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Essai 6: Über Kulturdrückeberger, Kunstmuffel und andere Idioten.

28. April 2008

Ich bin entsetzt darüber, wieviele Menschen es gibt, die die Frage „Kommst du mit ins Museum?“ mit „Nö, Kunst ist langweilig“ und die Frage „Kommst du mit ins Theater“ mit „Nä, ich bezahl doch nicht um mich über die Eitelkeiten eines größenwahnsinnigen Regisseurs zu ärgern“ beantworten.

Diese Antworten kommen nämlich prinzipiell von Leuten, die prinzipiell nie ins Theater oder Museum gehen. Woher wissen sie denn dann, dass es langweilig ist oder größenwahnsinnig? Vielleicht tue ich diesen Menschen ja auch Unrecht, wenn ich sie als Idioten und bornierte Schwachköpfe bezeichne? Vielleicht haben sie einfach so etwas wie einen sechsten Sinn, der langweilige und größenwahnsinnige Machwerke zehn Meilen gegen den Wind erschnuppert. Demnach wäre ich der Idiot, wenn ich sage, man sollte nicht vorschnell urteilen und sich auch ruhig mal zutrauen, Neues kennenzulernen und offen und interessiert durch die Weltgeschichte zu wandeln.
Sicher muss man nicht alles gut finden, was die Künstlerwelt so fabriziert.

Neulich hörte ich im Radio von einem Künstler, der Bilder sang.

Klingt komisch, ist aber so.

Der hatte dann so leere Leinwände vor sich stehen und besang diese Leinwände beispielsweise mit einem Blumenstrauß, und das in reichlich schiefer und schräger Tongestaltung. Ich fand es nicht schön, aber so hatte ich für den Rest des Tages was zum fremdschämen. Und das ist ja auch schonmal was.
Dennoch sollte man sich von komischen Künstler-Käuzen nicht dazu verleiten lassen, grundsätzlich alles abzulehnen, was auch nur annähernd kreativ ist. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir alles Kreative lassen würden? DAS wäre langweilig.


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