, der allen noch lebenden Bundespräsidenten jährlich gezahlt wird, kann der Wulff doch noch 15-20 Jahre lang mit seiner Ausbildung prima seinem richtigen Beruf nachgehen und sich sein Geld wirklich verdienen, der braucht ja wohl keine 200.000 Euro Luxus-Rente im Jahr. Wo kommen wir denn da hin.

So.

Das musste ich jetzt mal loswerden.

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7 Antworten to “Essai 83: Über Wulffs Ehrensold – eine zornige Ereiferung”

  1. Bruzzelburger Says:

    Ein schöner Beitrag, über den sich sicherlich trefflich streiten lässt. Zum einen wäre da der Einwand der Bevölkerungsbeteiligung in einem demokratischen Land. darauf könnte ich nun juristisch argumentierend Antworten, will dies an dieser Stelle aber nicht tun, denn im Endeffekt hat es keinerlei Bezug zur eigentlichen Thematik „Ehrensold“.
    Das hier Recht doch ziemlich stark zurecht gebogen worden ist (man beachte das Wortspiel), ist offensichtlich. Wenn die Rücktrittsbegründung des Herrn Wulff politisch motiviert gewesen sein sollte, dann wäre es auch eine Rücktrittsbegründung wegen der Halmlänge des Grases im Garten des Schlosses Bellevue auch gewesen.
    Über die Angemessenheit des Ruhegehaltes lässt sich wiederum auch streiten. Prinzipiell finde ich es für einen altgedienten Staatsmann, der ein Bundespräsident (oder auch eine Präsidentin, da wir diese aber noch nicht hatten, verzichte ich einfach mal auf diese nervigen Doppelnennungen) zum Ende seiner eigentlich vorhergesehenen Amtszeit zumeist ist, durchaus angemessen, zumal der Sold im Gesamthaushalt eher nur einen kleinen und unbedeutenden Posten darstellt.
    Ob nun ein Präsident mit einer Amtszeit von knapp zwei Jahren nicht lieber auf den Sold freiwillig verzichten sollte, steht für mich auf einem anderen Blatt. In Anbetracht der Rücktrittsumstände wäre dieses hier eigentlich angebracht. Die Person Wulff, die sich aber nun gerade dadurch ausgezeichnet hat, alles mitzunehmen, was er irgendwie kriegen konnte, wird auf eine solche Idee wohl nicht kommen. Es ist ja vergleichbar mit der Situation, einen maskierten und bewaffneten Bankräuber darum zu bitten, auf einen unbewachten, nicht verschlossenen und voll beladenen Geldtransporter aufzupassen und bitte nichts mitzunehmen. Zudem haben wir bei Herrn Wulff ja das Problem, dass er auf das Geld angewiesen ist. Seine anderweitigen Ansprüche werden erst in einigen Jahren ausgezahlt (und mit dem Sold verrechnet). Er hat aber Verbindlichkeiten wie Kredite etc., welche weiter bedient werden müssen. Von daher wird er nicht auf das Geld verzichten, leider.

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  2. Arvid Says:

    Der Facebook Gefaellt mir Button wuerde sich gut auf der Seite machen, oder habe ich ihn uebersehen?

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  3. Lukas Says:

    Gefaellt mir gut die Seite. Tolle Themenwahl.

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  4. kunigundeblog Says:

    1 Plus für meine Rezensionnistin. Trifft den Nerv der Zeit. Liebe Grüße ausm Amt. H.

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  5. Isabelle Dupuis Says:

    Und nun das: Scheidung! Tja, ich könnte dazu jetzt natürlich einen hämischen, wahlweise spöttischen oder auch vor Sarkasmus triefenden Kommentar dazu schreiben. Da aber in der Vergangenheit häufig bewiesen wurde, dass man – wenn man nicht weiß, was um Gottes Willen man bloß mit 200.000 Euro im Jahr anfangen soll – einfach mal alle verklagt, die einem blöd kommen, verzichte ich großmütigst darauf. Nichtsdestoweniger denke ich mir aber meinen Teil. Die Gedanken sind nämlich frei.

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  6. Essai 124: Über subtile Propaganda | Isa09 - Angry young woman Says:

    […] entgegen schlägt, regt mich jedes Mal auf. Manchmal sind es inhaltliche Dinge, die mich aufregen: Wulff schreibt ein vor Selbstmitleid und Realitätsverleugnung triefendes Buch, irgendwelche Spießer […]

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