Essai 23: Über Sicherheit

Sicherheit ist ja an sich nichts Schlechtes.

Es ist schön, wenn man sicher ist und sich auch so fühlt.

Problematisch wird es, wenn man sich unsicherer fühlt, als man eigentlich ist. Dann sieht man plötzlich überall Menschen, die einem Böses wollen, kauft sich Waffen, die Kinder spielen damit rum und – Peng – ist es passiert, das Unglück.

Oder, das andere Extrem, wenn man sich sicherer fühlt als man eigentlich ist, da sitzt man eben noch friedlich beim Frühstück und eh man sich versieht fällt einem ein Komet auf das Haus und man hatte nicht mal Zeit, sich darauf angemessen vorzubereiten. Es kann natürlich auch ein metaphorischer Komet sein.

Ähnlich ist es mit dem Sicherheitsgefühl in Beziehungen. Das ist ja ohnehin so ein heikles Thema.

Vielleicht liegt es aber auch in der Natur des Menschen, dass er nicht dazu fähig ist, die Dinge so zu sehen wie sie sind. Und so gibt es fast immer einen, der sich unsicher fühlt, obwohl es dazu keinen Grund gibt und einen, der sich zu sicher fühlt und drohende Gefahren oder Konflikte übersieht und sich dann wundert, wenn sein Haus von einem fiesen metaphorischen Kometen zerschmettert wird.

Wenn man sich zu sicher fühlt, bewegt man sich mit einer kleinen rosaroten Wattebauschwolke durch die Weltgeschichte. Man selbst fühlt sich warm und geborgen und alles ist prima, aber wenn man in Watte eingepackt ist, nimmt man alles, was um einen herum passiert, nicht so ganz wahr. Umgekehrt, wenn man sich in einem Hochsicherheitspanzer, der mit allen möglichen Abwehrmechanismen ausgerüstet ist, fortbewegt und alles ganz (zu) genau wahrnimmt, sieht man überall Gefahren, weil man anfängt, alles als Bedrohung zu interpretieren. Nehmen wir zum Beispiel eine spontane Absage in einer Beziehung. Der Wattebausch denkt sich nichts Böses dabei, wenn er absagt, schließlich ist er sich seiner Sache sicher. Der Panzer interpretiert wieder sonst etwas da hinein und denkt sofort, der Wattebausch hat das Interesse verloren und liebt ihn nicht mehr.

Das ist selbstverständlich völliger Quatsch, aber so ist das nun einmal mit den Wattebäuschen und den Panzern. Das Einzige, was da helfen könnte, wäre, einfach mal aus seinem Panzer oder seinem Wattebausch auszusteigen, und die Tatsachen so zu betrachten wie sie sind, nicht schlimmer, aber auch nicht besser.

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Eine Antwort to “Essai 23: Über Sicherheit”

  1. Essai 84: Über nervige Single-Männer und das, was Frauen wirklich wollen « Isa09's Weblog Says:

    […] einer Beziehung wähnen, stellen sie auch Ansprüche, dann wollen sie plötzlich ein Mindestmaß an Sicherheit, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Respekt vom Mann und der Mann denkt, Ohgottohgott, […]

    Gefällt mir

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