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Essai 31: Über Rebellion

29. Juni 2008

Die Rebellion, von der hier die Rede ist, ist vor allen Dingen die jugendliche Rebellion. Die ist mir nämlich schon seit jeher ein Rätsel.

Der Sinn und Zweck von Rebellion liegt für mich darin, dass man sich unabhängig macht, um eine individuelle Persönlichkeit entwickeln zu können. Dann lehnt man erstmal alles ab, findet alles ätzend und mit der Zeit sortiert man, ob wirklich alles doof ist, oder ob nicht auch ein paar nützliche Sachen dabei sind.

Was mir auffällt, ist, dass Jugendliche zwar gegen die Eltern und die Erwachsenen generell rebellieren, untereinander aber alle das Gleiche tun. Man stellt sich also gegen eine bestimmte Gruppe von Menschen, um seine Individualität herauszuarbeiten, nur um sich dann an die nächste Gruppe anzupassen? Nicht besonders plausibel, wenn man mich fragt.

Denn in dieser Gruppe von rebellierenden Jugendlichen ist nichts mit individuell sein, dann ist man nämlich ganz schnell der uncoole Freak, der Streber oder der Langweiler. Auch wenn ich mir bestimmte Gruppierungen, die alle gegen die Gesellschaft rebellieren, angucke, sehen die untereinander alle gleich aus und machen auch das Gleiche: Bier trinken, die Hygiene vernachlässigen, dummes Zeug skandieren, was weiß ich.

Da wird dann die Rebellion zur Modeerscheinung, zum Kostüm, das man sich an- und wieder ausziehen kann, wie es einem gerade passt oder wie gerade der Trend ist. Auch gegen den Trend zu sein, ist dann hierbei ein Trend. Das Ziel von Rebellion hat man damit gründlich verfehlt, vielleicht auch nie anvisiert und das ist nichts anderes als peinlich und erbärmlich.


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